Archive for Januar 2009

8 Monate Väterkarenz (Ende) – Spannung und Vorfreude

30. Januar 2009

Tatsächlich, es ist vorbei. Meine Zeit zu Hause mit Kaspar endet. Acht Monate sind rum. Kurz zusammengefasst: Der Jänner war geprägt von einer Mischung aus Vorfreude auf den Job und Spannung, was wohl die Monate danach bringen werden.

Kaspar schlägt sich weiterhin bravorös. Immer mehr Tiere werden perfekt immitiert, die ersten Wortfetzen sind in Arbeit, und egal, was wir auch tun und wie turbulent es auch manchmal zugeht, das Lachen gehört zu seinen Spezialdisziplinen.

starschnitt

Die letzten Tage haben wir zu zweit noch einmal männertechnisch ausgekostet und eine ganz intensive Zeit ohne Franzisca erlebt. Für ein Fazit lasse ich aber erst mal ein paar Tage im Job verstreichen. Dazu war die Karenzzeit zu facettenreich, vielschichtig sowie lehr- und erfahrungsreich. Wir beide, Kaspar und ich, sind enorm gewachsen – jeder auf seine Weise. Wie wir zur Zeit der Welt entgegenlächeln, gibt es natürlich wieder auf den Vorher/Nachher-Seiten.

Zum Nachlesen aber noch einmal die Väterkarenz-Monate in Etappen:

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„Papa“

28. Januar 2009

Ich gehöre ja eher zur anspruchsvollen Sorte Mensch. „Halbschaurig“ gibt es bei mir eher nicht, „wenn schon dann gscheit“ triffts eher. Dementsprechend hoch habe ich Kaspar die Latte auch gelegt, als es darum ging, das Wörtchen „Papa“ fokussiert und zielgerichtet zu artikulieren. Es gab schon einige Ansätze, für mich jedoch war das zu wenig.

Rückblick: Zwei Dinge wollte ich in meiner Karenzzeit erleben: Dass Kaspar läuft und dass er „Papa“ sagt. Teil 1 war schon früh erfüllt, und wie wenn Kaspar es jetzt erahnt hätte, dass ich bald wieder zu arbeiten anfange und es daher Zeit wird, kam heute auch Teil 2 dran. Ok, zugegeben, ich habe das gerade in den letzten Tagen ein wenig forciert. Aber jetzt ist es raus und da. Die Frage „Wer bin ich?“ wird nun des Öfteren mit einem lauten „Papa“ beantwortet. Da sag noch einer, Eltern würden ihre Kinder unter zu hohen eigenen Erwartungsdruck stellen… 🙂

Pickelchen einfach wegrasiert

28. Januar 2009

Schön waren sie nicht, die roten Pickelchen, die sich immer wieder auf Kaspar’s Gesicht und Hals plazierten, verschwanden und immer wieder kamen. Was haben wir gegrübelt über zu viel Schnuller, über neue Zähne, über allergische Reaktionen auf bestimmte Lebensmittel, sogar auf Windpocken haben wir Gedanken verschwendet. Doch jetzt sind die roten Biester so gut wie weg – und es ging ganz schnell und einfach. Die Lösung: Ich habe mich rasiert.

Wenn Kaspar und ich toben, kann es schon einmal etwas wilder zugehen. Da wird auf wenig Rücksicht genommen. Am Schönsten: das Kitzeln mit vollem Körpereinsatz. Tja, und als notorischer Karenz-Dreitagebartträger denkt man einfach nicht daran, dass das, was man im Gesicht trägt, beim Gegenüber Hautirritationen hervorbringt (wie die Werbung häßliche Pickel schön umschreibt). Die einzige mögliche Konsequenz: Bart ab. Denn das Toben mit Kaspar lass ich mir sicher nicht entgehen…

Kaspars Testflugwoche

27. Januar 2009

Diese Woche ist Kaspars Testflug: Es heißt eingewöhnen in der Kinderkrippe (die im Moment ein wenig als KinderGrippe bezeichnet werden kann, da einige Betreuerinnen angeschlagen sind). Bislang schlägt er sich ganz tapfer, ganz, wie wir ihn noch von den Klagenfurter Kinderbetreuungstagen her kannten. Die Frage frühmorgens „Kaspar, wollen wir in den Kindergarten gehen?“ wird mit einem lauten „JA!“ mit weit aufgerissenem Mund bekräftigt.

Ein kleiner Unterschied jedoch wird in den ersten Testtagen schon deutlich: Der Drang zu mir wurde im Vergleich zu noch vor rund zwei Monaten größer. So „einfach verschwinden und passt scho“ ist nicht mehr. Umso wichtiger ist das Eingewöhnen. Zudem der Unterschied für uns: Diesmal muss sich Kaspar in der Krippe wohlfühlen. Aber ich bin mir sicher, dass er das „Flugzeug schon sicher runter bringen wird“. Und dann kann wieder so gemütlich zu Hause gelesen werden wie eh und je.

lesen

Stefan Bocuse

26. Januar 2009

Es hat ein wenig gedauert. Jetzt aber, zum Ende meiner Karenz, habe ich doch tatsächlich das Kochen für mich entdeckt (böse Stimmen behaupten, dass es sich dabei um die Entdeckung der gesamten Küche handelt 🙂 ). Seit rund zwei Wochen steht Tag für Tag das Abendessen unter meiner Ägide.

Gut, die von mir bereiteten Speisen sind sicher noch keine kulinarischen Extravaganzen und Zuckerstückerl wie beim echten Paul, aber Übung macht den Meister. Und sogar Kaspar, der sonst ein wenig den Kostverächter spielt, wenn es darum geht, bei uns mitzuessen, hat zugelangt.

Die Wikinger-Locke

25. Januar 2009

Ich weiß, Kaspar ist kein Wikinger, aber ich wußte doch, dass mir die Locke irgendwoher bekannt vorkam, oder nicht? Und musikalisch ist der Kleine sowieso…

tv-nostalgie.de)

Kaspar als Ulme mit Bart und Helm... (Foto: tv-nostalgie.de)

Kaspar ohne Helm und Bart...

...und Original ohne.

Was ich tun wollte…

23. Januar 2009

Die Vorsätze waren großartig für die Karenz, was wollte ich nicht alles machen: Einen Blog betreiben (geschafft!!), viele Freunde und Kollegen abseits des Business treffen, richtig altmodisch Fotos in Alben kleben, ein Buch schreiben undundund. Richtig viel habe ich nicht realisiert, auf der privaten To-do-Liste sind noch einige Punkte, die ich wohl weiter mit mir rumschleppen werden.

Die Zeit, die neben der Kindererziehung bleibt, habe ich völlig falsch eingeschätzt. Ich musste mir wahrlich meine eigenen „Termine“ bzw. Zeiten freischaufeln, teils mit Unterstützung durch Franzisca, teils durch Kaspar selbst, wenn er beispielsweise doch einen längeren Schlaf eingelegt hat als erwartet. Aber ich hab ja noch eine Woche… 🙂

Väter aller Länder, motorisiert Euch?

22. Januar 2009

Wird 2009 wie 2008? Sicher nicht, aber zumindest eine Konstante ist sicher schon jetzt zu bestätigen: Das Reisen. Die Kilometer werden wieder purzeln – und damit unser Abenteuerdrang nicht einreißt, stand am vergangenen Wochenende gleich die erste Deutschlandtour an.

Den Zug haben wir diesmal Zug sein lassen und uns ein Mietauto genommen. Bestellt hatten wir einen Golf, bekommen haben wir mit dem Mazda 5 eine schöne Familienkutsche – zu meinem Vergnügen zusätzlich mit Mediasystem und integriertem Navi.

Hätte nie gedacht, dass Autofahren, macht man es mal ein Zeiterl ned, wieder so viel Spaß machen kann. Also, rauf auf die Straße und los. Linda zum ersten Mal in Augsburg besucht, dazu Schwiegerfamily, Onkel, die „alten“ PR-Kollegen der HBI in München, die Burghauser Jugendleiter-Freunde und zum Abschluss meine Eltern am Waginger See – mit Zug in dieser Form unmöglich machbar. Dabei waren wir eigentlich recht zufrieden, wie Reisen mit Kaspar via Zug und Flieger funktioniert hat. Bequem war es aber wirklich mit dem Auto. Natürlich kam sie wieder die auf, die Frage aller Fragen: Sollten wir uns nicht doch wieder motorisieren? Sollten wir?

To blog or not to blog…

21. Januar 2009

…that’s the question! Gerade jetzt, wenn ich die Wickelkommode bald wieder mit dem Schreibtisch tausche, bereitet mir dieser leicht angepasste Hamletsche Satz Kopfzerbrechen. Soll ich noch weitermachen mit dem Blog?

Dabei ist es nicht allein die Zeit, die mir für die Einträge vermutlich fehlen wird. Vielmehr ist es eine grundlegende Frage, die mich schon seit Beginn meines Blogs begleitet: „Vereinsamen“ wir durch das Blog? Ich habe das jetzt ein wenig überspitzt, aber auffällig ist es doch, wie langsam und stetig die direkten Kontakte zu unseren Freunden, Bekannten und sonstigen Leuten abgenommen haben. Weniger Anrufe, weniger Emails – so die Folge. Oder zumindest kommt es mir so vor. Das allgemeine Credo: „Wir wissen über Euch ja eh schon vieles/alles, steht ja im Blog!“.

Dennoch: Ich mache noch ein wenig weiter. Denn das Blog schreibe ich zum einen für die Väter, die sich Gedanken über eine Vaterkarenz machen, sich aber nicht vorstellen können, wie die Zeit zu Hause sein kann, zum anderen aber vor allem für Einen: für Kaspar. Vielleicht wird ihm so manches Wort in ein paar Jahren blöd vorkommen oder peinlich sein (keine Angst, Kaspar, die lustigsten Bilder hätten wir Deinen Freundinnen später eh gezeigt… 🙂 ). Ich denke aber, dass er gleichzeitig auch die Aufzeichnungen seines Lebens, seiner „Abenteuer“ und unserer Gedanken als Eltern schätzen wird.

Schnee!

20. Januar 2009

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