Archive for Juni 2008

Väterkarenz: Vergesst die Mütter nicht!

30. Juni 2008

Der Papamonat kommt in Österreich. Ich trau mich das jetzt einfach mal so zu sagen, den die Pro-Stimmen mehren, mehren, mehren und mehren sich. Auch ich zähle mich zu den großen Verfechtern dieses Modells. Gerade die ersten Tage und Monate sind im neuen Zusammenleben zu dritt Gold wert. Der Papamonat wird als Einstieg und „Schnupperlehrgang“ für eine spätere Väterkarenz gesehen. Passt prima, schließlich gibts auch im Job, und nichts anderes ist auch die Kinderbetreuung, Probemonat(e). Doch so sehr ich auch die Väterkarenz propagiere, darf eines bei aller Diskussion um die neue, aktive Verantwortung der Väter bei der Kindererziehung nicht vergessen werden: Die Mütter.

Die Forderung liegt auf dem Tisch: Männer, bringt Euch zu Hause in der Kindererziehung ein, sei es Teilzeit oder Vollzeit wie bei mir. Aber will das die Frau eigentlich? Wie stark will sie sich in die Kindererziehung reinreden lassen? Und vor allem: Schafft sie es ohne weiteres, die über die Schwangerschaft und die ersten Monate aufgebaute emotionale Beziehung zum Kind so einfach „abzubrechen“ und wieder arbeiten zu gehen? Aus eigener Erfahrung weiß ich: So richtig einfach ist das alles nicht. Diskussionen und schwermütige Momente sind vorprogrammiert. Jede Familie, jedes Paar sollte schauen, was für sie in der jeweiligen Situation – beruflich wie privat (insbesondere in der eigenen Zweierbeziehung) – das richtige ist. Aber ein großer Schritt ist es schon einmal, wenn in diesen Überlegungen Väterkarenz mitdiskutiert wird.

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Fanzoning-Test (7) – Hanappi-Stadion

30. Juni 2008

Fanzoning HanappiMuchas felicidades, liebe Spanier! Auch wenn mein Herz noch ein wenig blutet, Ihr habt verdient gewonnen. Die EURO 2008 ist damit vorbei, beim Finale war natürlich noch einmal Public Viewing angesagt. Das Hanappi-Stadion, das extra geöffnet wurde, ist es geworden. Wir waren auf dem „heiligen Rasen“ des SK Rapid.

Stimmung:
Finalgerecht gemütlich. Wirklich sehr entspannt auf dem Rasen (was auch bedeutet, dass nicht soooo viele da waren). Die Spanier waren in der Überzahl (auch dank der Spanier mit fließendem Wiener Akzent…) 🙂 Wenig Schlachtgesänge, dafür wurde die „Rapid-Viertelstunde“ eingeklatscht. 🙂 – 3 Kasparpunkte von 5

Leinwand, Technik & Co.:
Leinwandgröße voll in Ordnung, leider lief das Bild oftmals nicht ruckelfrei. Ton im Stadion bestens. Die Stewards am Eingang waren übergenau (wahrscheinlich brauchten sie Beschäftigung), jedoch gelassen und nicht aufdränglich. Bier & Co. gut zugänglich, wobei ich mich frage, ob das nicht zu Chaos geführt hätte, wenn wirklich 20.000 Fans angerauscht wären (rund 3.000 sollens gewesen sein). – 3,5 Kasparpunkte von 5

Kinderfreundlichkeit:
Absolut empfehlenswert. Krabbeln auf der Decke und viel Platz zum Spielen. Der Ton war zwar gut aufgedreht, Kaspar hat aber dennoch gut schlafen können. Zum Glück für Kaspar aber zum Pech für die Deutschen fiel in der zweiten Hälfte kein Tor mehr, so dass es keine Notwendigkeit für Jubelstürme gab. – 5 Kasparpunkte von 5

Qualität und Preise:
Bei den Preisen habe ich beim Public Viewing schon einmal deutlich mehr ausgegeben, billig ist aber dennoch was anderes. Das Angebot war zwar überschaubar, dafür mit einer Döner-Bude durchaus mit einem abwechslungsreichen Highlight. – 4 Kasparpunkte von 5

FAZIT: Cooles Familien-Picknick-Gefühl mit Fussball-Flair!

15,5 Kasparpunkte von 20, 3,875 Kasparpunkte im Schnitt

FORMATfüllend

29. Juni 2008

Wieder sind – gemäß Andy Warhols Zitat – 5 Minuten meiner und Kaspars „15 Minuten Ruhm im Leben“ rum 🙂 : Für einen Überblicksartikel zum Thema „Väterkarenz, Papamonat usw.“ mit dem Titel „Die Vaterfreuden“ wurde ich vom österreichischen Wirtschafts- und Finanzmagazin FORMAT neben anderen Karenzvätern interviewt, Kaspar und ich zudem noch geknipst. Jetzt strahlen wir auf Seite 20 der Menschheit entgegen. Und was mich besonders freut: Mein Blog hat’s ebenfalls in die Geschichte geschafft, gleich im zweiten Absatz:

„Andere gehen die Elternzeit geplanter an: „Heute ist der Tag, an dem mein neuer Lebensabschnitt beginnt“, bloggte PR-Berater Stefan Weder am 1. Juni. Vor knapp vier Wochen hat sich der 31-jährige für dei kommenden acht Monate von Hochegger PR verabschiedet. Der Grund dafür heißt Kaspar und ist siebeneinhalb Monate alt.“

Na, wenn das kein Ansporn ist, weiter zu bloggen…

Fanzoning-Test (6) – MMKK Klagenfurt

29. Juni 2008

Fanzoning MMKK KlagenfurtKurz vor dem heutigen Finale (die Spannung steigt) muss ich den Fanzoning-Test mal auf den aktuellen Stand bringen. Die Halbfinals der EURO 2008 standen an und wir waren in Klagenfurt. Eh klar, dass da das Public Viewing weitergehen musste. Um die Fanzone am Neuen Markt und um den Lindwurm haben wir einen Bogen gemacht. Zu laut, dachten wir. Sah zwar gut gefüllt aus, aber das lag wohl daran, dass mit Biertischen aufgefüllt wurde. In Wien würde man da nicht weit kommen… Unser Weg jedenfalls führte ins Museum Moderner Kunst Kärnten, wo wir im Innenhof mit FreundInnen und ArbeitskollegInnen von Franzisca mit Erfolg für die Deutschen gegen die Türkei mitgefiebert haben.

Stimmung:
Das Ambiente im Innenhof war herrlich, leider blieben viele Tische leer (was auch an den übrigen Spieltagen der Fall gewesen sein dürfte, laut „Insiderwissen“). Daher auch wenig bis kaum Schlachtgesänge. Der überwiegende Fananteil war deutsch, was ein wenig Punkte wett macht. 🙂  – 3 Kasparpunkte von 5

Leinwand, Technik & Co.:
Die Leinwand versprach mehr, doch in der Mitte des Bildes war ein Streifen, auf dem alles verschwommen dargestellt war. Das trübt das „Bild“. Ton und der Zugang zu Getränken und Toiletten war aufgrund des eher geringen Andrangs prima. Und für die Ausfälle des ORF-Bildes kann ja der Veranstalter nichts (wie lautet der Slogan des ORF: Am liebsten live. Da haben sie wohl recht, nämlich im Stadion!!) – 3 Kasparpunkte von 5

Kinderfreundlichkeit:
Bei einem so bedeutenden Spiel war Kaspar natürlich dabei, unterhielt in der ersten Halbzeit eine gesamte Bankreihe (das Spiel lies es ja auch zu). Als er dann müde wurde, war es mit dem Einschlafen kein Problem, auch wenn er es sich etwas abseits gemütlich gemacht hat. Spannung, Spiel, Spass, da hat für ein Public Viewing wirklich alles gepasst – 5 Kasparpunkte von 5

Qualität und Preise:
Bierpreise schön hoch, dafür frisch, lukullische Köstlichkeiten habe ich diesmal nicht getestet. – 3 Kasparpunkte von 5

FAZIT: Für ein Public Viewing durchaus kindertauglich, allerdings auf Kosten der Stimmung!

14 Kasparpunkte von 20, 3,5 Kasparpunkte im Schnitt

Fanzoning-Test (5) – bei GuLy

28. Juni 2008

Fanzoning bei GuLyDie Deutschland-Party zur EURO 2008 will einfach nicht aufhören. Mal sehen, ob’s morgen auch noch was zu feiern gibt und der schwarz-rot-goldene Autokorso über den Ring (bzw. was von ihm dank der Fanzone übrig ist) rollt. Auf jeden Fall gab’s das Viertelfinale im Wohnzimmer von Lydia und Gunnar, von uns liebevoll kurz GuLy genannt. Ich weiß, ich hinke mit den Tests hinterher, sorry dafür.

Stimmung:
Fußballstimmung par excellence: Bis auf die wenigen Fans der Portugiesen (noch traurige Österreicher, gell Robert 🙂 ) war alles in deutsche Farben gehüllt, Wohnzimmer gut gefüllt, lauter „Ersatz-Jogis“ mit übermegaschlauen Fussballsprüchen, sowie Fangesänge (danke für das Verständnis, liebe Nachbarn). Und natürlich der Fanmarsch durch die Thaliastraße nach dem Spiel nicht zu vergessen. Dafür ganz klar die Höchstwertung – 5 Kasparpunkte von 5

Leinwand, Technik & Co.:
Ton und Bild – was soll man da kritisieren bei einem neuen Flatscreen-TV, der extra zur EURO Einzug ins Guly-Wohnzimmer gehalten hat. Toiletten und Infrastruktur top, allein mein Klingeln wurde aufgrund der schon vor dem Spiel herrschenden Stimmung überhört. Und zum Bier holen musste man tatsächlich in die Küche (wo gibt’s denn sowas… 🙂 ), wodurch ich doch tatsächlich ein Tor verpasst habe (war wahrscheinlich einfach nur zu langsam….. 🙂 ) – 4 Kasparpunkte von 5

Kinderfreundlichkeit:
Kaspar war aufgrund der späten Anstosszeit nicht dabei, gefallen hätts ihm sicher. Allerdings fürchte ich fast, dass es zum Schlafen zu laut gewesen wäre. – 4 Kasparpunkte von 5

Qualität und Preise:
Prima, prima, prima, Nudelsalat mundete sehr. – 5 Kasparpunkte von 5

FAZIT: Top-Wohnzimmer-Stimmung!

18 Kasparpunkte von 20, 4,5 Kasparpunkte im Schnitt

Langsam wochs ma z’samm…

28. Juni 2008

Was Wolfgang Ambros schon in seinem Hit besang, wurde bei Kaspar und mir vergangene Woche ebenfalls Realität: Wir kriegen einen täglichen Rhythmus, wir gewöhnen uns immer mehr aneinander. Mittlerweile bin ich soweit, die verschiedenen Ähs und Bähs für Hunger, Müdigkeit oder voller Hose auch von einander unterscheiden zu können. Wenn man als Baby halt noch keine ganzen Sätze rausbringt und nicht sagen kann, was man gerne hätte, dann ists halt nicht so einfach, verstanden zu werden. Im Zweifelsfall greift halt wieder die gute alte Szenariotechnik: Wenn Äh, dann Löffel mit Brei oder anderer Leckereien. Wenn Mund auf, füttern und aus, wenn immer noch Äh, Windelgeruchstest. Wenn strenger Geruch, wechseln und aus, wenn nicht, schaukeln und wiegen. Und wenn dann immer noch Äh, dann schnellstmöglich zur Mama… 🙂

In diesem Sinne, danke, Hr. Ambros:

„Manchmal treib’n ma’s furchtbar wild, doch meistens ganz normal und manchmal san ma direkt fromm. Manchmal san ma unausstehlich, und langsam woch’s ma z’samm.“

Vollbeschäftigung

25. Juni 2008

Jedem, der Väterkarenz als ‚Urlaub‘ betitelt, sei gesagt: Ein krasses Fehlurteil. Auch ich habe mir für diese Zeit einiges vorgenommen. Zu viel bin ich noch nicht wirklich gekommen. Auch das Blog darbt leider die letzten Tage. Kaspar nimmt mich in Beschlag und das ich auch gut so. Ganz bald gibt’s hier aber wieder mehr …  

Kinderbetreuungsgeld: ich kriegs

20. Juni 2008

Mann’o’Mann, diesmal kann’s der Titel meines Blogs gar nicht besser treffen. Letzte Woche habe ich endlich, endlich, endlich meine Bestätigung der Krankenkasse auf dem Tisch, dass alles durch ist und das Kindergeld bewilligt ist. Seit meinem Antrag sind Monate vergangen, ohne dass ich einmal schriftlich Meldung erhalten hätte in Form von „wird bearbeitet, passt alles“ etc. Ob es wohl Probleme gab mit dem Thema „ein Mann, der in Karenz geht, wo gibt’s denn sowas“. 🙂 In Karenz zu gehen, ohne zu wissen, ob das Geld auch kommt, ist kein gutes Gefühl. Gut, es wäre bei uns schon gegangen, aber ich denke nur an weniger finanzstarke Familien, die wirklich auf das Geld angewiesen sind. Was müssen die dann zittern? Zur Ehrenrettung muss jedoch gesagt werden, dass die Damen und Herren am Telefon alle recht freundlich waren bei den Malen, wo wir sie gequält haben. Mündlich gabs das „passt schon“ dann schon, aber wie war das noch einmal mit dem Spatz in der Hand…Egal, die letzte gedankliche Hürde ist gefallen.

Hat gar nicht weh getan…

20. Juni 2008

An meinen eigenen, letzten Besuch beim Kinderarzt kann ich mich nicht mehr erinnern. Ich kann mich generell schwer an solche Besuche erinnern, wahrscheinlich war ich einfach immer „bumperlgsund“. Letzte Woche wars dann aber wieder soweit: Ein Kinderarztbesuch stand an. Routineuntersuchung für Kaspar, Aufregung und Spannung für mich. Da es zeitlich wie so oft schon eng war, fiel das „Briefing“ durch Franzisca eher spärlich aus. Irgendwas von ganz ausziehen und Impfung war die Rede. Was mich dort wohl erwartet? Wem es wohl mehr weh tut – Kaspar oder mir?

Zu allererst – überraschenderweise – eine Schwelle, die mit dem Kinderwagen erklommen werden musste. Kein Problem, schon 1000 Mal gemacht. Nur die Tür war zu schmal, also absetzen, zweiten Flügel auf und Kinderwagen durch. Danach wartete ein „Kinderwagenparkplatz“ auf Kaspar und mich. Nettes Detail, hätte nur noch der Einparker gefehlt, der mir den Wagen abnimmt und mir eine Nummer in die Hand drückt.

Drinnen angekommen eine entspanntere Stimmung als vermutet. Ich war zwar der einzige Vater (Heiko, Hamburger auf Wien-Stippvisite, hat mich freundlicherweise als seelischer Beistand begleitet, ist aber noch kein Vater, soweit ich weiß 🙂 ), gefremdelt habe ich aber nicht, glaube ich. Nächste Überraschung: Keine Mütter, die sich über Kinderdetails austauschen, und vor allem keine Magazine. Cleverer Schachzug: Wahrscheinlich ist man eh schon voller Sorge, was der Nachwuchs so hat, da braucht man nicht noch Magazine, die einem erzählen, was es alles sein könnte. Und für Modetipps oder die neuesten Automodelle hat man in diesem Moment wohl auch keinen Kopf.

Der Schweiß lief mir dann doch ein wenig über den Rücken, als wir an der Reihe waren. Vorbereiten und ausziehen sollte ich Kaspar. Ausziehen, da war doch was!! Also, runter mit der Büx. Dass dabei aber „vorbereiten“ im Vordergrund stand, hat mir keiner gesagt. Gut, dann Windel noch mal ran und ab zu den Fakten: 9,6 kg, 71 cm, Kaspar wohlgemerkt. Dann wieder warten. Bei der Kinderärztin drin freundliche Atmosphäre. Auf die ganzen Fragen zu Kaspars Gewohnheiten war ich jedoch nicht vorbereitet. Die Antworten schienen dennoch zu gefallen. Zuhörtest (meine Antworten), Hörtest (Kaspars Reaktion auf Rassel und Co.) und Abhörtest (durch die Ärztin) bestanden. Der Höhepunkt: das Impfen. Ich durfte Kaspar mit einem tollen Spielzeug ablenken, dann der Pieks in den Oberschenkel, ein kurzer Aufschrei, der sofort wieder vorüber war, als der Löwe aus seinem Versteck sprang (oder wars das Schaf, oder der Bär). Na bitte, das nächste Kapitel „Erfahrung“ doch gar nicht so schlecht über die Bühne gebracht. Beim nächsten Mal wirds noch weniger weh tun…

Wien wird nie Cordoba sein…

19. Juni 2008

Hurra, hurra, Deutschland hat 1:0 gewonnen. Ich fürchte nur, dass wir uns nun die nächsten 30 Jahre immer noch mit Cordoba beschäftigen müssen. 🙂 OK, heute steht das Spiel gegen Portugal an, deshalb lehne ich mich lieber nicht zu weit aus dem Fenster. Aber ein wenig „ins Fäustchen lachen“ muss sein. 🙂 Daher nicht viele Worte sondern einfach Kaspars verschmitzter Jubel-Kommentar zum Deutschland-Sieg…

Kaspar lacht sich ins Fäustchen