Ich führe ein Schattendasein – und, gleich vorweg, ich fühle mich gut dabei. Jetzt zumindest. Ich stehe im Schatten eines Mannes, der gerade mein Leben bestimmt, mein Sohn Kaspar. Daran muss man(n) sich erst einmal gewöhnen. Wenn wir zusammen irgendwohin kommen, stürzt sich alles auf Kaspar, unseren Star. Ist auch durchaus zu verstehen, schließlich ist er Franziscas und mein Mittelpunkt. Und er versteht es vortrefflich, mit seinem Charme andere für sich zu gewinnen.
Was habe ich sie früher verflucht, die Eltern, die nur noch von ihrem Nachwuchs gesprochen haben. Ich gestehe – und ich möchte mich hiermit bei allen, denen ich damit Unrecht getan habe, in aller Form entschuldigen. Ich hätte zwar trotzdem liebend gern mit Euch über andere Dinge, über Euch selbst und das Leben beispielsweise, gesprochen. Aber ich kann jetzt wirklich verstehen, dass das Leben mit einem Kind zum größten Teil eben vom jeweiligen Kind bestimmt wird. Jetzt in der Väterkarenz sehe ich das mit anderen Augen (naja, schon den gleichen wie vorher, aber von einer anderen Seite…)
Und jedem, mit dem ich mich noch so in Zukunft unterhalte und den es vielleicht ebenfalls in Zukunft anödet, sei gesagt: Auch ich nehme mich von diesen Eltern nicht aus, die viel vom eigenen Nachwuchs erzählen. Bitte seht mir das nach…