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5 Dinge, die wir an NZ vermissen werden…

4. Juni 2012

Was für ein Abenteuer war dieses knappe Jahr Neuseeland. Tolle und spannende Momente, schöne Erlebnisse, gute Freunde. Nach den Flop 5 unsere Top 5 der Dinge, die wir auf jeden Fall vermissen werden, wenn wir wieder zurück in heimischen Landen sind:

5) Nähe zu Australien
Eigentlich ist das ein ziemlich dämlicher Punkt, ein Positiv-Ranking für Neuseeland damit anzufangen. Aber sorry, Neuseeland, ich kann nicht herum, dass mir das Känguru-Land einfach mehr zusagt. Alleine schon aufgrund des Punktes 1 der Flop-Liste. Ich habe schon seit meiner Jugend ein ungeheimes Nahe- und Liebesverhältnis zu diesem Land entwickelt, da hat es jedes Land schwer. Vergleiche und so, weißt eh. Der „Familienausflug“ ins „Rote Zentrum“ war auf jeden Fall eines der Highlights des vergangenen Jahres. Es sind zwar immer noch Tausende von Kilometern über den „Ditch“, aber selbst das ist immer noch deutlich näher als von Europa.

4) Stan
Ich weiß, es ist und war nur ein Auto. Ein altes, eines mit einigen Macken, eines, das uns einige Zeit, mehr Nerven und noch mehr Geld gekostet hat. Aber dennoch: Stan hatte Charakter, Stan war einfach ein cooles Teil Metall. Aber vor allem: Stan war ein großer Teil unseres Abenteuers. Wäre es so schön und spannend geworden, die Insel ohne ihn zu erkunden? Ohne die familiären Anfeuerungssrufe, wenn es voll bepackt den Berg hinauf ging? Ohne die Nächte, die wir in ihm auf unzähligen Campingplätzen der Inseln verbracht haben? Ohne die Blicke und Fragen anderer Touristen, wie sich das mit dem Übernachten denn im Stan ausgeht? Ohne die AC/DC-Luftgitarren-Soli mit Kaspar? Nein, niemals…

3) Kinder-Wonderland
Ich bin jünger geworden in diesem Jahr Neuseeland. Nein, nicht körperlich. Dafür war das Essen dann doch zu einseitig. Aber geistig. Denn Neuseeland ist ein Traum für Kids und große Spielkinder. Es beginnt beim lockeren, freundlichen Umgang ohne spürbare, geistige Schubladen und hört bei den realen Angeboten auf. Platz ist da, Kinder raus in die Natur, Spielen. Ein Ball, ein Wort. Und für die Großen gibt es Fishing, Hunting, Biking, Bungy und und und. Platz ist ja auch genug da – und er wird auch genutzt. Der Grundstein für so viel Kind sein, der wird schon in jüngsten Jahren gelegt: Kaspar und Julius waren in einem Kindergarten, wo Kinder noch zu 100 Prozent Kinder sind. Ohne Kriege um die richtigen Erziehungsmethoden, ohne den gefühlten Zwang nach „Zusatzangeboten“, bei denen man dabei sein „muss“ und ohne die das eigene Kind in seiner Entwicklung gehemmt wäre, ohne den „Mein Shirt ist viel schöner als Deines“-Aspekt. Oder wie Calvin Klein es sagt: Just be…

2) Grandiose Ecken Natur
Auch wenn das eine große Wow-Erlebnis, das eine besondere, Dich emotional überflutende Reise-Prickeln nicht darunter war: Neuseeland hat grandios schöne Ecken Natur. Je mehr man aus den Städten raus kommt, je einsamer es wird, desto besser. Haben die Insel Länge mal Breite durchreist und viele schöne Erinnerungen gesammelt. Zu den Reisehighlights gehörten für mich Southland und die Catlins, die East Coast und Taranaki. Am besten einfach fahren. Müsste ich  Neuseeland in einem Satz beschreiben, würde ich sagen, dass Gott sich mit Neuseeland seine persönliche Motocross-Strecke gebaut hat – und damit es nicht gleich alle merken, hat er alle „Waschbretter“, Steilauffahrten und „Tables“ mit einem Golf-Rasen überzogen. Auf jeden Fall ein richtiges Land zum Sich-Verlieren.

1) Die Leichtigkeit des Freunde-Seins
Ein Land zu bereisen ist das Eine, darin zu leben das Andere. Und Neuseeland wäre nicht das für uns, was es ohne die Menschen geworden wäre, die hier zu Hause sind und die wir hier unsere Freunde nennen. Kiwis, so unsere Erfahrungen, sind wahnsinnig offene, freundliche Menschen, denen immens wichtig ist, dass es allen gut geht, dass sich alle, aber wirklich alle wohlfühlen auf ihrer Insel. Ein solch großes Zusammengehörigkeitsgefühl habe ich noch nirgends erlebt – und das nicht erst oder nur wegen der Christchurch-Erdbeben-Katastrophe. Als wir am Parkplatz mit Achsbruch gestrandet waren, hat ungelogen jedes zweite Auto mit für uns wildfremden Personen angehalten und uns angeboten, uns nach Hause zu fahren, durch die ganze Stadt wohlgemerkt. Nur ein Beispiel, aber für uns eines mit Symbolcharakter. Und wenn schon die fremden Kiwis so sind, könnt Ihr Euch sicher vorstellen, wie es dann erst mit unseren „wirklichen“ Freunden hier war. Ich kann nur Danke sagen allen, die uns hier mit offenen Armen empfangen und uns die Zeit versüßt haben. Thanks!!! You made our year…

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5 Dinge, die wir an NZ NICHT vermissen werden…

30. Mai 2012

Du kannst am schönsten Fleck der Erde sein, und dennoch ist nicht alles perfekt. Bei Neuseeland und uns ist das nicht anders. Teil 1 des NZ-Resumees – und die Top 5 der Dinge, die wir an NZ nicht vermissen werden:

5) 100 % pure?
Es ist der Slogan von Neuseelands Tourismus: 100 % pure. Die Bilder dazu: Bergseen, weite, grüne Landschaften, Meer und Weite. Teilweise mag das stimmen, das Gesamtbild der Inseln schaut aus unserer Sicht jedoch anders aus: Neuseeland ist angelegt, Land- und Holzwirtschaft die bestimmenden Faktoren. Wo früher Wälder en masse standen, gibt es grüne Weidefläche oder Monokulturen. Zwar dank der hügeligen Landschaft auch hübsch anzusehen, aber nicht pure. Dazu: Die meisten Gebiete sind eingezäunt, Privatwege, klar festgelegte Wege und Routen. Zudem trübt das im Vergleich zu Europa gefühlt schwache Umweltbewusstsein das Bild der Reinheit: Eine Flut von Plastiksackerl beim Einkaufen (und fragende Blicke, wenn wir diese abgelehnt haben), SUVs und „alte Kisten“ bestimmen die Szenerie auf den Straßen. Zumindest das Recycling ist in Ordnung: So wird eines der Kiwi-Hauptnahrungsmittel, Fish&Chips, in altes Zeitungspapier eingewickelt…

4) Kulinarische Köstlichkeiten
OK, es war uns schon klar, dass Neuseeland international nicht gerade für seine kulinarischen Spezialitäten bekannt ist. Aber was wirklich übrig bleibt: Während Salz und Gewürze in den meisten Gerichten fehlen, gibt es eines im Überfluss: Toast. Kiwi-Spezialität am Fingerfood-Buffet: Grüner Spargel in Toast. Spezialität beim Kinder-BBQ: Grillwürstl in Toast. Spezialität für Kinder zu Mittag im Kindergarten: Spagetti in Toast. Und fehlt einmal Dämmmaterial beim Hausbau – ich denke, auch hier findet sich bestimmt ein weiteres Einsatzgebiet für den laschen Brotersatz…

3) Autoabhängigkeit
Ein Bein für einen Radweg, nein, mir würde schon ein anständiger Gehweg reichen. In Neuseeland ist alles auf das Auto ausgelegt. 1 Meter raus aus der Stadt und Du bist verloren als unmotorisierter Zweiradler. Eine Rad-Tour mit Kaspar ist vom Adrenalin wohl knapp unter meinem Bungy-Sprung angesiedelt. Abstand halten zum Radler? Wozu? Runter von Gas? Warum? Das Auto regiert. Hat es mal ein paar Macken und muss serviciert werden, gibt es ein echtes Problem. Naja, für uns war es das zumindest. Die meisten Kiwis haben ja eh zwei Autos…Was aber verwundert: Wenn schon alles so Auto-fixiert sein muss, warum sind die Straßen denn dann soooo schlecht? Aber auch hier gibt es einen Vorteil: Durch das ständige Ruckeln und Hüpfen aufgrund der Unebenheiten und Schlaglöcher sind die Kids auf unseren Touren meist recht schnell eingeschlafen…

2) Lebenshaltungskosten
Auf die Frage, warum die Bierpreise in Neuseeland so hoch sein, soll ein Wirtschaftskapitän einmal gesagt haben: „Weil die Leute bereit sind, so viel zu zahlen!“ Fair enough – und nur ein Beispiel. Aber die Lebenshaltungskosten sind, insbesondere im Vergleich zum (möglichen) Verdienst, immens, abgeschiedene Insellage hin oder her. NZ kämpft derzeit gegen eine Emigration von Kiwis in Richtung Australien, wo für den gleichen Job oftmals das 3- bis 5-fache gezahlt wird, branchenabhängig. Würde mich auf jeden Fall nicht wundern, wenn das „System“ hier irgendwann einmal zusammenbricht. Uns hat Neuseeland jedenfalls ein großes Loch in die Kassen gebrannt. Aber das ist erstens etwas anderes als „Halbtouristen“, die wir waren, und zweitens war es jeden Cent wert!!!

1) Das Wetter
Gut, es war der schlechteste Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Dafür kann Neuseeland nichts. Aber gemacht für Insel-Klima sind wir nicht. Zumindest nicht für das gesamte Jahr. Was uns präsentiert wurde, war nicht Fisch und nicht Fleisch. Werden das Gefühl nicht los, das ganze Jahr nur ein Wetter gehabt zu haben. Tagsüber ein Mix aus Regen, Wind und ganz nett, nachts einfach nur kalt. Jahreszeiten, Fehlanzeige, auch dadurch unterstützt, dass Neuseeland nicht „riecht“: Keine Frühlingsfrische, kein Sommerlüftchen, kein Herbstmoder. Daher wird wohl als eines der ersten Dinge zurück in Österreich etwas sein, was wir schon lange nicht mehr genossen haben: Eine richtig schöne, lange, laue Sommernacht auf der eigenen Terrasse…und möge sie noch so Jetlag-bedingt sein…

Tief im Süden

23. Januar 2012

1 Insel, 4000 Kilometer, 16 Nächte, 43m freier Fall, 1 Kühler, 557 Fotos und 1.000 Eindrücke – so liest sich unser Resüme. Wir sind wieder zurück von unserer Abenteuerreise auf die Südinsel Neuseelands. Einmal rundherum ging die Fahrt, über geschlungene Pfade in den Bergen, über flaches Land am Meer, durch unaufgeregte Städte und einsame Gegenden. Aber nach Australien war das ja fast schon „a piece of cake“. Für jeden war etwas dabei. Ein Überblick in Bildern.

Stefans Südinseltour:

    

Franziscas Südinseltour:

    

Kaspars Südinseltour:

    

Julius‘ Südinseltour:

    

Stans Südinseltour:

    

Kilometer, Kids und Kängurus: Die Weders in Australien

19. Dezember 2011

Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es auch wieder heraus. Das spricht wohl für Franzisca und mich und die Wahl unserer Worte als „elterliche Rufer“, in gleicher Form aber auch für den Wald, in unserem Fall unsere beiden Kinder Kaspar und Julius. Das bisschen  Stolz und Eigenlob erlaube ich mir an dieser Stelle einfach. Denn was wir mit den Kleinen „angestellt“ haben, dazu muss man schon aus besonderem Holz geschnitzt sein – nicht nur des Wald-Bildes wegen. Mehr als 4000 km in 11 Tagen haben wir in Australien’s Outback heruntergerissen. Dass es trotzdem oder gerade deswegen ein solch großartiges Familien-Erlebnis war, haben wir vor allem unseren beiden Kindern zu verdanken.  Sie waren geduldig, ausdauernd, liebevoll, trotz Hitze, trotz Gefangennahme im Kindersitz auf so manchem Outback-Kilometer, trotz ungewohnter Umgebung, trotz ungewohntem Rhythmus, mit einem Wort Top – aber mehr dazu unten!

Unsere Tour startete in Adelaide, wo wir auf dem Stuart Highway über Port Augusta und Coober Pedy bis nach Alice Springs „gedüst“ sind. Zurück über den Uluru und die Olgas sowie mit einem abschließenden Abstecher zu den Flinders Ranges und ins Clare Valley Weingebiet. Die Belohnung: Ein Woche Farm bei den Lockwoods, meiner Familie Nummer 2. Da Bilder bekanntlich mehr als Worte sprechen, lass ich diese ran: https://picasaweb.google.com/110240950975546356364/Australien2011.

Was aber waren die Erfolgsrezepte? Unsere essentiellen Top 3, die einen Australien-Outback-Trip mit Kids zu einem großen Spaß werden lassen.

Top 3: Das richtige Equipment!
Wer mich kennt, weiß: Ich stehe auf gute Infrastruktur – beim Arbeiten wie im Privaten. So war das auch in Australien als Grundlage für den Familien-Spaß. Unerlässlich hier: ein Campervan mit Kühlschrank, Campingstühle, iPhone und Autoradio mit USB-Anschluss, Wasser und Sonnencreme, Lego, Bücher und anderes Kinderspielzeug. Alles andere war nice to have, aber im Grunde Luxus.

Gerade für „weite“ Länder ist der Campervan einfach die beste Art, um mit Kindern zu reisen, auch wenn es preislich wohl insgesamt etwas mehr zu Buche schlägt als mit Auto und H/Motels. Das aber ist es wert. Es ist einfach alles da, was man braucht: Platz, Essen, Schlafmöglichkeit, Unterhaltung. Gerade letzteres ist wichtig für die Kids. Das iPhone sorgt für die Musik, da die Musikauswahl im Outback doch sehr eingeschränkt bis überhaupt nicht vorhanden ist. Gut, sich dann hundert mal die gleichen Kinderlieder anzuhören, gehört dann auch dazu. Bücher und Malutensilien sind für eine kurzweilige Ablenkung während und auch nach der Fahrt hervorragend geeignet. Und die Campingstühle? Die sind dann vor allem für die Erwachsenen ein Muss, um in bequemer Art und Weise unter dem weiten Sternenhimmel noch das eine oder andere kühle Getränk nach einem langen Tag genießen zu können.

Top 2: Ausreichend Zeit und wenig Plan!
Wir hatten keinen Plan. Nein, stimmt nicht ganz. Wir wussten, dass wir in 11 Tagen nach Alice Springs und zurück wollten, Outback erleben. Der Uluru war ebenfalls ein „Must“, alle anderen Plätze und Ausflugsziele aber fielen unter die Kategorie „vielleicht, wäre schön, muss aber nicht“. Die Rechnung war also großzügig angelegt, mit ausreichend Zeit für Ausflüge und andere Eventualitäten. Denn eines schien uns klar: Reisen mit Kids dauert im Ganzen einfach länger. Das fängt morgens beim Aufstehen und Zusammenräumen an und hört mit den durchgesessenen Pobacken am Abend auf. In diesem Bewusstsein sind wir locker los.

Das Lockere blieb, denn auch ohne Karte oder Detailplan: Man wird in Oz überall geholfen. In jedem kleineren Dörfchen gibt es das große „I“, wo es umfangreiches Material für alle Touristen zu den örtlichen Sehenswürdigkeiten sowie zu den kommenden hundert Kilometern gibt. Mal hier halten, mal dort halten, mal da fragen. Selbst als Mann kein Einbruch des Jäger-und-Sammler-Selbstbewusstseins. Denn damit kommt man überall hin. Und die Rechnung, die ging voll auf: kein Stress wegen scheinbar fehlender Tageskilometer, kein Stress bei vermeintlichen Umwegen, kein Stress bei (unerwarteten) Pausen, kein Stress wegen Übernachtungssuche. Herrlich! Urlaub!

Top 1: Grandiose Kids!
Vorweg: Eltern mit Kindern, für die bereits der Kurztrip zum Einkaufszentrum ein Graus ist, sollten Australien schnell vergessen. Da helfen auch die besten Top 2 und 3 nichts. Wir hatten Kaspar und Julius. Und es war wunderbar, Australien nicht nur durch unsere, sondern auch durch ihre Augen zu sehen. Klar hinterlassen die vielen Kilometer Spuren, ein bisschen Meckern hier, ein wenig Gezanke dort, es wäre ein Wunder, wenn es das nicht gäbe. Peanuts aber im Vergleich zu den eindrucksvollen Erlebnissen, die wir mit ihnen teilen durften: Wanderungen durch die Olgas, am Uluru und in den Flinders, die für die kleinen Füßchen wie Marathonläufe gewesen sein müssen, viele Geschichten von und mit Aborigines und ihren Naturgottheiten, unvergleichliche Männer-Abwasch-Orgien mit hilfreichen Ratschlägen, kreative „Ich sehe was, was Du nicht siehst“-Outback-Kilometer (wie viele verschiedene Knöpfe doch so ein Toyota-Cockpit hat…:-)) und einfach vielviel intensive Zeit miteinander. Und wenn wir ehrlich sind: Das war dann doch das eigentlich Großartige! Und dafür braucht es nicht einmal einen Camper, und eigentlich noch weniger Australien…

Stan the Van vs Julius

23. August 2011

Top-Ass – wie viele Stunden haben wir damit spielend verbracht, früher wie heute noch? Der Vergleich von Supersportwagen, die PS, die Zylinder, Hubraum. Da liegt Benzin-Duft in der Luft, der Asphalt glüht, die Kartenschlacht ist in vollem Gange.

Julius ist so gar nicht der Rennwagen. Der Krabbelspeed ist zwar manchmal wirklich überraschend, insbesondere wenn es in Richtung Würfel oder Karten geht. Dennoch, irgendwie haben wir manchmal das Gefühl, dass er unserem neuesten Familienmitglied, Stan „The Van“, in manchen Punkten frappierend ähnelt. Es wird daher Zeit für das Weder-Top-Ass und Stan the Van vs Julius. Und klar ist: Der Sieger steht schon fest…

Stan the Van              Julius

Baujahr: 1997                                      2010

Hubraum: 2.4 Liter                          Waschbärbauch

PS: zieht gut durch                              0,irgendwas

Geschwindigkeit: haut hin                     Laser-Krabbler

Verbrauch: zu viele Liter/100km        Brei, Toast, Bananen, Wasser

Seltenheitswert: rar                         unbezahlbar

Coolnessfaktor: hoch                           noch höher

Bes. Kennzeichen: Wederei-Sticker,    kein Rückwärtsgang,
tropft                                            tropft

Verkehr verkehrt

11. August 2011

Stan schlägt sich wirklich tapfer. Stan, das ist unser kleines, großes Van-Monster. Obwohl Stan mehr säuft als Charlie Sheen, älter zu sein scheint als Jopi Heesters und stärker wackelt als der Qualitäts-Pudding, den Hr. Ruß-Mohl für die Journalisten an die Wand nageln will (Anmerkung: Kommunikationswissenschaftler-Anekdote), wir lieben Stan. Und er gibt es uns zurück mit schönen Momenten auf neuseeländischen Straßen.

Auf diesen besagten Straßen herrscht Verkehr verkehrt. Heißt: Die Kiwis fahren auf der linken Straßenseite. Und da machen wir doch mal mit, dachten sich Stan und ich. Daran gewöhnt hat man sich schnell – ebenfalls an die zahlreichen Kreisverkehre und die schlecht bzw. schlicht asphaltierten Straßen. Hiergegen muten selbst Klagenfurts Schlaglöcher-Highways wie ein Daunenbett an. Allein bei zwei Situationen tun sich Stan und ich noch schwer: Dem Blinken und dem Rechtsabbiegen.

Stan ist eine Automatik-Kiste. Schalten ist nicht, macht Stan alles selbst. Doch manchmal wünsche ich mir die Gangschaltung zurück. Denn in stressigen Situationen würde ich die, im neuseeländischen Fall dann wohl linke Hand gerne auf dem „Knüppel“ liegen haben. Dann würde beim vermeintlichen Blinker-Setzen auch nicht ständig der Scheibenwischer angehen. Und nicht einmal Stan erinnert mich daran, dass Scheibenwischer und Blinker „vertauscht“ sind. Aber alles nicht so dramatisch. Scheint doch der Blinker bei manchen Autos und ihren Fahrern sowieso zur Sonderausstattung zu gehören – zumindest zu der, die noch nicht eingebaut ist.

Der zweite Problemfall in Sachen Autofahren in Neuseeland hingegen wiegt schon schwerer: das Rechtsabbiegen. In Neuseeland gilt Rechts vor Links. Kennen wir, können wir? Nicht ganz. Wir stellen uns vor: Stan und ich fahren auf der linken Seite und wollen rechts abbiegen. Wir müssen also die entgegenkommende Fahrbahn kreuzen. Daher heißt es geduldig warten auf die Lücke. Jetzt kommt das Spannende: Wollen Autos der Gegenfahrbahn ebenfalls in die Straße einbiegen, in die Stan und ich wollen, blinken diese links, aber fahren eben nicht gleich rein in die Straße, sondern halten an und lassen Stan und mich „vor“. Logisch, weil wir eben von rechts kommen, auch wenn wir dabei die Straße kreuzen. Und sie bleiben auch stehen, obwohl wir noch nicht einmal die Straße kreuzen, also noch stehen und auch noch keine Anstalten machen loszufahren.

Denn die Schwierigkeit dabei: Die Autos, die hinter dem Linksabbieger auf unserer Gegenfahrbahn fahren, interessiert das Halten des Vordermanns meist wenig. Wenn genug Platz ist, überholen diese das wartende Fahrzeug und fahren auf ihrer geraden Spur (und damit uns gegenüber natürlich auf ihrer Vorfahrtsspur) weiter. Dann müssen Stan und ich weiter warten. Egal, klingt kompliziert, ist auch so. Oder auch nicht. Also entweder aufmalen oder selbst kommen und ausprobieren.  Stan und ich zeigen Euch das gerne…

PS: Stan hat sich verschönert und ein „Buttlifting“ machen lassen. Die Wederei, nun auch präsent auf Neuseelands Straßen…

NACHTRAG (19.3.2012): Wie es scheint, liest die Neuseeländische Regierung meinen Blog. Oder so. Wie auch immer, mit 25.3.2012 wird genau die oben angesprochene Regel mit den Rechts-vor-Links bei bestimmten Abbiegesituationen entschärft bzw. verändert. Ob die vielen Unfälle mit Touristenbeteiligung dran Schuld sind, entzieht sich meiner Kenntnis. Jedenfalls gilt nun: „The top of the T goes before me“ und „if you are turning right, give way“, nachzulesen unter http://www.giveway.govt.nz inkl. Videos, Beispielen, Grafiken perfekt aufgemacht, wie ich finde. Nur mein „Blinkproblem“, das krieg ich auch mit diesen Änderungen nicht in den Griff…

Coolness schlägt Vernunft

25. Juli 2011

Was sind wir doch für coole Säue!! Kinder, entschuldigt diese Ausdrucksweise, aber Mama und Papa waren böse, verdammt böse. Und alle Sicherheitsfanatiker bitte weghören: Wir sind stolze Besitzer eines neuen Autos, nein, eines Vans – eines lässigen, coolen und wohl so etwas von unvernünftigen 1997er Nissan Largo Highway Star.

Booohaaa, gebt mir ein Surfbrett, einen Sixpack und blondes Haar – und die Beach gehört mir. Da das mit dem Sixpack wohl noch etwas dauert, fürchte ich, dass es wohl in dem einen Jahr bei Kindersitzen und gemütlichem Cruisen durch Neuseeland bleiben wird. Aber in der Kiste sicherlich ein unnachahmliches Erlebnis.

Und wenn Mama und Papa schon den Rebellen raushängen lassen, dann richtig. Nein, da geht man nicht einfach zum Autohändler seiner Wahl. Nein, da ersteigert man sich sein Auto. Nervenkitzel pur für die Wederschen Gambler. Wer schlägt zu? Franzisca, die Coolness in Person, bei der Auktion jedoch mit Hummeln im Hintern. Oder Stefan, innerlich den gesamten Tag angespannt, in der Minute der Auktion jedoch mit Pokerface? Spannung pur jedenfalls in einer vollgeparkten Fliegerhalle mit Autos, die in Deutschland und Österreich bei den TÜV- und Pickerl-Prüfern höchstens ein müdes Lächeln auf die Lippen zaubern könnten. Die Nummer 13 war unsere Glückszahl, und das Auto unser. Na dann, wir sind die Coolsten, wenn wir cruisen, wenn wir durch Neuseeland düsen… http://www.youtube.com/watch?v=SW7oja1FKcY