Ich gebe zu: Ich konnte es anfangs schwer verstehen, wenn ein Vater den Wunsch nach Väterkarenz hatte, sich diesen aber aufgrund finanzieller Einbussen nicht erfüllt hat. Jetzt – nach acht Monaten Väterkarenz – sehe ich das ein wenig differenzierter. Geld spielt eine Rolle, gerade mit Kind. Die Anschaffungskosten von Klamotten, Möbel, Kinderwagen, Kindersitz und Co. sind nicht zu unterschätzen, dazu die laufenden Ausgaben durch Futter oder Windeln, da kommt schon was zusammen, keine Frage.
Entschieden haben wir uns damals für das 15+3-Paket. 800 Euro im Monat heißt das. Klingt eigentlich gar nicht schlecht, und gerade wenn man es mit internationalen Maßstäben vergleicht, ist das nicht wenig. In den USA ist so etwas wie Väterkarenz im Grunde gänzlich unbekannt, was wir auch durch die meist verwunderten Reaktionen auf unserem USA-Trip feststellen durften. Auf jeden Fall war es gut, auf die Väterkarenz hin etwas auf die hohe Kante gelegt zu haben. Das, was vom Konto wegging, war weitaus größer als das, was durchs Betreuungsgeld reinkam. Für mich persönlich hätte sich das in Planung befindliche einkommensabhängige Karenzgeld sicherlich bezahlt gemacht. Und der Wiener Entschluss, die Kindergärten nun praktisch gratis anzubieten, kommt dem Börserl sicherlich noch weiter zu Gute.
Dennoch: Für einkommensschwächere Familien und Familien, die allein durch das Einkommen des Vaters getragen werden, ist die Entscheidung für die Väterkarenz sicherlich eine schwere, genaues kalkulieren ist angesagt. Und ich kann jetzt ein Nein zur Väterkarenz aus finanziellen Gründen durchaus verstehen.
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