Posts Tagged ‘Kinderbetreuungsgeld’

Fazit Väterkarenz, Teil 2 – Kosten

10. März 2009

Ich gebe zu: Ich konnte es anfangs schwer verstehen, wenn ein Vater den Wunsch nach Väterkarenz hatte, sich diesen aber aufgrund finanzieller Einbussen nicht erfüllt hat. Jetzt – nach acht Monaten Väterkarenz – sehe ich das ein wenig differenzierter. Geld spielt eine Rolle, gerade mit Kind. Die Anschaffungskosten von Klamotten, Möbel, Kinderwagen, Kindersitz und Co. sind nicht zu unterschätzen, dazu die laufenden Ausgaben durch Futter oder Windeln, da kommt schon was zusammen, keine Frage.

Entschieden haben wir uns damals für das 15+3-Paket. 800 Euro im Monat heißt das. Klingt eigentlich gar nicht schlecht, und gerade wenn man es mit internationalen Maßstäben vergleicht, ist das nicht wenig. In den USA ist so etwas wie Väterkarenz im Grunde gänzlich unbekannt, was wir auch durch die meist verwunderten Reaktionen auf unserem USA-Trip feststellen durften.  Auf jeden Fall war es gut, auf die Väterkarenz hin etwas auf die hohe Kante gelegt zu haben. Das, was vom Konto wegging, war weitaus größer als das, was durchs Betreuungsgeld reinkam. Für mich persönlich hätte sich das in Planung befindliche einkommensabhängige Karenzgeld sicherlich bezahlt gemacht. Und der Wiener Entschluss, die Kindergärten nun praktisch gratis anzubieten, kommt dem Börserl sicherlich noch weiter zu Gute.

Dennoch: Für einkommensschwächere Familien und Familien, die allein durch das Einkommen des Vaters getragen werden, ist die Entscheidung für die Väterkarenz sicherlich eine schwere, genaues kalkulieren ist angesagt. Und ich kann jetzt ein Nein zur Väterkarenz aus finanziellen Gründen durchaus verstehen.

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Papamonat: Ziel 2010

28. Dezember 2008

Immer mehr politische Stimmen werden hier und hier laut, die für den Papamonat wie für das einkommensabhängige Kinderbetreuungsgeld als Starttermin 2010 anpeilen. Während der Papamonat scheinbar mit wenig Gegenwehr rechnen muss, wird das einkommensabhängige Kinderbetreuungsgeld wohl mit der Finanzierungsfrage geklärt werden. Zu Letzterem gibt es ja schon einige europäische Beispiele, die nicht so schlecht laufen, insbesondere wenn es um das Ziel geht, Väter zu einem größeren Beitrag in Sachen Kindererziehung zu motivieren. Also, lieber gut kopiert als schlecht selbstgemacht.

Schwarz auf Weiß: Papamonat im Koalitionspakt verankert

24. November 2008

Gemunkelt wurde ja schon viel im Vorfeld. Jetzt liegt das Koalitionspamphlet auf dem Tisch. Wenn’s kommt, wie’s noch etwas vage zwar, aber doch geschrieben steht, wär’s echt klasse – die geplante neue Familienpolitik der geplanten, neuen Großen Koalition in Österreich: Nicht nur der „Papamonat“, auch ein einkommensabhängiges Karenzgeld sind die angestrebten Ziele. Details wurden noch ausgespart (und da wird sicher noch genau hingeschaut werden müssen), aber klingt auch schon mal ganz allgemein formuliert nicht schlecht. Also, liebe kommende Ministerinnen und Minister, ranhalten, den ebenfalls versprochenen neuen Stil des Regierens auch wirklich durchziehen, schnell alles Vage konkretisieren, die „Finanzierungsvorbehalte“ lösen und agieren. Bin schon gespannt…

Papamonat: Es scheint, er kommt

10. November 2008

Es tut sich mal wieder was in Sachen Papamonat: Wie es den starken Anschein hat, haben sich die vermeintlichen Koalititonspartner der kommenden neuen/alten österreichischen Regierung aus ÖVP und SPÖ auf ein gemeinsames Modell geeinigt: einen Monat sollen Väter beim einkommensabhängiger Papamonat zuhause bleiben dürfen. Die Presse hier ist zumindest voller Zuversicht hier und hier und hier. Na dann, auf auf, ich bin gespannt, wie es und vor allem wie schnell es weitergeht. Von dem auch schon einmal mehrfach angedachten und angesprochenen einkommensabhängigen Karenzgeld wie in Deutschland ist zwar keine Rede mehr (da vermutlich zu teuer), aber immerhin kleine Schritte…

Versichern, anlegen, sparen, ausgeben?

31. Oktober 2008

Heute ist Weltspartag – und wieder mal Zeit, sich Gedanken zu machen, was man als treusorgender Vater mit seinen übrigen Euronen anfangen soll (wenn mit dem Karenzgeld nach Windeln, Hipp & Co. noch was auf dem Konto ist). Zumindest geht es aktueller kaum, denn die Finanzkrise beutelt die Aktienmärkte auch ganz schön. Was also machen? Im Moment bin ich ein wenig auf dem Standpunkt „Geld ausgeben“, langfristig ist das aber wohl insbesondere für Kaspar nicht so sinnvoll.

Wie haltet Ihr das? Welche Versicherungen sind für einen Papa Pflicht? Welche habt ihr und was würdet ihr empfehlen? Sollte ich mein Geld weiter munter für schöne, angenehme Dinge ausgeben, besser unters Kopfkissen stecken oder investieren in Aktien, Fonds, Festgeldanlagen, Gold, Öl, Bausparer…?

Farbgerangel um Papamonat und Karenzgeld

24. September 2008

Was war das für ein Possenspiel um den Papamonat. Dafür, dagegen, dafür, aber nur wenn, dann aber mit und ohne… Lang lebe der Wahlkampf. Das bunte Farbenspiel der politischen Parteien für Mehrheiten vor der Wahl war wirklich lustig mitanzusehen – und das nur aus den Internetquellen, auf die wir in den USA zurückgreifen konnten. Bin ich froh, dass ich am Sonntag bei der Wahl kein Kreuzerl machen darf. Naja, wenn ich über die Grenze nach Deutschland schaue, muss ich still sein, denn um so vieles besser scheint es der großen Koalition auch nicht zu gehen.

Auf jeden Fall scheinen die Abstimmungen über Papamonat und einkommensabhängiges Karenzgeld grade am Laufen zu sein. Showdown, bin gespannt, wie’s ausgeht. Muss mal schnell zum TV…

FORMATfüllend

29. Juni 2008

Wieder sind – gemäß Andy Warhols Zitat – 5 Minuten meiner und Kaspars „15 Minuten Ruhm im Leben“ rum 🙂 : Für einen Überblicksartikel zum Thema „Väterkarenz, Papamonat usw.“ mit dem Titel „Die Vaterfreuden“ wurde ich vom österreichischen Wirtschafts- und Finanzmagazin FORMAT neben anderen Karenzvätern interviewt, Kaspar und ich zudem noch geknipst. Jetzt strahlen wir auf Seite 20 der Menschheit entgegen. Und was mich besonders freut: Mein Blog hat’s ebenfalls in die Geschichte geschafft, gleich im zweiten Absatz:

„Andere gehen die Elternzeit geplanter an: „Heute ist der Tag, an dem mein neuer Lebensabschnitt beginnt“, bloggte PR-Berater Stefan Weder am 1. Juni. Vor knapp vier Wochen hat sich der 31-jährige für dei kommenden acht Monate von Hochegger PR verabschiedet. Der Grund dafür heißt Kaspar und ist siebeneinhalb Monate alt.“

Na, wenn das kein Ansporn ist, weiter zu bloggen…

Kinderbetreuungsgeld: ich kriegs

20. Juni 2008

Mann’o’Mann, diesmal kann’s der Titel meines Blogs gar nicht besser treffen. Letzte Woche habe ich endlich, endlich, endlich meine Bestätigung der Krankenkasse auf dem Tisch, dass alles durch ist und das Kindergeld bewilligt ist. Seit meinem Antrag sind Monate vergangen, ohne dass ich einmal schriftlich Meldung erhalten hätte in Form von „wird bearbeitet, passt alles“ etc. Ob es wohl Probleme gab mit dem Thema „ein Mann, der in Karenz geht, wo gibt’s denn sowas“. 🙂 In Karenz zu gehen, ohne zu wissen, ob das Geld auch kommt, ist kein gutes Gefühl. Gut, es wäre bei uns schon gegangen, aber ich denke nur an weniger finanzstarke Familien, die wirklich auf das Geld angewiesen sind. Was müssen die dann zittern? Zur Ehrenrettung muss jedoch gesagt werden, dass die Damen und Herren am Telefon alle recht freundlich waren bei den Malen, wo wir sie gequält haben. Mündlich gabs das „passt schon“ dann schon, aber wie war das noch einmal mit dem Spatz in der Hand…Egal, die letzte gedankliche Hürde ist gefallen.

Karenzmodell scheint sich zu bewähren

4. Juni 2008

In Österreich gibt es seit Anfang des Jahres ja ein neues Karenzmodell, das insbesondere Männer zu mehr Mitarbeit in der Kinderziehung bewegen soll. Die ersten Zahlen jedenfalls (Berichte hier und hier) scheinen die Intention zu stützen. Gerade bei der kurzen Karenzvariante, zu der auch ich gehöre, „springen“ die Männer auf. Die Gesamtzahl der karenzierten Männer scheint jedoch immer noch gering zu sein. Ich bin übrigens 15+3, wobei die Flexibilität uns und meine 8 Monate Väterkarenz eigentlich zu einem 7+8 macht.

15+3=18 oder die hohe Mathematik der Karenz

9. Mai 2008

Ich bin ein 18er, oder besser ein 15+3er. Jeder, der sich mit der neuen Karenzregelung in Österreich schon einmal auseinandergesetzt hat, weiß, wovon ich spreche. Oder Kinderbetreuungsgeld NEU, wie es so schön kreativ heißt (nicht zu verwechseln mit dem Kindergeld oder der Familienbeihilfe, als Deutscher in Österreich hatte ich mit der Unterscheidung da echt oft Probleme 🙂 . In dieser Variante haben meine Frau und ich, da wir uns in der Betreuung von Kaspar abwechseln, also insgesamt 18 Monate Anspruch auf Kinderbetreuungsgeld. 26,60 Euro am Tag gibt es dabei. Da geht sich schon ein Schnitzerl aus…. 🙂 Insbesondere, was die Anreize für Väter und Karenz betrifft, ist die neue Regelung durchaus ein Schritt nach vorne. Ich jedenfalls kann mit der jetzigen „Karenz-Mathematik“ in Österreich gut leben. Und auch wenn das Finanzielle immer eine gewisse Rolle spielt: Letztendlich, und davon bin ich fest überzeugt, liegt die Entscheidung, ob ein Mann in Ganzzeit-Väterkarenz geht, an der Person selbst, an der Einstellung, am Charakter, an der Bereitschaft, die Erzieher-Rolle zu Hause voll einzunehmen. Wenn das nicht gegeben ist, bringt auch die höchste Mathematik-Kunst die falschen Resultate.