Archive for Oktober 2008

A bisserl deppert

31. Oktober 2008

Kaspar braucht Aufmerksamkeit. Insbesondere wenn er müde wird. Dann sind die Schritte tapsiger, die Handgriffe ungelenker, die Bewegungen unüberlegter. Für mich heißt das dabei nicht nur ganz genau auf den Fersen zu bleiben, sondern ihm auch viel Zuneigung zu schenken.

Bekommt er die nicht, greift er neuerdings auf drastische und ehrlich gesagt ein wenig depperte Methoden zurück: Er schlägt seinen Kopf gegen das nächste Ding, das greifbar ist, der Boden, die Wand, die Tür. Nicht mit voller Wucht, sondern nur so stark, dass er den Widerstand gerade einmal spürt. Obwohl dabei wohl eher Haare geknickt werden als dass die Gefahr auf eine Platzwunde besteht, ist das für Kaspar Grund genug, die Unterlippe nach unten fallen zu lassen und Tränchen zu verdrücken. Geknuddelt zu werden – das Ziel hätte er auch leichter erreichen können. Aber diese Experimente gehören wohl auch zum Großwerden.

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Versichern, anlegen, sparen, ausgeben?

31. Oktober 2008

Heute ist Weltspartag – und wieder mal Zeit, sich Gedanken zu machen, was man als treusorgender Vater mit seinen übrigen Euronen anfangen soll (wenn mit dem Karenzgeld nach Windeln, Hipp & Co. noch was auf dem Konto ist). Zumindest geht es aktueller kaum, denn die Finanzkrise beutelt die Aktienmärkte auch ganz schön. Was also machen? Im Moment bin ich ein wenig auf dem Standpunkt „Geld ausgeben“, langfristig ist das aber wohl insbesondere für Kaspar nicht so sinnvoll.

Wie haltet Ihr das? Welche Versicherungen sind für einen Papa Pflicht? Welche habt ihr und was würdet ihr empfehlen? Sollte ich mein Geld weiter munter für schöne, angenehme Dinge ausgeben, besser unters Kopfkissen stecken oder investieren in Aktien, Fonds, Festgeldanlagen, Gold, Öl, Bausparer…?

2050: Wo sind wir?

29. Oktober 2008

Wir pendeln ja derzeit zwischen zwei Orten. Wo wir im Jahr 2050 sein werden, weiß nur der liebe Gott. Aber auf jeden Fall wären wir voll Statistik-relevant, wie eine neue Studie zeigt: Entweder wir sind im 40 Prozent Zuwanderungsanteil (Wien) oder wir helfen dem geburtsschwachen Kärnten, die negativen Zahlen zu kompensieren (Klagenfurt). 🙂

Wann ist Winterzeit?

29. Oktober 2008

Woran merkt man, dass auf Winterzeit umgestellt worden ist? Alle anderen jubeln, wenn es im Winter schon hell ist, wenn sie aufstehen. Bei uns jedoch ist es immer noch dunkel, wenn wir aufstehen. Naja, besser aufstehen müssen, denn Kaspar hat das scheinbar niemand gesagt, dass die Uhren um eine Stunde zurückgedreht wurden.

Jedenfalls tut er sich immens schwer, die eine läppische Stunde auf die Reihe zu bekommen. Und dabei müsste er doch nach der USA-Reise eigentlich hinlänglich Erfahrung mit Jetlag und Zeitumstellungen haben. Naja, Franzisca, ich und unser Schlaf hoffen mal schwer, dass die nächsten Tage erst bei Tagesanbruch beginnen. Das wäre ja schon einmal was…

PS, bitte!

28. Oktober 2008

Kaspar’s Drang zu allem, was vor PS nur so strotzt, geht munter weiter. Es gibt aber auch wirklich in seinem Alltag viele Berührungspunkte: Unterwegs auf der Straße, im Einkaufszentrum in Form von Carrera-Bahnen, bei der Kinderbetreuung in Form von Bobby Car und Matchbox – und neuerdings auch im Fernsehen: Formel-1-Rennen haben es ihm angetan. Dann wird wieder auf Grunzlaute gestellt, und ich werde mit einem breiten Grinsen angelächelt.

Um dieser motorisierten PS-Abhängigkeit ein wenig entgegen zu wirken, haben wir am vorletzten Wochenende in Klagenfurt die Pferdemesse besucht. Selbst hätten mich wohl keine dieser zehn Viecher auf die gleichnamige Messe gebracht, aber was macht man nicht alles für Kaspar. 🙂

Von Weitem waren die Pferde für ihn durchaus auch Auslöser für Begeisterungsstürme. Selbst aber auf dem Rücken eines dann doch von nah betrachtet nicht so wirklich kleinen Tieres, das sich dazu noch irgendwie komisch bewegt – das alles war dem Kleinen dann aber doch nicht so geheuer. Und da machte es kaum einen Unterschied, dass das Pferd in Wahrheit nur ein Pony war. Wichtig aber bei allen mulmigen Gefühlen: Nur nichts von der Angst anmerken lassen und, ganz klar, als USA-Fashion-Victims, Coolness bewahren und stylisch rüberkommen. Zumindest das dürfte Kaspar mit seinen Boots gelungen sein. 🙂

Ob viel PS...

Ob viele PS...

...oder nur eines...

...oder nur eine...

...Hauptsache cool!

...Hauptsache cool!

Die neue Sammelleidenschaft

27. Oktober 2008

Beschwert über die inflationäre Kundenkarten-Nutzung habe ich mich ja schon einmal. Hätte ich mal den Mund nicht so weit aufgemacht, denn jetzt hat es mich erwischt, ich wurde sozusagen weichgekocht. Oder anders gesagt, von nun an drehe ich den Spieß um: Überall, wo ich beim Shoppen nach Kundenkarten gefragt werde, bestelle ich auch eine.

Von nun an bin ich derjenige, der die anderen nervt, da er an der Kassa erst einmal Stunden nach der richtigen Karte stöbert. Von nun an entgehen mir keine Prozente und Schnäppchen mehr. Von nun an schleppe ich mich schwer am Gewicht der Karten und mache mich selbst zum gläsernen Kunden. Denn wer weiß schon, was die werten Geschäfte nicht so alles über meine Shoppinggewohnheiten, Ausgaben usw. in ihren Servern speichern. Aber sei’s drum, ich habe mir wieder eine neue Leidenschaft aufgerissen. Ich bin auf der Jagd, auf der Jagd nach Kundenkarten.

Ein Nein ist ein Nein – immer öfter

26. Oktober 2008

Nein zu sagen, wenn Dich zwei kleine Kinderaugen anschauen, ist schwierig. Doch auch das gehört im Leben dazu. Es gibt Dinge, die darf man einfach nicht. Ob nachvollziehbar oder nicht ist in diesem Falle egal und wird auch nicht diskutiert. Ich bin hier schließlich der Erziehungsberechtigte. 🙂

Zugegeben, für Kaspar muss das oftmals schwer zu verstehen sein. Jetzt stehen da beispielsweise mitten im Wohnzimmer CD-Regale, gefüllt mit den schönsten Kunststoff-Boxen, die man sich als Baby vorstellen kann. Wie schön wäre jetzt das Ausräumen. Doch immer, wenn Kaspar anfangs die Hand ausstreckte, tönte durch den Raum ein lautes „Nein“. Von mir natürlich, dem bösen Erziehungsberechtigten. Und dann traf mich das fragende Augenpaar.

Bin ich anfangs noch schwach geworden, halte ich das Nein nun durch. Und mittlerweile wurde das laute „Nein“ von einem kurzen, leisen, langgezogenen „Nein“ abgelöst. Denn Kaspar checkt’s. Hat ein wenig gedauert, aber wie heißt’s so schön: Steter Tropfen höhlt den Stein. Mittlerweile ist das „CD-Spiel“ für uns zur Alltagsroutine geworden. Die Regeln: Kaspar streckt die Hand Richtung CD-Regal, dreht gleichzeitig den Kopf zum mir um, wir grinsen uns an, das kurze „Nein“ ertönt und die Hand wird wieder zurückgezogen. Das machen wir so vier, fünf Male, dann ist’s fad – und weiter geht’s zum nächsten, erlaubten Spielzeug, dort, wo spielen mit dem Papa wirklich noch Spaß macht. Und dann bin ich vielleicht doch wieder der „liebe Erziehungsberechtigte“.

Nationalfeiertag: History reloaded

26. Oktober 2008
Hubschrauber...

Nationalfeiertag in Österreich: Hubschrauber...

Heute ist in Österreich Nationalfeiertag. Die rot-weiß-rote Nation feiert sich und ihre Neutralität. In Wien ist das alles in allem eine Leistungsschau des Staates, insbesondere des Bundesheeres. Für Kaspar war das ein Vergnügen, gab es doch etliche Hubschrauber, große Lastwagen und Pferde zu sehen.

Für Franzisca und mich war und ist der österreichische Nationalfeiertag immer ein wenig wie „History reloaded“: Als unsere Beziehung noch jung war, gehörte ein kleiner Kurz-Trip nach Wien zur Liebesromantik. Touristisch angehaucht natürlich, noch ohne jede Ahnung, dass uns der Lebensweg einmal hierher verschlagen könnte. Und zufällig waren wir am Nationalfeiertag da, damals noch unter offizieller Ägide des werten Hr. Klima, dem wir sogar persönlich die Hand schütteln durften. Es gibt halt doch immer wieder ein Wiedersehen, im Kuhdorf genannt Welt…

...und Pferde.

...und Pferde.

Immer wieder ein neuer Anfang

22. Oktober 2008
Spaziergang in Klagenfurt

Spaziergang in Klagenfurt

Es ist ruhig geworden, ruhig um uns, ruhig daher auch hier auf dem Blog. Der Grund: Ein neuer Anfang. Klagenfurt heißt unsere neue Homebase – und nach der ganzen Raserei und dem ständigen Hin und Her in den USA wollten wir uns die Zeit nehmen, uns in Ruhe einzugewöhnen. Naja, und der Fakt, kein Internet zu haben, hat das Übrige dazu beigetragen… Auf jeden Fall kann ich sagen: Wir haben den Alltag tatsächlich gefunden. Oder zumindest so etwas wie eine Regelmäßigkeit.

Geholfen hat dabei auch die Flexible Kinderbetreuung an der Uni Klagenfurt. Eine tolle Einrichtung, in der Kinder für ein paar Stunden betreut werden, wenn Mama oder Papa Uni haben. Wir wollten das zuerst nur einmal ausprobieren. Kaspar aber liebt das Spielen mit den anderen Kindern, mit den Autos, im Bällebecken. Sobald er vom Arm gelassen wird, ist er weg. Wer waren noch einmal Mama und Papa, wenn es Spielzeug gibt? Umso schöner ist es für mich, ihn wieder abzuholen, wenn er mich erkennt und voller Begeisterung auf mich zukrabbelt und herzt. Daher darf er jetzt fast jeden Tag am Vormittag hin. Am Nachmittag heißt’s dann spielen zu Hause, Shoppen oder einfach im Park ein wenig Enten kucken oder Gehen üben. Er zieht schon ganz schön. Lang kann es wohl nicht mehr dauern…

Die Lizenz zum Gehen

2. Oktober 2008

Nach dem erfolgreichen Teil 1 „Die Lizenz zum Krabbeln“ nun der zweite Streich…