Archive for Mai 2011

Männerwoche mit großen, kleinen Freuden

31. Mai 2011

Heute geht sie zu Ende, meine Männerwoche mit Kaspar. Und wieder wird mir klar, wie wahnsinnig viel Glück ich mit meinem kleinen Engel habe. Ich gebe zu: Es ist nicht immer leicht mit ihm, er fordert viel und nervt auch manchmal tierisch. Aber es ist ja auch nicht immer leicht mit mir: Ich bin nicht die Geduld in Person, und hin und wieder wird es auch mal etwas lauter. Blicke ich zurück, fallen mir aber fast nur die schönen Dinge ein – nicht die großen Aktivitäten, sondern die kleinen Begebenheiten.

Ich liebe es, wie er mit Deo, Handseife, Feuchttüchern und einer Rolle Toilettenpapier den Badezimmerspiegel putzt  und danach stolz ist wie Oskar. Ich liebe es, wie er Vorschläge seinerseits mit einem Zustimmung heischenden und stimmlich hochgezogenen „Okay?“ beendet. Ich liebe es, wie das fünfzigste Mal eine längst verheilte Wunde mit Creme und Pflaster zugekleistert wird. Ich liebe es, wie er immer wieder stupst, klammert und Nähe sucht, auch wenn es mich manchmal schon beim dritten Mal zur Weißglut bringen könnte.  Ich liebe es, wenn er zur Volksmusikdarbietung im Kaufhaus mit leiser Stimme auf meine Frage, wie ihm die Musik gefällt, anmerkt: „Es ist ein bisschen schlecht!“. Ich liebe es, wie er fremde Menschen anquatscht und ihnen etwas vom Pferd erzählt, während er am Bistrotisch auf mich und seine Schnitzelchen wartet. Ich liebe es, mit ihm nach einer Einkaufsfahrt noch 15 Minuten im Auto in der Garage sitzen zu bleiben, nur um die Rolf-Zuckowski-CD zum 1.000sten Mal noch fertig durchzuhören. Kaspar, danke Dir für diese Zeit!

PS: Ich hasse es noch immer, „Katze“ zu spielen!!!

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Hollareiduliö

24. Mai 2011

Unser Integrationswille in Kärnten nimmt wahrhaftig ungeahnte Züge an. Gut, die sprachliche Adaption war für mich nicht ganz so problematisch, sind doch die Kärntner Mundarten Teile des baierischen Dialekts. Nach dem einleitenden, universal gebräuchlichen „Ma“ (so etwas wie „mein Gott“, positiv wie negativ gebräuchlich) und „nix“ (statt „nicht“) also folgte bei mir via schriftlicher Lektüre die Aufarbeitung der neuesten Kärntner Geschichte, zumindest was das Lesen anbelangt.

Julius, als praktisch einzig „gebürtiger“ Kärntner in der Familie, möchte da seinem werten Herren natürlich in Nichts nachstehen. Ein Kärntner Anzug ist es zwar nicht, aber mit einem neuen modischen Accessoire zollt er dem hiesigen Trachtenbewußtsein seinen Tribut. Das Kleidungsstück war ein Geschenk von Franziscas Wiesbadener Familienclan.  Zum Schreien, oder zum Jodeln vielmehr.

Hollareiduliö

PS: Kaspar verpasste urlaubsbedingt leider das Kasnudel-Machen im Kindergarten. Aber dafür haben wir ja zum Glück unsere Anna … 🙂

Alles kommt wieder..

23. Mai 2011

Welch schöne Möglichkeiten hätte es gegeben, diesen Eintrag malerisch zu beginnen:  Steinbeißer aus der Unendlichen Geschichte, Mahlzeit, klappernde Mühlen am rauschenden Bach – aber Moment, war da nicht schon mal etwas Ähnliches?  Mist, so ein „Blog reloaded“ mit Kind Nummer 2 birgt immer Wiederholungsgefahren in sich. Und diesmal wurde ich wieder voll erwischt. Ergo bleibt heute ein Kurzeintrag:

Julius erste beiden Zähne blitzen aus ihrem fleischigen Gehäuse (hm, vielleicht wäre das ein neuer möglicher Einstieg gewesen??).

Jedenfalls hier das gleiche Thema bei Kaspar damals – inklusive „geklauter“ Wortmalereien: https://mannomann.wordpress.com/2008/06/15/aller-guten-dinge-sind-drei/

Volle Ladung

18. Mai 2011

Heute erreichte uns ein Brief der Bundespolizeidirektion Klagenfurt. Hier heißt es im schönen Amtsdeutsch:

„Wir haben folgende Angelegenheit, an der Sie beteiligt sind, zu bearbeiten….“

Autsch, das wird hart, dachten wir. Wir sind geladen, hochoffiziell. Beim Weiterlesen die Erleichterung: Julius braucht als EWR-Bürger – laut des Niederlassungs- und Aufenthaltsgesetzes – eine Daueraufenthaltskarte. Im Grunde nur ein formaler Akt. Aber heißt das übersetzt, dass er im Moment eigentlich illegal im Land ist? Ob die im Schreiben angedrohte Geldstrafe auf uns wartet, weil wir diesen bürokratischen Schritt nicht gesetzt haben innerhalb der erforderlichen 3 Monate nach der Geburt, werden wir noch sehen. Ich frage mich dennoch, ob das insbesondere im Fall einer Geburt eines EU-Bürgers hier in Klagenfurt (eine Anmeldebescheinigung bei der Stadt haben wir ja beantragt) sowie den heutigen technischen Möglichkeiten nicht auch eleganter gelöst werden könnte. Egal, wird schon seinen Grund haben, gehen wir halt zur Kärntner Landesregierung und holen uns den Wisch.

Lustiges Detail am Rande (ich liebe standardisierte Anschreiben):

„Sollten Sie der deutschen Sprache nicht ausreichend mächtig sein, kommen Sie bitte in Begleitung einer sprachkundigen Vertrauensperson.“

Frage mich nur, wie Leute, die der deutschen Sprache eben nicht ausreichend mächtig sind, das Schreiben lesen, geschweige denn verstehen sollen. Aber da reitet er einfach wieder, der Amtsschimmel…

NACHTRAG:

Seit heute hat Julius also offiziell von Polizeiwegen die Erlaubnis, sich bei uns hier in Österreich aufzuhalten. Hat nicht weh getan. Und schnell war es. Ach, hier ist Klagenfurt wirklich ein Traum: keine Schlangen, keine Nummern, Amt in zentraler Lage. In Wien waren wir für Kaspar, soweit ich mich erinnere, teils aus eigener Unkoordiniertheit, teils aus Andrang bis zum Nachbarstockwerk geschlagene drei Mal „draußen“ in Erdberg. Reinste Schikane. Egal, jedenfalls mussten wir auch keine Strafe zahlen, die Polizei wird – man hört, man hört – automatisch von der Landesregierung Kärnten informiert. Und die Ladung ist scheinbar nichts besonderes. Nach Aussage der freundlichen Amtsdame kommen die Wenigsten bei ihr ohne Ladung vorbei. Ich sag es ja: Da stimmt was nicht in Sachen Kommunikation…

Sommerlaune

17. Mai 2011

Häschentanz mit Käptn Iglo

16. Mai 2011

Kaspar als Feinschmecker zu bezeichnen wäre in etwa so, wie dem Pizza-Express ums Eck einen Michelin-Stern zu verleihen. Für abwechslungsreiche und gesunde Kost ist der Kleine nicht gerade bekannt. Das kann das „Ja! Natürlich-Schweinderl“ noch so oft betonen. Kaspar will nicht hören. Noch nicht. Wenn er sich im Moment wünschen könnte, wen er sich zum Essen einlädt, wären dies wohl Ronald McDonald, Ed von Schleck und Käptn Iglo.

Nun geht die „Iss doch ein wenig Gemüse“-Schlacht in eine neue Runde. Julius ist dran. Ob er zu den Feinschmecker zählt, an diese Einschätzung wage ich mich jetzt nicht. Seine Kost: Muttermilch. Gestern hat er zum ersten Mal den Häschentanz aufgeführt und die Schlacht um die Möhrchen begonnen. Ob es ihm geschmeckt hat? Wie würdet ihr das deuten?`

Lecker...