Getaggte Beiträge ‘Job’

1 Monat Väterkarenz - ein Zwischenfazit

1. Juli 2008

Mir kommt es vor als wäre es gestern. Wirklich, 1 Monat Väterkarenz liegt nun mit dem heutigen Tag hinter mir - wie schnell doch die Zeit verfliegt (genau das gleiche habe ich mir, wie ich gerade selbst nachlese, vor Beginn der Väterkarenz auch gedacht). :-) Was ist also von den damaligen Fragen übergeblieben?

Wie wird sie werden, die Zeit bei und mit meinem Sohn Kaspar?
Mit einem Wort: Großartig. Es ist wirklich toll zu sehen und hautnah dabei zu sein, wie Kaspar die Welt entdeckt, Tag für Tag was neues lernt und wie wir  beide zusammen(_)wachsen. Das war ja auch DER Grund, warum ich mich überhaupt zur Väterkarenz entschlossen habe.

Komme ich zurecht zwischen Wickelkommode und Herd?
Ich würde sagen, überraschenderweise gut. Obwohl hier sicherlich noch Defizite zu verzeichnen sind. Zum Glück ist Franzisca noch da und zieht wohl im Hintergrund noch die Fäden. :-) Das alles unter einen Hut zu bringen, ist wirklich nicht einfach. Ich ziehe den Nämlichen vor allen Alleinerziehern.

Werde ich den Job und die Spannung vermissen oder geht sie mir gar nicht ab?
Im Moment habe ich nicht einmal richtig die Zeit, mir darüber Gedanken zu machen. Kaspar hält mich voll auf Trab - und ich denke kaum, dass dies abnehmen wird. Ich würde sagen, warten wir noch mal einen Monat, wenn das derzeit immer noch Spannende mehr zu ‘Alltag’ wird.

Bin gespannt, wie es so weitergeht. Auf Anregung von Marc (danke Dir!!) habe ich nun auch eine Vorher-Nachher-Seite eingerichtet, auf der fotografisch übersichtlich gezeigt wird, was die Väterkarenz aus Kaspar und mir macht. :-)

Ein guter Arbeitgeber ist was wert…

5. Juni 2008

Immer wieder habe ich in der Phase zur Entscheidung für die Karenz eine Frage gestellt bekommen: Und was hat Dein Arbeitgeber dazu gesagt, dass du das machst? Die Antwort ist kurz und einfach: OK! In diesen beiden Buchstaben steckt vielmehr, als es auf den ersten Blick vermuten lässt. Dass Hochegger, die PR-Agentur, in der ich bis zur Karenz tätig war (und nach der Karenz auch wieder bin :-) ), dies in vollem Umfang genehmigte, sollte ein Vorbild für viele sein. Im Vorfeld der Karenz habe ich auf verschiedenen Veranstaltungen, u.a. vom abz, einige Geschichten gehört, wo der Arbeitgeber nicht “mitgespielt” hat, wo Steine in den Weg gelegt worden sind, wo strikte NEINs zu hören waren und im schlimmsten Falle sogar Kündigungen ausgesprochen wurden. Ich muss wirklich sagen, ein guter Arbeitgeber mit solch einer Unternehmenskultur ist was wert. Hut ab, Hochegger, und Danke für das Entgegenkommen.

Auf Entzug

3. Juni 2008

Ich bin auf Entzug - auf Zeitentzug, oder besser auf Terminentzug. Die Uhr habe ich schon in die Schublade verbannt, dazu keine beruflichen Termine mehr, keine Deadlines, keine “To-do-Listen”, die gefühlt immer länger als kürzer werden. Es ist zwar erst Tag drei der Väterkarenz (und vielleicht noch ein wenig früh, um ein Gesamturteil abzugeben), aber ich hätte mir nie träumen lassen, dass mich solch Dinge wie lange Spaziergänge mit Kaspar durch Wien ohne bestimmtes Ziel oder längere Fütter- oder Spielaktionen nicht aufregen oder beizeiten langweilen. Hummeln im Hintern, ständig unter Strom und in Gedanken bei den Dingen, die noch zu tun, zu organisieren, zu planen und durchzuführen sind - das ist so eigentlich meine Welt, dachte ich. Dies muss ich jetzt schon revidieren bzw. sagen, dass die “andere”, ruhigere Welt durchaus ihre Reize hat. Aber wie jeder Entzug gibts natürlich auch bei mir Nebenwirkungen: Den täglichen Kontrollblick in meine Emails kann ich mir noch nicht verkneifen…

Väterkarenz-D-Day

1. Juni 2008

Heute ist der Tag, an dem mein neuer Lebensabschnitt beginnt. Mit dem heutigen Tag startet meine Väterkarenz. Ein sonniger, warmer Sonntag - na, abergläubische Menschen könnten jetzt fast sagen, dass das sicher ein Zeichen ist. War auf jeden Fall schon ein schräges Gefühl am letzten Arbeitstag. Ich habe mich ja immer dagegen verwehrt, dies als Abschied zu sehen. Schließlich komme ich ja wieder. In meinen letzten Mails an meine KollegInnen und Weggefährten bis hierher habe ich daher - PR-technisch ausgedrückt - von „vorübergehender Verschiebung des eigenen Humankapitals auf fokussierte Zielgruppenaktivitäten in der Nachwuchsförderung” gesprochen… :-) Der leere Schreibtisch, die letzte “offizielle” Kaffeerunde, die geschüttelten Hände und Umarmungen bis zuletzt die Tür hinter mir ins Schloss fiel - das war dann aber doch sehr emotional. Alles in allem ein Ciao mit einem lachenden Auge - und einem weinenden.

Nur noch 2 Tage…

29. Mai 2008

Wie die Zeit verfliegt. Mir kommt es vor, als ob ich mich gestern erst entschieden hätte, in Väterkarenz zu gehen. Und nun stehen nur noch 2 Arbeitstage an. Zeit, die letzten Projekte abzuschließen, Zeit, alles wichtige an meine Kolleginnen und Kollegen zu übergeben, Zeit, ciao zu sagen für die kommenden 8 Monate. Ist schon ein komisches Gefühl. Grade noch mittendrin statt nur dabei und bald jobtechnisch noch dabei, aber nicht mehr mittendrin? Im Moment ist es ein weinendes und ein lachendes Auge, mit dem ich um mich blicke - wahrscheinlich, weil es trotz aller Tipps und Hilfestellungen doch eine wahnsinnig spannende Zeit und eine große Herausforderung für mich werden wird. Doch wie sagt der deutsche Fussballkaiser Franz Beckenbauer so treffend: Schau mer mal…

Ein echter Held???

16. Mai 2008

Ich gehe in Väterkarenz, völlig und ganz. Soviel ist klar. Und das Feedback, dass ich bekomme, ist - wenn ich’s mir recht überlege - eigentlich nur positiv. Was ist los? Liegt’s an meinen aufgeschlossenen Freunden? Liegt’s an der weltoffenen Stadt Wien? Liegt’s daran, dass man solche Entscheidungen nicht negativiert bzw. mit seiner wahren Meinung im persönlichen Gespräch hinter dem Berg hält? Schöne neue Karenzwelt? Ich hätte bei meiner Entscheidung schon damit gerechnet, dass ich auf mehr Widerstand stosse. Ich warte ja irgendwie fast schon auf jemanden, der sagt, ob ich nicht einen an der Klatsche habe, Hausmann zu spielen, ob ich mir die Hosen ausziehen lasse zu Hause, warum ich meine “Karriere” damit aufs Spiel setze. Was denkt ihr? Ich jedenfalls fühle mich nicht als “Held”, nur weil ich in Karenz gehe. Und liebe männliche Karenz-Artgenossen, welche Erfahrungen habt ihr gemacht? Würde mich echt mal interessieren…

Die Uhr tickt…

9. Mai 2008

…unaufhörlich. Jeder Tag bringt mich einen Tag näher in Richtung Väterkarenz. Ein komisches Gefühl. Gerade noch im spannenden, aufregenden PR-Berufsleben unterwegs, soll dies in ein paar Wochen für die kommenden 8 Monate ganz anders aussehen? Wie wird sie werden, die Zeit bei und mit meinem Sohn Kaspar? Komme ich zurecht zwischen Windelkommode und Herd? Werde ich den Job und die Spannung vermissen oder geht sie mir gar nicht ab? Hier auf meinem privaten Blog will ich über meine Erfahrungen und Erlebnisse in der Väterkarenz berichten. Auch wenn noch viele Fragezeichen offen stehen, freue ich mich tierisch auf die Zeit. Ich bin gespannt - und vielleicht ja ihr auch mit mir…