Posts Tagged ‘Job’

Fazit Väterkarenz, Teil 5 – Arbeitgeber

17. März 2009

Ich höre die Frage immer wieder: Und? Der Arbeitgeber hat in Sachen Väterkarenz mitgespielt? Ja, das hat er – so meine einfach Antwort. Und das ist für alle, die eine Väterkarenz planen, sicherlich von hoher Bedeutung. Auch für mich war das nicht anders. Schließlich macht man sich so seine Gedanken, ob einem dieser Schritt zugestanden wird, wie es nach der Väterkarenz weitergeht, ob dann der persönliche Sessel  noch da ist, welche Einschnitte das in der Karriere bedeutet.

Seit 1,5 Monaten sitze ich jetzt wieder in meinem Bürostuhl. Und natürlich hat sich in der Zeit, in der ich „weg“ war, vieles verändert. Neue Kolleginnen und Kollegen, neue Kunden, neue Aufgaben. Auch wenn das PR-Geschäft prinzipiell das gleiche ist, war es für mich doch ein klein wenig wie ein „Neuanfang“. Lange hat es nicht gedauert, sich zu aklimatisieren, das geht ziemlich fix. Und das Wichtigste: Was ich mache, macht Spaß.

Was die „Auszeit“ für die Karriere wirklich bedeutet, das kann ich im Moment noch nicht sagen. Da müssen wohl noch einige Monate oder Jahre ins Land ziehen. Ich weiß nur eins: Durch Kaspar und die Väterkarenz wurde mein persönliches Modell „Karriere“ um eine wichtige Komponente reicher.

Advertisements

Fazit Väterkarenz, Teil 3 – geistiger Anspruch

11. März 2009

Müsste ich mein Hirn nach den acht Monaten Väterkarenz kurz beschreiben, würde ich wohl „frisch durchgelüftet“ wählen. Dass Windeln wechseln und Kinderwagen schieben von der geistigen Herausforderung nicht mit dem PR-Leben, wo so schöne Dinge wie Argumentation, Kreativität und Konzeption an der Tagesordnung stehen, vergleichbar ist, war mir von Anfang an klar. Das habe ich gar nicht anders erwartet. Mussten die Gehirnwindungen halt andersweitig auf Trab gehalten werden – allem voran viel Lektüre, und das eine oder andere Rätsel war auch dabei… 🙂 . Gehirn auf Standgas praktisch. Vom zeitlichen Anspruch jedoch habe ich, wie ja schon geschrieben, die Aufgabe Väterkarenz doch deutlich unterschätzt.

Falls das jetzt negativ geklungen haben sollte: So ist mein Fazit ganz und gar nicht gemeint. Im Gegenteil: Die Karenzzeit hat mir die Möglichkeit gegeben, neue gedankliche Wege zu beschreiten, durch den zwischenzeitlichen Abstand zum Job jetzt wieder mit anderen Denkweisen an Aufgaben heranzugehen. Wie gesagt: „Frisch durchgelüftet“.

Vom Wollen und Tun!

10. Februar 2009

Eigentlich wollte ich hier viel mehr schreiben, eigentlich wollte ich langsam mein Fazit der Väterkarenz beginnen, eigentlich wollte ich die Neuigkeiten zur Entwicklung in Sachen einkommensabhängiges Karenzgeld in Österreich bekannt geben, eigentlich wollte ich noch ein paar Bilder hochstellen, eigentlich wollte ich….aber ich…

…habe Spaß an meinem neuen alten Job…

…will die Zeit, die ich morgens und abends mit meiner kleinen Familie habe, nicht durch weitere Zeit am Computer vergeuden…

…genieße die neue, spannende Alltagswelt…

Fazit: Alles bestens!

Morgen-Abend-Papa

4. Februar 2009

Er schmeckt recht gut, der PR-Alltag. Soviel kann ich nach den ersten beiden Tagen zurück im Job schon sagen. Die hohe Schlagzahl, die manchmal hektischen Momente um einen herum, die Witzeleien unter KollegInnen, der Flurtalk – es kribbelt wieder. Und auch der Schreibtisch füllt sich bereits mit Unterlagen.

Für Kaspar bin ich nun klarerweise der Morgen-Abend-Papa. Morgens weg, abends wieder da. Am ersten Tag muss Kaspar des Öfteren nach „Papa“ verlangt haben. Ich krieg das ja zum Glück nicht mit. Wir verlegen halt jetzt das Kuscheln und Spielen auf Früh und Spät. Und irgendwie scheint es, dass  Kaspar und ich bzw. unsere Alltage sich grad anpassen: Beim Gehen in der Früh vermissen wir den anderen, im Job bzw. in der Kinderkrippe (so nehm ich jetzt mal an) sind wir reichlich abgelenkt und am Abend freuen wir uns auf den anderen. Auch irgendwie schön!

Berufswelt, ich bin wieder hier!

2. Februar 2009

Die Hemden sind gebügelt, die Anzüge aus der Reinigung, die Uhr bereitgelegt, das Notebook eingepackt, die Frisur sitzt, der Bart ist ab, das Monatsticket der Öffis gekauft und der Kopf, naja, der ist zum Glück eh immer dabei. Alles in allem: Ich bin bereit für das Leben nach der Karenz, für meinen Job.

Heute fange ich wieder bei Hochegger an. Und ich geb es zu: Ich bin tierisch aufgeregt. Ich freue mich auf meine KollegInnen, auf die bevorstehenden „PR-Denksportaufgaben“, auch auf die Jour Fixes. Ich freue mich darauf, mich wieder mit vollem „Saft“ in neue Herausforderungen zu schmeißen. Und ich freue mich auch darauf, abends wieder zu Kaspar nach Hause zu kommen und (hoffentlich) mit einem herzhaften „Papa“ begrüßt zu werden.

8 Monate Väterkarenz (Ende) – Spannung und Vorfreude

30. Januar 2009

Tatsächlich, es ist vorbei. Meine Zeit zu Hause mit Kaspar endet. Acht Monate sind rum. Kurz zusammengefasst: Der Jänner war geprägt von einer Mischung aus Vorfreude auf den Job und Spannung, was wohl die Monate danach bringen werden.

Kaspar schlägt sich weiterhin bravorös. Immer mehr Tiere werden perfekt immitiert, die ersten Wortfetzen sind in Arbeit, und egal, was wir auch tun und wie turbulent es auch manchmal zugeht, das Lachen gehört zu seinen Spezialdisziplinen.

starschnitt

Die letzten Tage haben wir zu zweit noch einmal männertechnisch ausgekostet und eine ganz intensive Zeit ohne Franzisca erlebt. Für ein Fazit lasse ich aber erst mal ein paar Tage im Job verstreichen. Dazu war die Karenzzeit zu facettenreich, vielschichtig sowie lehr- und erfahrungsreich. Wir beide, Kaspar und ich, sind enorm gewachsen – jeder auf seine Weise. Wie wir zur Zeit der Welt entgegenlächeln, gibt es natürlich wieder auf den Vorher/Nachher-Seiten.

Zum Nachlesen aber noch einmal die Väterkarenz-Monate in Etappen:

Gute Vorsätze…

7. Januar 2009

…für das neue Jahr sind schnell aufgestellt – und vermutlich genauso schnell wieder gebrochen. Ich habe jedenfalls diese Erfahrung schon das eine oder andere Jahr gemacht. Daher nur Kleinigkeiten für 2009: ein wenig mehr Sport treiben und im Job wieder durchstarten, ohne meine kleine Familie zu vernachlässigen. Das Motto: Fit und gestählert in neue Herausforderungen und Erfahrungen.

Während ersteres wohl aufgrund der niedrigen Latte der vergangenen Jahre wirklich unter „Kleinigkeit“ fallen dürfte (bin auch schon fleißig dabei, dem Weihnachtsspeck den Kampf anzusagen… 🙂 ), wird zweiteres wohl etwas diffiziler. Jedenfalls werden unsere gemeinsamen Planungen und Termin-Koordinationen für meinen Wiedereinstieg in den Beruf und die darauf folgenden Monate immer konkreter. Die Anspannung, aber mittlerweile auch schon eine gewisse Vorfreude steigt mit jedem Tag auf der „Karenzzielgeraden“. Ich bin wirklich gespannt, was das Jahr 2009 bringt – und wie ich mich mit meinen guten Vorsätzen so schlage.

5 Monate Väterkarenz – Alltag im Nacken

1. November 2008

Will ich ihn jetzt oder will ich ihn nicht – den immer gleichen Alltag? Diese Frage sowie einige Gedanken dazu habe ich mir in der Karenzzeit hier, hier und hier schon öfters gestellt. Und eigentlich hatte ich geglaubt, zum richtigen Zeitpunkt die richtige Antwort zu finden bzw. zu wissen, was ich wann will. Nun muss ich wohl sagen, dass ich scheinbar doch immer das will, was ich nicht habe. Oder anders, wie in der Medizin: Eine Überdosis von was auch immer kann nie wirklich gut sein.

Auf jeden Fall pendelt sich mein Leben mit Kaspar grad stark ein. Zwar sind wir drei und werden wir drei auch weiter zwischen den beiden Welten Klagenfurt-Wien hin und her wuseln, aber innerhalb der Woche bzw. an den einzelnen Tagen gibt es für Kaspar jetzt Konstanz: Aufstehen, Frühstück 1, Morgenschläfchen, Zwischenmahlzeit, Spielen/Einkaufen/Erledigungen, Mittagessen, Mittagsschläfchen, Spielen/Einkaufen/Erledigungen, Zwischenmahlzeit, Spielen/Einkaufen/Erledigungen, Abendessen, Einschlafzeremonien und Gute Nacht. Klingt einfach, in den vorherigen Monaten inkl. USA-Trip allerdings taten wir uns schon manchmal schwer, diesen „Plan“ einzuhalten. Ob das eine oder andere jetzt besser oder schlechter für wen auch immer war, lasse ich hier mal einfach so dahingestellt… 🙂

Langeweile kommt mit diesem Alltag im Nacken dennoch nicht auf, auch wenn ich mich dabei erwischt habe, zum ersten Mal etwas länger über den Februar 2009 und meinen Jobwiedereinstieg nachgedacht zu haben. Denn selbst wenn Kaspar kränkelt, die Backenzähne schmerzen, er depperte Anwandlungen hat oder sonst wie schlecht drauf ist, ist doch jede neue Situation wieder eine neue Herausforderung – für mich, für mein Nervenkostüm, für meine Vaterrolle. Naja, zumindest nehm ich es so. Und die guten, lustigen Zeiten überwiegen natürlich bei Weitem.

Wie wir beiden „Grinsekater“ uns weiterentwickeln im Laufe der Karenzmonate, natürlich wieder aktuell auf den Vorher/Nachher-Seiten.

d’Raxn kraxln

4. August 2008
Die Hochegger-Gipfelstürmer

Die Hochegger-Gipfelstürmer ©Humitsch

Wenn der Berg ruft, dann muss man auffi. Am Wochenende hat er, in unserem Falle die Rax, seine Stimme erhoben. Wir haben es bis Wien gehört und uns auf gemacht, den rauen Felsen zu erklimmen. „Bergführer“ Christoph hatte eine 17köpfige Abenteurertruppe aus HocheggerianerInnen, also meinen ehemaligen und zukünfigen ArbeitskollegInnen, sowie deren „flüchtige Bekanntschaften der letzten Nächte“ für diese Expedition zusammengetrommelt. 🙂 Mit dabei auch die jüngsten Gipfelstürmer Kaspar und Luis: Während alle anderen die Oberschenkelmuskulatur trainierten, ließen sie sich bequem in „Kraxn“ ins Ziel schleppen. Kunststück, dass Kaspar seine erste Bergtour sichtlich genossen hat. 🙂

Die Kraxler beim Aufstieg

Die Kraxler beim Aufstieg

Der Weg führte über den Wachthüttelkamm im Großen Höllental bis zum Ottohaus auf 1.642 Meter Höhe. Kein Steig, keine Leitern, keine Geröllfelder wurden ausgelassen. Der Lohn: Ein Riesen Glücksgefühl am Schutzhaus, ein toller Ausblick, das verdiente „Gipfelgetränk“ – und ein Mordsdrum Muskelkater am nächsten Tag. Aber nach so einem schönen Erlebnis darf des Kätzchen ruhig mal maunzen…

Weitere Bilder des Tages im Webalbum.

1 Monat Väterkarenz – ein Zwischenfazit

1. Juli 2008

Mir kommt es vor als wäre es gestern. Wirklich, 1 Monat Väterkarenz liegt nun mit dem heutigen Tag hinter mir – wie schnell doch die Zeit verfliegt (genau das gleiche habe ich mir, wie ich gerade selbst nachlese, vor Beginn der Väterkarenz auch gedacht). 🙂 Was ist also von den damaligen Fragen übergeblieben?

Wie wird sie werden, die Zeit bei und mit meinem Sohn Kaspar?
Mit einem Wort: Großartig. Es ist wirklich toll zu sehen und hautnah dabei zu sein, wie Kaspar die Welt entdeckt, Tag für Tag was neues lernt und wie wir  beide zusammen(_)wachsen. Das war ja auch DER Grund, warum ich mich überhaupt zur Väterkarenz entschlossen habe.

Komme ich zurecht zwischen Wickelkommode und Herd?
Ich würde sagen, überraschenderweise gut. Obwohl hier sicherlich noch Defizite zu verzeichnen sind. Zum Glück ist Franzisca noch da und zieht wohl im Hintergrund noch die Fäden. 🙂 Das alles unter einen Hut zu bringen, ist wirklich nicht einfach. Ich ziehe den Nämlichen vor allen Alleinerziehern.

Werde ich den Job und die Spannung vermissen oder geht sie mir gar nicht ab?
Im Moment habe ich nicht einmal richtig die Zeit, mir darüber Gedanken zu machen. Kaspar hält mich voll auf Trab – und ich denke kaum, dass dies abnehmen wird. Ich würde sagen, warten wir noch mal einen Monat, wenn das derzeit immer noch Spannende mehr zu ‚Alltag‘ wird.

Bin gespannt, wie es so weitergeht. Auf Anregung von Marc (danke Dir!!) habe ich nun auch eine Vorher-Nachher-Seite eingerichtet, auf der fotografisch übersichtlich gezeigt wird, was die Väterkarenz aus Kaspar und mir macht. 🙂