Archive for November 2011

Geburtstagsmarathon Nummer 1

11. November 2011

Es war eine Premiere: Zum ersten Mal haben wir es ausprobieren dürfen, wie es sich anfühlt, wenn die beiden Jungs Geburtstag haben. Zwei Tage hintereinander, aufgereiht wie an einer Perlenkette. Um es vorwegzunehmen: Das Ergebnis fällt schon ein wenig zwiespältig aus. Oder vorsichtig ausgedrückt: Zum Glück sind die Kinder noch klein. Denn es schlaucht schon ein wenig, von der doppelten Vorbereitung über die eigentlichen Feiern bis hin zum Aufräumen. Geburtstagsmarathon. Und auf Langstrecken war ich noch nie der Beste…

Ich möchte gar nicht dran denken, wenn Kaspar und Julius in Richtung Pubertät unterwegs sind und dann mit ihren Kumpels und/oder Freundinnen einen drauf machen wollen. Wahrscheinlich dann sowieso ohne Eltern, aber ok, Zukunftsmusik. Und gut, Julius hat jetzt auch nicht wirklich mit 1.000 Freunden gefeiert. Aber gefeiert wurde.

Um die Feste aber so schön wie möglich zu gestalten, hat sich vor allem Franzisca tierisch ins Zeug gehauen: Ein Dampfschiffskuchen für Kaspar, ein Marienkäferkuchen für Julius. Dazu zusätzliche Backkunstwerke für den Kindergarten. Flutsch, ist ein Tag Vorbereitung auch schon wieder rum. Aber ein wenig ehrlich müssen Franzisca und ich wohl doch sein: Solche Anlässe sind auch für die Erwachsenen schön, selbst kleine Parallel-Feiern unter dem Kinderdeckmantel zu veranstalten. In diesem Sinne: Alles Gute, Jungs, immer weiter so…

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Kniefall der echten Jungs

2. November 2011

 

Ich mag meine kleinen Männer. Sie sind echte Jungs, Stromer, Rumtreiber – und ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich das Jungensein an meinen beiden Exemplaren nicht besonders toll finden würde. Wohl auch so ein genetisch injiziertes Vater-Sohn-Ding.

Sei es drum, aber seit wir in Neuseeland sind, hat Kaspar spürbar einen riesigen Sprung in Richtung männlicher Ober-Haudrauf gemacht. Er fetzt, wetzt, läuft, rölzt, wälzt – immerzu und überall. Bester Beleg: Kaspar hat hier schon vier Hosen durchgewetzt. Der Shop mit den Bügelflicken verdient auch nicht schlecht an uns. Aber es sei ihm mehr als vergönnt.

Ach, das ist doch nichts Besonderes, Jungs halt? Weit gefehlt. Denn früher war das alles noch ein wenig anders. Und früher ist noch gar nicht so lange her. Die Klagenfurt-Hosen-Durchwetz-Statistik steht noch immer bei der runden Null. Da gab es einen Knaben, der um die Pfützen und Matsch herumgeschlichen ist, der seine Shirts schon wechseln musste, wenn sie am Ärmel nur ein wenig mit Wasser benetzt waren, dem sogar die Vorstellung, auf regennassem Untergrund mit Schuhen laufen zu müssen, schon die Nackenhaare aufstellte.

Kaum zu glauben, dass dieser Jemand der gleiche ist, der nun jeden Tag im Garten herumfetzt wie ein Testosteron strotzendes Duracell-Häschen auf Ecstasy. Die Kurzen-Hosen-und-Schuhlos-Politik des hiesigen Landes und deren unnachahmliche, Action geladene Exekution durch die Nachbarjungs haben da wohl Wunder gewirkt. Und bei den echten Jungens-Dingen gehen halt irgendwann auch einmal die größten Schmutz- und Dreck-Verweigerer in die Knie, genauso wie deren Hosen.