Väterkarenz: Vergesst die Mütter nicht!
30. Juni 2008Der Papamonat kommt in Österreich. Ich trau mich das jetzt einfach mal so zu sagen, den die Pro-Stimmen mehren, mehren, mehren und mehren sich. Auch ich zähle mich zu den großen Verfechtern dieses Modells. Gerade die ersten Tage und Monate sind im neuen Zusammenleben zu dritt Gold wert. Der Papamonat wird als Einstieg und “Schnupperlehrgang” für eine spätere Väterkarenz gesehen. Passt prima, schließlich gibts auch im Job, und nichts anderes ist auch die Kinderbetreuung, Probemonat(e). Doch so sehr ich auch die Väterkarenz propagiere, darf eines bei aller Diskussion um die neue, aktive Verantwortung der Väter bei der Kindererziehung nicht vergessen werden: Die Mütter.
Die Forderung liegt auf dem Tisch: Männer, bringt Euch zu Hause in der Kindererziehung ein, sei es Teilzeit oder Vollzeit wie bei mir. Aber will das die Frau eigentlich? Wie stark will sie sich in die Kindererziehung reinreden lassen? Und vor allem: Schafft sie es ohne weiteres, die über die Schwangerschaft und die ersten Monate aufgebaute emotionale Beziehung zum Kind so einfach “abzubrechen” und wieder arbeiten zu gehen? Aus eigener Erfahrung weiß ich: So richtig einfach ist das alles nicht. Diskussionen und schwermütige Momente sind vorprogrammiert. Jede Familie, jedes Paar sollte schauen, was für sie in der jeweiligen Situation - beruflich wie privat (insbesondere in der eigenen Zweierbeziehung) - das richtige ist. Aber ein großer Schritt ist es schon einmal, wenn in diesen Überlegungen Väterkarenz mitdiskutiert wird.