Posts Tagged ‘Familie’

5 Dinge, die wir an NZ NICHT vermissen werden…

30. Mai 2012

Du kannst am schönsten Fleck der Erde sein, und dennoch ist nicht alles perfekt. Bei Neuseeland und uns ist das nicht anders. Teil 1 des NZ-Resumees – und die Top 5 der Dinge, die wir an NZ nicht vermissen werden:

5) 100 % pure?
Es ist der Slogan von Neuseelands Tourismus: 100 % pure. Die Bilder dazu: Bergseen, weite, grüne Landschaften, Meer und Weite. Teilweise mag das stimmen, das Gesamtbild der Inseln schaut aus unserer Sicht jedoch anders aus: Neuseeland ist angelegt, Land- und Holzwirtschaft die bestimmenden Faktoren. Wo früher Wälder en masse standen, gibt es grüne Weidefläche oder Monokulturen. Zwar dank der hügeligen Landschaft auch hübsch anzusehen, aber nicht pure. Dazu: Die meisten Gebiete sind eingezäunt, Privatwege, klar festgelegte Wege und Routen. Zudem trübt das im Vergleich zu Europa gefühlt schwache Umweltbewusstsein das Bild der Reinheit: Eine Flut von Plastiksackerl beim Einkaufen (und fragende Blicke, wenn wir diese abgelehnt haben), SUVs und „alte Kisten“ bestimmen die Szenerie auf den Straßen. Zumindest das Recycling ist in Ordnung: So wird eines der Kiwi-Hauptnahrungsmittel, Fish&Chips, in altes Zeitungspapier eingewickelt…

4) Kulinarische Köstlichkeiten
OK, es war uns schon klar, dass Neuseeland international nicht gerade für seine kulinarischen Spezialitäten bekannt ist. Aber was wirklich übrig bleibt: Während Salz und Gewürze in den meisten Gerichten fehlen, gibt es eines im Überfluss: Toast. Kiwi-Spezialität am Fingerfood-Buffet: Grüner Spargel in Toast. Spezialität beim Kinder-BBQ: Grillwürstl in Toast. Spezialität für Kinder zu Mittag im Kindergarten: Spagetti in Toast. Und fehlt einmal Dämmmaterial beim Hausbau – ich denke, auch hier findet sich bestimmt ein weiteres Einsatzgebiet für den laschen Brotersatz…

3) Autoabhängigkeit
Ein Bein für einen Radweg, nein, mir würde schon ein anständiger Gehweg reichen. In Neuseeland ist alles auf das Auto ausgelegt. 1 Meter raus aus der Stadt und Du bist verloren als unmotorisierter Zweiradler. Eine Rad-Tour mit Kaspar ist vom Adrenalin wohl knapp unter meinem Bungy-Sprung angesiedelt. Abstand halten zum Radler? Wozu? Runter von Gas? Warum? Das Auto regiert. Hat es mal ein paar Macken und muss serviciert werden, gibt es ein echtes Problem. Naja, für uns war es das zumindest. Die meisten Kiwis haben ja eh zwei Autos…Was aber verwundert: Wenn schon alles so Auto-fixiert sein muss, warum sind die Straßen denn dann soooo schlecht? Aber auch hier gibt es einen Vorteil: Durch das ständige Ruckeln und Hüpfen aufgrund der Unebenheiten und Schlaglöcher sind die Kids auf unseren Touren meist recht schnell eingeschlafen…

2) Lebenshaltungskosten
Auf die Frage, warum die Bierpreise in Neuseeland so hoch sein, soll ein Wirtschaftskapitän einmal gesagt haben: „Weil die Leute bereit sind, so viel zu zahlen!“ Fair enough – und nur ein Beispiel. Aber die Lebenshaltungskosten sind, insbesondere im Vergleich zum (möglichen) Verdienst, immens, abgeschiedene Insellage hin oder her. NZ kämpft derzeit gegen eine Emigration von Kiwis in Richtung Australien, wo für den gleichen Job oftmals das 3- bis 5-fache gezahlt wird, branchenabhängig. Würde mich auf jeden Fall nicht wundern, wenn das „System“ hier irgendwann einmal zusammenbricht. Uns hat Neuseeland jedenfalls ein großes Loch in die Kassen gebrannt. Aber das ist erstens etwas anderes als „Halbtouristen“, die wir waren, und zweitens war es jeden Cent wert!!!

1) Das Wetter
Gut, es war der schlechteste Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Dafür kann Neuseeland nichts. Aber gemacht für Insel-Klima sind wir nicht. Zumindest nicht für das gesamte Jahr. Was uns präsentiert wurde, war nicht Fisch und nicht Fleisch. Werden das Gefühl nicht los, das ganze Jahr nur ein Wetter gehabt zu haben. Tagsüber ein Mix aus Regen, Wind und ganz nett, nachts einfach nur kalt. Jahreszeiten, Fehlanzeige, auch dadurch unterstützt, dass Neuseeland nicht „riecht“: Keine Frühlingsfrische, kein Sommerlüftchen, kein Herbstmoder. Daher wird wohl als eines der ersten Dinge zurück in Österreich etwas sein, was wir schon lange nicht mehr genossen haben: Eine richtig schöne, lange, laue Sommernacht auf der eigenen Terrasse…und möge sie noch so Jetlag-bedingt sein…

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Sendepause

12. März 2012

Dem Blog geht es grad wie „Wetten dass…?„. Wirklich. Trotz relativ guter Quoten stellte sich nun doch die Sinnfrage. Ein bewährtes Format einstampfen? Hat es sich gar überlebt? Eine Entscheidung musste fallen. Nun mache ich nach dem Gottschalk auch noch den Lanz und starte wieder durch. Die Finger sollen wieder über die Tasten fliegen. Es geht weiter.

Es war aber auch wirklich was los in den letzten Monaten. Unser Auftrag: Durchkämmen der Inseln Höhe mal Länge mal Breite. Zuerst die Südinsel, dann noch mehr Nordinsel – zusammen mit großartigem Besuch aus der Heimat, Großmama und Anna. Zwischen sandigen Stränden ging es von Ost nach West, über erhabene Vulkane, an stinkenden Schlammpools vorbei. Mit Gefühlenswelten-Unterschieden wie deren von Elben und Orks. Und immer wieder der Mittelpunkt der Erde: Hamilton, unser beschaulich-bescheidenes Städtchen, das uns solch wunderbaren Unterschlupf gewährt…

Augen vorwärts, Kameraden, aufgewacht, denn jetzt ruft der Alltag wieder. Mama und Papa am Arbeiten, Kinder im Kindergarten. Klassische Familiensituation des hiesigen Jahrtausends. Oder nicht? Wäre doch Stoff für eine Diskussionsrunde, oder was denken Sie, Hr. Lanz?

Tief im Süden

23. Januar 2012

1 Insel, 4000 Kilometer, 16 Nächte, 43m freier Fall, 1 Kühler, 557 Fotos und 1.000 Eindrücke – so liest sich unser Resüme. Wir sind wieder zurück von unserer Abenteuerreise auf die Südinsel Neuseelands. Einmal rundherum ging die Fahrt, über geschlungene Pfade in den Bergen, über flaches Land am Meer, durch unaufgeregte Städte und einsame Gegenden. Aber nach Australien war das ja fast schon „a piece of cake“. Für jeden war etwas dabei. Ein Überblick in Bildern.

Stefans Südinseltour:

    

Franziscas Südinseltour:

    

Kaspars Südinseltour:

    

Julius‘ Südinseltour:

    

Stans Südinseltour:

    

Fleischeslust

22. Dezember 2011

Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt…diese Worte aus der Bibel werden wir zwar erst in Kürze hören. Kiwis allerdings nehmen dies wörtlich, gerade zu Weihnachten. Hier herrscht die Fleischeslust. Die Vorbereitungen auf den Weihnachtsschmaus beginnen. Die Tradition schreibt vor: Glazed Ham mit viel gebratenem Gemüse, danach ein Christmas Cake oder alternativ ein Christmas Pudding. Wer also ein Schwein zu Hause hat, sollte es dringends verstecken. Insgesamt also sehr britisch-orientiert.

Alternativ kommt alles Fleisch, was noch irgendwo rumliegt, auf den „Barbie“. Und umso Kiwi-klassischer, wenn dieser Barbie noch vor dem eigenen oder gemieteten „Bach“ (Wohnung/Hütte am Strand) liegt. Denn die Weihnachtszeit ist DIE Urlaubszeit für Neuseeländer. Alles, was „Wheels“ hat, flüchtet an den Strand.

Gefeiert wird übrigens am 25. Dezember. In der Früh werden der Weihnachtsbaum von den Kindern geplündert, die Geschenke geöffnet. Dann beginnt die kulinarische „Bescherung“. Und das Feiern hält bis zum Abend an. Der 24. hingegen eignet sich höchstens für ein vorweihnachtliches BBQ mit Freunden – und im Notfall wird halt noch Last-Minute-geshoppt.

Wir werden sehen, wie das Ganze für uns wird. Die Vorbereitungszeit haben wir Kiwi-technisch schon sehr entspannt verbracht. Kein Stress, kein Gewühl, keine Planungen, was aber natürlich auch am Umstand lag, dass wir hier feiern, fernab von weiterer Familie und Freunden in Deutschland und Österreich. Hat aber auch zur Folge, dass wir das Weihnachtsgefühl noch suchen müssen. Kommt bei 20 Grad und Sonne bis spät in den Abend dann doch schwer auf. Der „Festschmuck“ hält sich mit ein paar bunten Kugeln und selbstgebastelten Sternen und Weihnachtsanhänger ebenfalls in Grenzen. Auf den hier sehr verbreiteten Blinkiblinki-Weihnachts-Plastikbaum oder aufblasbare Rentiere & Co. hatten wir irgendwie auch keine Lust. Also lassen wir uns dieses Weihnachten einfach mal treiben.

Wünsche allen Leserinnen und Lesern dieses Blogs ein friedvolles, gemütliches Fest, wie auch immer das gefeiert wird. Jetzt aber muss an dieser Stelle Schluss sein. Muss noch Fleisch bunkern…

Kilometer, Kids und Kängurus: Die Weders in Australien

19. Dezember 2011

Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es auch wieder heraus. Das spricht wohl für Franzisca und mich und die Wahl unserer Worte als „elterliche Rufer“, in gleicher Form aber auch für den Wald, in unserem Fall unsere beiden Kinder Kaspar und Julius. Das bisschen  Stolz und Eigenlob erlaube ich mir an dieser Stelle einfach. Denn was wir mit den Kleinen „angestellt“ haben, dazu muss man schon aus besonderem Holz geschnitzt sein – nicht nur des Wald-Bildes wegen. Mehr als 4000 km in 11 Tagen haben wir in Australien’s Outback heruntergerissen. Dass es trotzdem oder gerade deswegen ein solch großartiges Familien-Erlebnis war, haben wir vor allem unseren beiden Kindern zu verdanken.  Sie waren geduldig, ausdauernd, liebevoll, trotz Hitze, trotz Gefangennahme im Kindersitz auf so manchem Outback-Kilometer, trotz ungewohnter Umgebung, trotz ungewohntem Rhythmus, mit einem Wort Top – aber mehr dazu unten!

Unsere Tour startete in Adelaide, wo wir auf dem Stuart Highway über Port Augusta und Coober Pedy bis nach Alice Springs „gedüst“ sind. Zurück über den Uluru und die Olgas sowie mit einem abschließenden Abstecher zu den Flinders Ranges und ins Clare Valley Weingebiet. Die Belohnung: Ein Woche Farm bei den Lockwoods, meiner Familie Nummer 2. Da Bilder bekanntlich mehr als Worte sprechen, lass ich diese ran: https://picasaweb.google.com/110240950975546356364/Australien2011.

Was aber waren die Erfolgsrezepte? Unsere essentiellen Top 3, die einen Australien-Outback-Trip mit Kids zu einem großen Spaß werden lassen.

Top 3: Das richtige Equipment!
Wer mich kennt, weiß: Ich stehe auf gute Infrastruktur – beim Arbeiten wie im Privaten. So war das auch in Australien als Grundlage für den Familien-Spaß. Unerlässlich hier: ein Campervan mit Kühlschrank, Campingstühle, iPhone und Autoradio mit USB-Anschluss, Wasser und Sonnencreme, Lego, Bücher und anderes Kinderspielzeug. Alles andere war nice to have, aber im Grunde Luxus.

Gerade für „weite“ Länder ist der Campervan einfach die beste Art, um mit Kindern zu reisen, auch wenn es preislich wohl insgesamt etwas mehr zu Buche schlägt als mit Auto und H/Motels. Das aber ist es wert. Es ist einfach alles da, was man braucht: Platz, Essen, Schlafmöglichkeit, Unterhaltung. Gerade letzteres ist wichtig für die Kids. Das iPhone sorgt für die Musik, da die Musikauswahl im Outback doch sehr eingeschränkt bis überhaupt nicht vorhanden ist. Gut, sich dann hundert mal die gleichen Kinderlieder anzuhören, gehört dann auch dazu. Bücher und Malutensilien sind für eine kurzweilige Ablenkung während und auch nach der Fahrt hervorragend geeignet. Und die Campingstühle? Die sind dann vor allem für die Erwachsenen ein Muss, um in bequemer Art und Weise unter dem weiten Sternenhimmel noch das eine oder andere kühle Getränk nach einem langen Tag genießen zu können.

Top 2: Ausreichend Zeit und wenig Plan!
Wir hatten keinen Plan. Nein, stimmt nicht ganz. Wir wussten, dass wir in 11 Tagen nach Alice Springs und zurück wollten, Outback erleben. Der Uluru war ebenfalls ein „Must“, alle anderen Plätze und Ausflugsziele aber fielen unter die Kategorie „vielleicht, wäre schön, muss aber nicht“. Die Rechnung war also großzügig angelegt, mit ausreichend Zeit für Ausflüge und andere Eventualitäten. Denn eines schien uns klar: Reisen mit Kids dauert im Ganzen einfach länger. Das fängt morgens beim Aufstehen und Zusammenräumen an und hört mit den durchgesessenen Pobacken am Abend auf. In diesem Bewusstsein sind wir locker los.

Das Lockere blieb, denn auch ohne Karte oder Detailplan: Man wird in Oz überall geholfen. In jedem kleineren Dörfchen gibt es das große „I“, wo es umfangreiches Material für alle Touristen zu den örtlichen Sehenswürdigkeiten sowie zu den kommenden hundert Kilometern gibt. Mal hier halten, mal dort halten, mal da fragen. Selbst als Mann kein Einbruch des Jäger-und-Sammler-Selbstbewusstseins. Denn damit kommt man überall hin. Und die Rechnung, die ging voll auf: kein Stress wegen scheinbar fehlender Tageskilometer, kein Stress bei vermeintlichen Umwegen, kein Stress bei (unerwarteten) Pausen, kein Stress wegen Übernachtungssuche. Herrlich! Urlaub!

Top 1: Grandiose Kids!
Vorweg: Eltern mit Kindern, für die bereits der Kurztrip zum Einkaufszentrum ein Graus ist, sollten Australien schnell vergessen. Da helfen auch die besten Top 2 und 3 nichts. Wir hatten Kaspar und Julius. Und es war wunderbar, Australien nicht nur durch unsere, sondern auch durch ihre Augen zu sehen. Klar hinterlassen die vielen Kilometer Spuren, ein bisschen Meckern hier, ein wenig Gezanke dort, es wäre ein Wunder, wenn es das nicht gäbe. Peanuts aber im Vergleich zu den eindrucksvollen Erlebnissen, die wir mit ihnen teilen durften: Wanderungen durch die Olgas, am Uluru und in den Flinders, die für die kleinen Füßchen wie Marathonläufe gewesen sein müssen, viele Geschichten von und mit Aborigines und ihren Naturgottheiten, unvergleichliche Männer-Abwasch-Orgien mit hilfreichen Ratschlägen, kreative „Ich sehe was, was Du nicht siehst“-Outback-Kilometer (wie viele verschiedene Knöpfe doch so ein Toyota-Cockpit hat…:-)) und einfach vielviel intensive Zeit miteinander. Und wenn wir ehrlich sind: Das war dann doch das eigentlich Großartige! Und dafür braucht es nicht einmal einen Camper, und eigentlich noch weniger Australien…

Geburtstagsmarathon Nummer 1

11. November 2011

Es war eine Premiere: Zum ersten Mal haben wir es ausprobieren dürfen, wie es sich anfühlt, wenn die beiden Jungs Geburtstag haben. Zwei Tage hintereinander, aufgereiht wie an einer Perlenkette. Um es vorwegzunehmen: Das Ergebnis fällt schon ein wenig zwiespältig aus. Oder vorsichtig ausgedrückt: Zum Glück sind die Kinder noch klein. Denn es schlaucht schon ein wenig, von der doppelten Vorbereitung über die eigentlichen Feiern bis hin zum Aufräumen. Geburtstagsmarathon. Und auf Langstrecken war ich noch nie der Beste…

Ich möchte gar nicht dran denken, wenn Kaspar und Julius in Richtung Pubertät unterwegs sind und dann mit ihren Kumpels und/oder Freundinnen einen drauf machen wollen. Wahrscheinlich dann sowieso ohne Eltern, aber ok, Zukunftsmusik. Und gut, Julius hat jetzt auch nicht wirklich mit 1.000 Freunden gefeiert. Aber gefeiert wurde.

Um die Feste aber so schön wie möglich zu gestalten, hat sich vor allem Franzisca tierisch ins Zeug gehauen: Ein Dampfschiffskuchen für Kaspar, ein Marienkäferkuchen für Julius. Dazu zusätzliche Backkunstwerke für den Kindergarten. Flutsch, ist ein Tag Vorbereitung auch schon wieder rum. Aber ein wenig ehrlich müssen Franzisca und ich wohl doch sein: Solche Anlässe sind auch für die Erwachsenen schön, selbst kleine Parallel-Feiern unter dem Kinderdeckmantel zu veranstalten. In diesem Sinne: Alles Gute, Jungs, immer weiter so…

Ausgebrochen

27. Oktober 2011

Mit Neuseeland und uns ist es wie mit einem Vulkan: Lange waren wir ruhig, aber jetzt sind wir ausgebrochen. Los geht’s. Die Insel will erobert werden. Trotz Kids hinterlassen wir aber deutlich weniger Zerstörung als die eben genannte Naturerscheinung. Will ich zumindest hoffen. Erste Ziele der letzten Wochenenden, und wie könnte es anders sein: die berühmte und berühmt berüchtigte Vulkangegend auf der Nordinsel rund um die Städte Taupo und Rotorua.

Taupo ist ein Stadt am größten See Neuseelands, der zufällig genauso heißt wie die Stadt. Der See ist eigentlich ein Vulkankrater, der sich mit Wasser gefüllt hat. Da drinnen: Forellen noch und nöcher. Der Grund, warum Taupo auch als die Trout Fishing Hauptstadt Neuseelands gilt. Hat nur 30.000 Einwohner, im Sommer verdoppelt sich die Anzahl.

Rotorua ist hingegen das touristische Epizentrum Neuseelands. Auch hier sind die Seen interessant, mehr aber noch ist Rotorua bekannt für seinen konstanten Schwefelgeruch und die Maori Villages, die das Leben und Treiben der ältesten Neuseeländer (nicht Einheimische!!) zeigen. Wir waren noch drin, fühlt sich aber ein wenig an wie die touristisch-triefenden Operetten- und Wienerlied-Darbietungen in Grinzing. Wir werden uns noch einmal selbst überzeugen. Diesmal war Entspannung angesagt.

Aufgrund fehlender kultureller Schätze wird auf zwei Säulen gesetzt: Natur und Action. Es gibt eigentlich kaum etwas, was in den beiden Städten Abenteuer-mäßig nicht machbar wäre: Bungee-  oder Fallschirmspringen, Sommerrodeln, Wassersport aller Art, Rundflüge, Jetboat-, Quads- und 4W4-Touren, Reiten, Tiere…  Das Jungs-Eldorado schlechthin. Wir haben uns dann im Vergleich zum Angebot ein eher ruhiges, „ausbruchsfreies“ Programm zusammengestellt: Prawn Fishing, Wasserfälle schauen, Schifferlrundfahrt, Honig- und Vulkanmuseeum sowie ein Rundgang in einem Schwefel-Geysir-Gebiet in Taupo, Forellen-Fischen, Hot Pools, Sommerrodeln und Wasserskifahren in Rotorua bzw. am Lake Rotoiti. Kurz gesagt: Ein Ausbruch, der gefallen hat – und umso schwerer in Worte zu fassen ist. Daher die Wederschen Vulkanerlebnisse in Bildern hier.

Ag Day

4. Oktober 2011

Ag Day - Spannung vor dem Wettbewerb

Wir werden immer mehr Kiwi. Mittendrin statt nur dabei. Zuerst Rugby, nun Ag Day. Ag Day ist die Kurzform für Agricultural Day – und der fand zuletzt an der Tamahere Model Country School statt, der Schule unserer Nachbarsjungs. An diesem Tag geht es um den wichtigsten Zweig der neuseeländischen Wirtschaft, der Landwirtschaft. Im Mittelpunkt: Lämmer, Kälbchen und Gemüse- und Getreidekunst.

Der Ag Day ist aber nicht einfach eine Landwirtschaftsmesse. Am Schulgelände findet ein beinharter Wettbewerb statt. Kinder, Eltern und Lämmchen sind bis unter die Hutkante motiviert. Das Ziel: Eines der begehrten „Ribbons“ zu ergattern. Während die aus Gemüse und Getreide geschnitzten, gebastelten und ausgestellten Kunstwerke begutachtet und dann prämiert wurden,  floss in den Tier-Disziplinen richtig Schweiß und Blut.  Drei unterschiedliche Aufgaben waren zu bewältigen: Freies Gehen, Leinenführung und Zucht-Wissen. Erinnerte irgendwie an Hundeerziehung, nur mit anderen Tieren. Ganz in weiß gekleidet: die Juroren, die auf jeden noch so kleinen Ungehorsam des Tieres oder fachliche Unwissenheit der kleinen „Breeder“ mit Punktabzug reagierten. Dementsprechend erwartungsvoll wurde den Ergebnissen entgegen gefiebert. Und die Sieger, die dürfen sich am kommenden Wochenende in einer Regionalausscheidung mit den Siegern anderer Schulen messen.

Für unbedarfte europäische Städter wie uns war das ein besonderes Erlebnis. Kaspar wollte alles genau wissen, Julius war überwältigt von den vielen Lämmern, sind diese Tiere doch äußerst geduldig und spüren dank der dicken Wolle kaum, dass sie nicht gestreichelt sondern eigentlich gerupft werden…

Zur Vorbereitung auf den Ag Day trainierte Cam, der Nachbarsjunge, im Garten bei uns mit Milky, dem Nachbarslamm, rund vier Wochen lang. Leider ohne Erfolg: Milky ging leer aus. Ob das aber bedeutet, dass er bald als Chops auf dem Grill landet, entzieht sich meiner Kenntnis. Und apropos Essen und gegessen werden: Früher gab es am Ag Day noch mehr Tiere. Aber nachdem vor ein paar Jahren ein Hund einmal eine Katze gefuttert hatte, wurden diese Tiere aus dem Programm gestrichen…

Cam und Milky beim "Leading"

Fachtalk unter Züchtern...Kaspar, Franzisca und Dan

Meet the Robinsons

29. September 2011

Die Robinsons...

Das sind die Robinsons. Die Robinsons sind eine Familie aus Hamilton, Neuseeland. Klingt komisch, ist aber so. Die Robinsons wohnen direkt neben uns. Sie nennt man auch Vermieter. Für uns sind sie aber Freunde.

Der Große, das ist der Dan. Oder Dan the Man. Denn Dan ist ein echter Mann. Er kann nicht nur Nägel gerade in die Wand schlagen, sondern hat auch ein eigenes Zimmer. Ein Zimmer voller Männer-Spielsachen. Kommt ihr in das Zimmer, seht ihr schon den großen Beamer über dem 5-Sitzer-Leder-Sofa. Er wandelt das Signal der Sky-Sports-Channel um in buntes Licht und sendet das direkt an die große Leinwand auf der anderen Seite des Raumes. Neben dem Sofa steht auch noch ein Kühlschrank. Da ist nichts drin, außer Bier. Klingt komisch, ist aber so.

Das Dumme an Neuseeland ist, dass die großen Sportevents meist immer in Europa oder den USA stattfinden – und daher immer, wenn Dan schläft. Deshalb hat Dan einen Rekorder, mit dem er die ganzen Sportübertragungen aufnehmen kann, um sie später anzusehen. Toll, nicht. Und Dan hat einen neuen Freund mit großen Augen, Stefan heißt der. Er hat sich vorgenommen, doch einige Zeit mit Dan zu verbringen. Zum Glück findet ja auch gerade die Rugby-WM statt, zufällig auch in Neuseeland. Praktisch…(Go All Blacks!!).

Die einzige Frau heißt übrigens Tania. Sie ist die gute Seele im Haus. Sie kann ganz toll rechnen. Zum einen ist unsere Miete immer richtig angegeben, zum anderen arbeitet sie an der Universität im Statistik-Lehrstuhl. Da hat sie immer mit vielen Zahlen zu tun. Klingt komisch, ist aber so. Und Tania hat eine neue Freundin, Franzisca heißt die. Und wenn Stan the Van mal nicht will, fahren sie auch gemeinsam an die Uni.

Zählen muss Tania auch zu Hause gut können, zumindest bis drei. Denn Tania hat drei Söhne: Matt, Cameron und Gabriel. Oder Matt, Cam und Gabe. Sie sind 12, 10 und 8 Jahre alt. Auch sie haben einen neuen Freund, Kaspar heißt der.  Und er macht große Augen. Denn Matt, Cam und Gabe sind große Jungs, wie ihr Dad mit coolen Spielsachen: Trampolin, Fußballtore, Rugby, jede Menge Bälle, Swimmingpool, eine Art selbstgezimmerte Seifenkiste, Scooter, eine Daddelkonsole mit Spielen, Disney-DVDs und vieles mehr. Und Kaspar darf damit spielen. Aber Kaspar darf vor allem mit den großen Jungs spielen. Bubenherz, was willst Du mehr…Stefan fände die Kids auch voll in Ordnung, würden sie nicht immer diese Fußballtrikots von Mannschaften und Spielern tragen, die einem deutschen Fußballfan ein wenig auf den Magen schlagen: Torres, Pirlo, Spanien, Italien, Liverpool, Chelsea, Manchester United. Da wird wohl zur Missionierung ein Xmas-Import aus Deutschland fällig…

Der letzte bei den Robinsons ist Buzz, der Kater. Er jagt schon wieder Vögel und Hasen, die er den Robinsons gerne mal vorbei bringt. Deshalb ist er auch nicht auf dem Foto. Die Robinsons freuen sich darüber nicht so sehr. Buzz aber ist das egal. Buzz hat gleich zwei neue Freunde, Kaspar und Julius heißen die. Streicheln lässt sich Buzz gerne, Schwanzzupfen gefällt ihm da schon weniger. Ach ja, und da ist auch noch der tierische Austauschstudent. Milky sein Name, ein Lamm. Er kam zu den Robinsons mit zwei Wochen, hat trainiert für den „Ag Day“, den Landwirtschaftstag an der Schule von Cam. Morgen ist die große Prämierung. Dann wird uns Milky wieder verlassen. Als Tier, nicht als Steak – und das ist hier auch schon einmal was…

So, das waren die Robinsons. Und wenn ihr ganz artig seid, dann nimmt Euch Dan the Man vielleicht mal mit in sein Reich.

Wie viel ohne?

15. Februar 2011

Vater sein ist eine emotionale Sache. Rationelle Gründe für Kinder? Da wird es eng. Und es ist ja nicht so, wie die Sparkassen-Werbung so herzerfrischend suggeriert. Aber es geht einem das Herz über, wenn man in die lachenden Augen von zwei solchen Knirpsen wie den meinen (und an dieser Stelle sei mir das „meinen“ hier gegönnt…:-)) blickt. Was auch immer quält, stresst oder einmal nach unten zieht – kurz „Katze“ oder „Feuerwehr“ gespielt und das Drama ist dahin.

Doch es gibt Momente, die braucht man für sich – privat oder beruflich. Gerade gestern haben wir die Planungen für die nächsten Wochen, den diesjährigen Urlaub und so manches Wochenende allein in Angriff genommen. Mit dabei: Tage nur für mich. Wie viel ohne die Kinder ist drin? Wie lange halte ich es ohne die beiden Schlingel aus? Und wie lange hält es Franzisca aus? Die Antwort dazu habe ich nicht gefunden. Es geht wohl über das Probieren. Mein 2,5wöchiger Australien-Trip im vergangenen Jahr war schön. Aber Kaspar habe ich dadurch lange nicht gesehen, zu lange.

Dies wird es – so die Planung – in diesem Jahr nicht geben. Das Motto: We are family (auch wenn ich keine sisters with me habe sondern meine Söhne…aber auch wir „get up and sing“). Eine Woche ohne ist im Moment das Maximum. Ein Luxus, wenn ich an Berufsgruppen wie Kraftfahrer oder Außendienstler denke. Und auch klar, meine beiden Jungs sind auch noch jung. Das macht sicher einen Unterschied. Aber wie ist es bei Euch? Wie lange haut es bei Euch ohne Kids hin, ohne dass das Herz explodiert? Wie macht ihr das? Bin schon gespannt auf Eure Tipps…