Getaggte Beiträge ‘Väterkarenz’

1 Monat Väterkarenz - ein Zwischenfazit

1. Juli 2008

Mir kommt es vor als wäre es gestern. Wirklich, 1 Monat Väterkarenz liegt nun mit dem heutigen Tag hinter mir - wie schnell doch die Zeit verfliegt (genau das gleiche habe ich mir, wie ich gerade selbst nachlese, vor Beginn der Väterkarenz auch gedacht). :-) Was ist also von den damaligen Fragen übergeblieben?

Wie wird sie werden, die Zeit bei und mit meinem Sohn Kaspar?
Mit einem Wort: Großartig. Es ist wirklich toll zu sehen und hautnah dabei zu sein, wie Kaspar die Welt entdeckt, Tag für Tag was neues lernt und wie wir  beide zusammen(_)wachsen. Das war ja auch DER Grund, warum ich mich überhaupt zur Väterkarenz entschlossen habe.

Komme ich zurecht zwischen Wickelkommode und Herd?
Ich würde sagen, überraschenderweise gut. Obwohl hier sicherlich noch Defizite zu verzeichnen sind. Zum Glück ist Franzisca noch da und zieht wohl im Hintergrund noch die Fäden. :-) Das alles unter einen Hut zu bringen, ist wirklich nicht einfach. Ich ziehe den Nämlichen vor allen Alleinerziehern.

Werde ich den Job und die Spannung vermissen oder geht sie mir gar nicht ab?
Im Moment habe ich nicht einmal richtig die Zeit, mir darüber Gedanken zu machen. Kaspar hält mich voll auf Trab - und ich denke kaum, dass dies abnehmen wird. Ich würde sagen, warten wir noch mal einen Monat, wenn das derzeit immer noch Spannende mehr zu ‘Alltag’ wird.

Bin gespannt, wie es so weitergeht. Auf Anregung von Marc (danke Dir!!) habe ich nun auch eine Vorher-Nachher-Seite eingerichtet, auf der fotografisch übersichtlich gezeigt wird, was die Väterkarenz aus Kaspar und mir macht. :-)

Väterkarenz: Vergesst die Mütter nicht!

30. Juni 2008

Der Papamonat kommt in Österreich. Ich trau mich das jetzt einfach mal so zu sagen, den die Pro-Stimmen mehren, mehren, mehren und mehren sich. Auch ich zähle mich zu den großen Verfechtern dieses Modells. Gerade die ersten Tage und Monate sind im neuen Zusammenleben zu dritt Gold wert. Der Papamonat wird als Einstieg und “Schnupperlehrgang” für eine spätere Väterkarenz gesehen. Passt prima, schließlich gibts auch im Job, und nichts anderes ist auch die Kinderbetreuung, Probemonat(e). Doch so sehr ich auch die Väterkarenz propagiere, darf eines bei aller Diskussion um die neue, aktive Verantwortung der Väter bei der Kindererziehung nicht vergessen werden: Die Mütter.

Die Forderung liegt auf dem Tisch: Männer, bringt Euch zu Hause in der Kindererziehung ein, sei es Teilzeit oder Vollzeit wie bei mir. Aber will das die Frau eigentlich? Wie stark will sie sich in die Kindererziehung reinreden lassen? Und vor allem: Schafft sie es ohne weiteres, die über die Schwangerschaft und die ersten Monate aufgebaute emotionale Beziehung zum Kind so einfach “abzubrechen” und wieder arbeiten zu gehen? Aus eigener Erfahrung weiß ich: So richtig einfach ist das alles nicht. Diskussionen und schwermütige Momente sind vorprogrammiert. Jede Familie, jedes Paar sollte schauen, was für sie in der jeweiligen Situation - beruflich wie privat (insbesondere in der eigenen Zweierbeziehung) - das richtige ist. Aber ein großer Schritt ist es schon einmal, wenn in diesen Überlegungen Väterkarenz mitdiskutiert wird.

FORMATfüllend

29. Juni 2008

Wieder sind - gemäß Andy Warhols Zitat - 5 Minuten meiner und Kaspars “15 Minuten Ruhm im Leben” rum :-) : Für einen Überblicksartikel zum Thema “Väterkarenz, Papamonat usw.” mit dem Titel “Die Vaterfreuden” wurde ich vom österreichischen Wirtschafts- und Finanzmagazin FORMAT neben anderen Karenzvätern interviewt, Kaspar und ich zudem noch geknipst. Jetzt strahlen wir auf Seite 20 der Menschheit entgegen. Und was mich besonders freut: Mein Blog hat’s ebenfalls in die Geschichte geschafft, gleich im zweiten Absatz:

“Andere gehen die Elternzeit geplanter an: “Heute ist der Tag, an dem mein neuer Lebensabschnitt beginnt”, bloggte PR-Berater Stefan Weder am 1. Juni. Vor knapp vier Wochen hat sich der 31-jährige für dei kommenden acht Monate von Hochegger PR verabschiedet. Der Grund dafür heißt Kaspar und ist siebeneinhalb Monate alt.”

Na, wenn das kein Ansporn ist, weiter zu bloggen…

Kinderbetreuungsgeld: ich kriegs

20. Juni 2008

Mann’o'Mann, diesmal kann’s der Titel meines Blogs gar nicht besser treffen. Letzte Woche habe ich endlich, endlich, endlich meine Bestätigung der Krankenkasse auf dem Tisch, dass alles durch ist und das Kindergeld bewilligt ist. Seit meinem Antrag sind Monate vergangen, ohne dass ich einmal schriftlich Meldung erhalten hätte in Form von “wird bearbeitet, passt alles” etc. Ob es wohl Probleme gab mit dem Thema “ein Mann, der in Karenz geht, wo gibt’s denn sowas”. :-) In Karenz zu gehen, ohne zu wissen, ob das Geld auch kommt, ist kein gutes Gefühl. Gut, es wäre bei uns schon gegangen, aber ich denke nur an weniger finanzstarke Familien, die wirklich auf das Geld angewiesen sind. Was müssen die dann zittern? Zur Ehrenrettung muss jedoch gesagt werden, dass die Damen und Herren am Telefon alle recht freundlich waren bei den Malen, wo wir sie gequält haben. Mündlich gabs das “passt schon” dann schon, aber wie war das noch einmal mit dem Spatz in der Hand…Egal, die letzte gedankliche Hürde ist gefallen.

Werbung für Väterkarenz…

7. Juni 2008

…kann so einfach sein. Über die Umsetzungsqualität kann man ja durchaus geteilter Meinung sein, aber ein guter Ansatz ist’s allemal. Beitrag und Video gefunden im Väter-Blog.

Ein guter Arbeitgeber ist was wert…

5. Juni 2008

Immer wieder habe ich in der Phase zur Entscheidung für die Karenz eine Frage gestellt bekommen: Und was hat Dein Arbeitgeber dazu gesagt, dass du das machst? Die Antwort ist kurz und einfach: OK! In diesen beiden Buchstaben steckt vielmehr, als es auf den ersten Blick vermuten lässt. Dass Hochegger, die PR-Agentur, in der ich bis zur Karenz tätig war (und nach der Karenz auch wieder bin :-) ), dies in vollem Umfang genehmigte, sollte ein Vorbild für viele sein. Im Vorfeld der Karenz habe ich auf verschiedenen Veranstaltungen, u.a. vom abz, einige Geschichten gehört, wo der Arbeitgeber nicht “mitgespielt” hat, wo Steine in den Weg gelegt worden sind, wo strikte NEINs zu hören waren und im schlimmsten Falle sogar Kündigungen ausgesprochen wurden. Ich muss wirklich sagen, ein guter Arbeitgeber mit solch einer Unternehmenskultur ist was wert. Hut ab, Hochegger, und Danke für das Entgegenkommen.

Karenzmodell scheint sich zu bewähren

4. Juni 2008

In Österreich gibt es seit Anfang des Jahres ja ein neues Karenzmodell, das insbesondere Männer zu mehr Mitarbeit in der Kinderziehung bewegen soll. Die ersten Zahlen jedenfalls (Berichte hier und hier) scheinen die Intention zu stützen. Gerade bei der kurzen Karenzvariante, zu der auch ich gehöre, “springen” die Männer auf. Die Gesamtzahl der karenzierten Männer scheint jedoch immer noch gering zu sein. Ich bin übrigens 15+3, wobei die Flexibilität uns und meine 8 Monate Väterkarenz eigentlich zu einem 7+8 macht.

Auf Entzug

3. Juni 2008

Ich bin auf Entzug - auf Zeitentzug, oder besser auf Terminentzug. Die Uhr habe ich schon in die Schublade verbannt, dazu keine beruflichen Termine mehr, keine Deadlines, keine “To-do-Listen”, die gefühlt immer länger als kürzer werden. Es ist zwar erst Tag drei der Väterkarenz (und vielleicht noch ein wenig früh, um ein Gesamturteil abzugeben), aber ich hätte mir nie träumen lassen, dass mich solch Dinge wie lange Spaziergänge mit Kaspar durch Wien ohne bestimmtes Ziel oder längere Fütter- oder Spielaktionen nicht aufregen oder beizeiten langweilen. Hummeln im Hintern, ständig unter Strom und in Gedanken bei den Dingen, die noch zu tun, zu organisieren, zu planen und durchzuführen sind - das ist so eigentlich meine Welt, dachte ich. Dies muss ich jetzt schon revidieren bzw. sagen, dass die “andere”, ruhigere Welt durchaus ihre Reize hat. Aber wie jeder Entzug gibts natürlich auch bei mir Nebenwirkungen: Den täglichen Kontrollblick in meine Emails kann ich mir noch nicht verkneifen…

Väterkarenz-D-Day

1. Juni 2008

Heute ist der Tag, an dem mein neuer Lebensabschnitt beginnt. Mit dem heutigen Tag startet meine Väterkarenz. Ein sonniger, warmer Sonntag - na, abergläubische Menschen könnten jetzt fast sagen, dass das sicher ein Zeichen ist. War auf jeden Fall schon ein schräges Gefühl am letzten Arbeitstag. Ich habe mich ja immer dagegen verwehrt, dies als Abschied zu sehen. Schließlich komme ich ja wieder. In meinen letzten Mails an meine KollegInnen und Weggefährten bis hierher habe ich daher - PR-technisch ausgedrückt - von „vorübergehender Verschiebung des eigenen Humankapitals auf fokussierte Zielgruppenaktivitäten in der Nachwuchsförderung” gesprochen… :-) Der leere Schreibtisch, die letzte “offizielle” Kaffeerunde, die geschüttelten Hände und Umarmungen bis zuletzt die Tür hinter mir ins Schloss fiel - das war dann aber doch sehr emotional. Alles in allem ein Ciao mit einem lachenden Auge - und einem weinenden.

Nur noch 2 Tage…

29. Mai 2008

Wie die Zeit verfliegt. Mir kommt es vor, als ob ich mich gestern erst entschieden hätte, in Väterkarenz zu gehen. Und nun stehen nur noch 2 Arbeitstage an. Zeit, die letzten Projekte abzuschließen, Zeit, alles wichtige an meine Kolleginnen und Kollegen zu übergeben, Zeit, ciao zu sagen für die kommenden 8 Monate. Ist schon ein komisches Gefühl. Grade noch mittendrin statt nur dabei und bald jobtechnisch noch dabei, aber nicht mehr mittendrin? Im Moment ist es ein weinendes und ein lachendes Auge, mit dem ich um mich blicke - wahrscheinlich, weil es trotz aller Tipps und Hilfestellungen doch eine wahnsinnig spannende Zeit und eine große Herausforderung für mich werden wird. Doch wie sagt der deutsche Fussballkaiser Franz Beckenbauer so treffend: Schau mer mal…