Posts Tagged ‘Mobilität’

5 Dinge, die wir an NZ NICHT vermissen werden…

30. Mai 2012

Du kannst am schönsten Fleck der Erde sein, und dennoch ist nicht alles perfekt. Bei Neuseeland und uns ist das nicht anders. Teil 1 des NZ-Resumees – und die Top 5 der Dinge, die wir an NZ nicht vermissen werden:

5) 100 % pure?
Es ist der Slogan von Neuseelands Tourismus: 100 % pure. Die Bilder dazu: Bergseen, weite, grüne Landschaften, Meer und Weite. Teilweise mag das stimmen, das Gesamtbild der Inseln schaut aus unserer Sicht jedoch anders aus: Neuseeland ist angelegt, Land- und Holzwirtschaft die bestimmenden Faktoren. Wo früher Wälder en masse standen, gibt es grüne Weidefläche oder Monokulturen. Zwar dank der hügeligen Landschaft auch hübsch anzusehen, aber nicht pure. Dazu: Die meisten Gebiete sind eingezäunt, Privatwege, klar festgelegte Wege und Routen. Zudem trübt das im Vergleich zu Europa gefühlt schwache Umweltbewusstsein das Bild der Reinheit: Eine Flut von Plastiksackerl beim Einkaufen (und fragende Blicke, wenn wir diese abgelehnt haben), SUVs und „alte Kisten“ bestimmen die Szenerie auf den Straßen. Zumindest das Recycling ist in Ordnung: So wird eines der Kiwi-Hauptnahrungsmittel, Fish&Chips, in altes Zeitungspapier eingewickelt…

4) Kulinarische Köstlichkeiten
OK, es war uns schon klar, dass Neuseeland international nicht gerade für seine kulinarischen Spezialitäten bekannt ist. Aber was wirklich übrig bleibt: Während Salz und Gewürze in den meisten Gerichten fehlen, gibt es eines im Überfluss: Toast. Kiwi-Spezialität am Fingerfood-Buffet: Grüner Spargel in Toast. Spezialität beim Kinder-BBQ: Grillwürstl in Toast. Spezialität für Kinder zu Mittag im Kindergarten: Spagetti in Toast. Und fehlt einmal Dämmmaterial beim Hausbau – ich denke, auch hier findet sich bestimmt ein weiteres Einsatzgebiet für den laschen Brotersatz…

3) Autoabhängigkeit
Ein Bein für einen Radweg, nein, mir würde schon ein anständiger Gehweg reichen. In Neuseeland ist alles auf das Auto ausgelegt. 1 Meter raus aus der Stadt und Du bist verloren als unmotorisierter Zweiradler. Eine Rad-Tour mit Kaspar ist vom Adrenalin wohl knapp unter meinem Bungy-Sprung angesiedelt. Abstand halten zum Radler? Wozu? Runter von Gas? Warum? Das Auto regiert. Hat es mal ein paar Macken und muss serviciert werden, gibt es ein echtes Problem. Naja, für uns war es das zumindest. Die meisten Kiwis haben ja eh zwei Autos…Was aber verwundert: Wenn schon alles so Auto-fixiert sein muss, warum sind die Straßen denn dann soooo schlecht? Aber auch hier gibt es einen Vorteil: Durch das ständige Ruckeln und Hüpfen aufgrund der Unebenheiten und Schlaglöcher sind die Kids auf unseren Touren meist recht schnell eingeschlafen…

2) Lebenshaltungskosten
Auf die Frage, warum die Bierpreise in Neuseeland so hoch sein, soll ein Wirtschaftskapitän einmal gesagt haben: „Weil die Leute bereit sind, so viel zu zahlen!“ Fair enough – und nur ein Beispiel. Aber die Lebenshaltungskosten sind, insbesondere im Vergleich zum (möglichen) Verdienst, immens, abgeschiedene Insellage hin oder her. NZ kämpft derzeit gegen eine Emigration von Kiwis in Richtung Australien, wo für den gleichen Job oftmals das 3- bis 5-fache gezahlt wird, branchenabhängig. Würde mich auf jeden Fall nicht wundern, wenn das „System“ hier irgendwann einmal zusammenbricht. Uns hat Neuseeland jedenfalls ein großes Loch in die Kassen gebrannt. Aber das ist erstens etwas anderes als „Halbtouristen“, die wir waren, und zweitens war es jeden Cent wert!!!

1) Das Wetter
Gut, es war der schlechteste Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Dafür kann Neuseeland nichts. Aber gemacht für Insel-Klima sind wir nicht. Zumindest nicht für das gesamte Jahr. Was uns präsentiert wurde, war nicht Fisch und nicht Fleisch. Werden das Gefühl nicht los, das ganze Jahr nur ein Wetter gehabt zu haben. Tagsüber ein Mix aus Regen, Wind und ganz nett, nachts einfach nur kalt. Jahreszeiten, Fehlanzeige, auch dadurch unterstützt, dass Neuseeland nicht „riecht“: Keine Frühlingsfrische, kein Sommerlüftchen, kein Herbstmoder. Daher wird wohl als eines der ersten Dinge zurück in Österreich etwas sein, was wir schon lange nicht mehr genossen haben: Eine richtig schöne, lange, laue Sommernacht auf der eigenen Terrasse…und möge sie noch so Jetlag-bedingt sein…

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Wackelmutig

28. Januar 2012

Da lang...

Es ist schon ein Geeier: Erst kann man es gar nicht erwarten, dass der eigene Nachwuchs auf eigenen Füßen steht und mal ordentlich in der Welt herumstapft, und dann geht es so schnell, dass man kaum hinterher kommt. Mir passiert mit meinem Julius. Wieder mal. Wie bei Kaspar. Und dabei hab ich mir doch geschworen, nicht die gleichen Fehler wieder zu machen. Eltern, wohl doch durchwegs ambitionierte Erziehungsmaschinen. Aber was soll’s!

Auf jeden Fall ist Julius unstoppbar. Im Kinderwagen sitzen, keine Chance. Und wenn dann nur, wenn die Augen schon mehr als auf Halbmast stehen. Klar, würde ich wahrscheinlich auch so machen: Wenn schon laufen, dann immer, überall, überall hin. Wurst, ob etwas im Weg liegt. Geht man halt drüber, wackelt, plumpst, fällt, steht auf und geht wieder weiter. Oder klettern: Wen kümmert es, dass Leitern am Kinderspielplatz hoch sind, dass es auf der anderen Seite von Betten wieder nach unten geht und es sich daher nicht empfiehlt, im Kopfsprung den Weg nach unten anzutreten? Julius kümmert es jedenfalls nicht, die Eltern dafür umso mehr. Da heißt es schnell sein.

Aber sollten wir uns wundern? Nein, schließlich eifert Julius in jeglicher Weise seinem Vorbild, seinem großen Bruder nach. Dass dieser schon drei Jahre mehr Erfahrung, längere Beine und so etwas wie ein halbwegs funktionierendes Gleichgewichtsgefühl hat, will ihm in seinem Alter natürlich noch nicht in den Sinn. Aber Scooter fahren wollen. Aber in der gleichen Geschwindigkeit um die Ecken flitzen. Aber mit Karacho sich einfach auf irgendetwas und irgendwen zu schmeißen, das geht auch schon mit kleinen Baby-Stumpen.

Für die Wackel-Dackel-Orgien, die Julius dank seiner neuen Mobilität Tag für Tag hinlegt, hält sich die Verletzungsstatistik wundersamer Weise im Rahmen. Bis auf dicke blaue Flecken und ein paar Kratzer steht noch nicht viel auf der Haben-Seite. Kann auch so bleiben, wenn es nach mir ginge. Also, hin und wieder halb lang machen, und doch immer schön üben. Oder nicht? Und da ist es wieder, das Geeier. Vergiss es, mach es wie Forrest: Lauf, Julius, lauf…

 

Kilometer, Kids und Kängurus: Die Weders in Australien

19. Dezember 2011

Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es auch wieder heraus. Das spricht wohl für Franzisca und mich und die Wahl unserer Worte als „elterliche Rufer“, in gleicher Form aber auch für den Wald, in unserem Fall unsere beiden Kinder Kaspar und Julius. Das bisschen  Stolz und Eigenlob erlaube ich mir an dieser Stelle einfach. Denn was wir mit den Kleinen „angestellt“ haben, dazu muss man schon aus besonderem Holz geschnitzt sein – nicht nur des Wald-Bildes wegen. Mehr als 4000 km in 11 Tagen haben wir in Australien’s Outback heruntergerissen. Dass es trotzdem oder gerade deswegen ein solch großartiges Familien-Erlebnis war, haben wir vor allem unseren beiden Kindern zu verdanken.  Sie waren geduldig, ausdauernd, liebevoll, trotz Hitze, trotz Gefangennahme im Kindersitz auf so manchem Outback-Kilometer, trotz ungewohnter Umgebung, trotz ungewohntem Rhythmus, mit einem Wort Top – aber mehr dazu unten!

Unsere Tour startete in Adelaide, wo wir auf dem Stuart Highway über Port Augusta und Coober Pedy bis nach Alice Springs „gedüst“ sind. Zurück über den Uluru und die Olgas sowie mit einem abschließenden Abstecher zu den Flinders Ranges und ins Clare Valley Weingebiet. Die Belohnung: Ein Woche Farm bei den Lockwoods, meiner Familie Nummer 2. Da Bilder bekanntlich mehr als Worte sprechen, lass ich diese ran: https://picasaweb.google.com/110240950975546356364/Australien2011.

Was aber waren die Erfolgsrezepte? Unsere essentiellen Top 3, die einen Australien-Outback-Trip mit Kids zu einem großen Spaß werden lassen.

Top 3: Das richtige Equipment!
Wer mich kennt, weiß: Ich stehe auf gute Infrastruktur – beim Arbeiten wie im Privaten. So war das auch in Australien als Grundlage für den Familien-Spaß. Unerlässlich hier: ein Campervan mit Kühlschrank, Campingstühle, iPhone und Autoradio mit USB-Anschluss, Wasser und Sonnencreme, Lego, Bücher und anderes Kinderspielzeug. Alles andere war nice to have, aber im Grunde Luxus.

Gerade für „weite“ Länder ist der Campervan einfach die beste Art, um mit Kindern zu reisen, auch wenn es preislich wohl insgesamt etwas mehr zu Buche schlägt als mit Auto und H/Motels. Das aber ist es wert. Es ist einfach alles da, was man braucht: Platz, Essen, Schlafmöglichkeit, Unterhaltung. Gerade letzteres ist wichtig für die Kids. Das iPhone sorgt für die Musik, da die Musikauswahl im Outback doch sehr eingeschränkt bis überhaupt nicht vorhanden ist. Gut, sich dann hundert mal die gleichen Kinderlieder anzuhören, gehört dann auch dazu. Bücher und Malutensilien sind für eine kurzweilige Ablenkung während und auch nach der Fahrt hervorragend geeignet. Und die Campingstühle? Die sind dann vor allem für die Erwachsenen ein Muss, um in bequemer Art und Weise unter dem weiten Sternenhimmel noch das eine oder andere kühle Getränk nach einem langen Tag genießen zu können.

Top 2: Ausreichend Zeit und wenig Plan!
Wir hatten keinen Plan. Nein, stimmt nicht ganz. Wir wussten, dass wir in 11 Tagen nach Alice Springs und zurück wollten, Outback erleben. Der Uluru war ebenfalls ein „Must“, alle anderen Plätze und Ausflugsziele aber fielen unter die Kategorie „vielleicht, wäre schön, muss aber nicht“. Die Rechnung war also großzügig angelegt, mit ausreichend Zeit für Ausflüge und andere Eventualitäten. Denn eines schien uns klar: Reisen mit Kids dauert im Ganzen einfach länger. Das fängt morgens beim Aufstehen und Zusammenräumen an und hört mit den durchgesessenen Pobacken am Abend auf. In diesem Bewusstsein sind wir locker los.

Das Lockere blieb, denn auch ohne Karte oder Detailplan: Man wird in Oz überall geholfen. In jedem kleineren Dörfchen gibt es das große „I“, wo es umfangreiches Material für alle Touristen zu den örtlichen Sehenswürdigkeiten sowie zu den kommenden hundert Kilometern gibt. Mal hier halten, mal dort halten, mal da fragen. Selbst als Mann kein Einbruch des Jäger-und-Sammler-Selbstbewusstseins. Denn damit kommt man überall hin. Und die Rechnung, die ging voll auf: kein Stress wegen scheinbar fehlender Tageskilometer, kein Stress bei vermeintlichen Umwegen, kein Stress bei (unerwarteten) Pausen, kein Stress wegen Übernachtungssuche. Herrlich! Urlaub!

Top 1: Grandiose Kids!
Vorweg: Eltern mit Kindern, für die bereits der Kurztrip zum Einkaufszentrum ein Graus ist, sollten Australien schnell vergessen. Da helfen auch die besten Top 2 und 3 nichts. Wir hatten Kaspar und Julius. Und es war wunderbar, Australien nicht nur durch unsere, sondern auch durch ihre Augen zu sehen. Klar hinterlassen die vielen Kilometer Spuren, ein bisschen Meckern hier, ein wenig Gezanke dort, es wäre ein Wunder, wenn es das nicht gäbe. Peanuts aber im Vergleich zu den eindrucksvollen Erlebnissen, die wir mit ihnen teilen durften: Wanderungen durch die Olgas, am Uluru und in den Flinders, die für die kleinen Füßchen wie Marathonläufe gewesen sein müssen, viele Geschichten von und mit Aborigines und ihren Naturgottheiten, unvergleichliche Männer-Abwasch-Orgien mit hilfreichen Ratschlägen, kreative „Ich sehe was, was Du nicht siehst“-Outback-Kilometer (wie viele verschiedene Knöpfe doch so ein Toyota-Cockpit hat…:-)) und einfach vielviel intensive Zeit miteinander. Und wenn wir ehrlich sind: Das war dann doch das eigentlich Großartige! Und dafür braucht es nicht einmal einen Camper, und eigentlich noch weniger Australien…

Spitz(en)findig

16. August 2011

Lieber Julius,

warum machst Du das? Muss denn das sein? Muss erst etwas passieren? Oder willst Du, dass sich Dein Papa aufregen muss? Ich stelle Dir diese offenen Fragen, weil es mir einfach nicht in den Sinn will, warum Du Deine (Auf-)Stehversuche gerade immer, zielsicher an der einen, einzig gefährlichen Stelle in unser beschaulichen Hütte, der Ecke des Wohnzimmertisches (der im Übrigen sowieso schon an die Wand gerückt ist), betreiben musst.

Wie oft hole ich Dich dort weg? Und wie oft zieht es Dich wie ein Magnet wieder genau an diese Ecke? Dabei gibt es dort doch gar nichts Interessantes. Alles, was dort stand, haben wir entfernt. Und auch das Angebot für Deine Übungen rundherum ist doch nicht so schlecht: Couch, Hochstuhl, Fenster, Türrahmen usw.

Also bitte, kleiner, großer Grinser, weg von der Tischecke.

Danke für Dein Verständnis,

Dein Papa

Verkehr verkehrt

11. August 2011

Stan schlägt sich wirklich tapfer. Stan, das ist unser kleines, großes Van-Monster. Obwohl Stan mehr säuft als Charlie Sheen, älter zu sein scheint als Jopi Heesters und stärker wackelt als der Qualitäts-Pudding, den Hr. Ruß-Mohl für die Journalisten an die Wand nageln will (Anmerkung: Kommunikationswissenschaftler-Anekdote), wir lieben Stan. Und er gibt es uns zurück mit schönen Momenten auf neuseeländischen Straßen.

Auf diesen besagten Straßen herrscht Verkehr verkehrt. Heißt: Die Kiwis fahren auf der linken Straßenseite. Und da machen wir doch mal mit, dachten sich Stan und ich. Daran gewöhnt hat man sich schnell – ebenfalls an die zahlreichen Kreisverkehre und die schlecht bzw. schlicht asphaltierten Straßen. Hiergegen muten selbst Klagenfurts Schlaglöcher-Highways wie ein Daunenbett an. Allein bei zwei Situationen tun sich Stan und ich noch schwer: Dem Blinken und dem Rechtsabbiegen.

Stan ist eine Automatik-Kiste. Schalten ist nicht, macht Stan alles selbst. Doch manchmal wünsche ich mir die Gangschaltung zurück. Denn in stressigen Situationen würde ich die, im neuseeländischen Fall dann wohl linke Hand gerne auf dem „Knüppel“ liegen haben. Dann würde beim vermeintlichen Blinker-Setzen auch nicht ständig der Scheibenwischer angehen. Und nicht einmal Stan erinnert mich daran, dass Scheibenwischer und Blinker „vertauscht“ sind. Aber alles nicht so dramatisch. Scheint doch der Blinker bei manchen Autos und ihren Fahrern sowieso zur Sonderausstattung zu gehören – zumindest zu der, die noch nicht eingebaut ist.

Der zweite Problemfall in Sachen Autofahren in Neuseeland hingegen wiegt schon schwerer: das Rechtsabbiegen. In Neuseeland gilt Rechts vor Links. Kennen wir, können wir? Nicht ganz. Wir stellen uns vor: Stan und ich fahren auf der linken Seite und wollen rechts abbiegen. Wir müssen also die entgegenkommende Fahrbahn kreuzen. Daher heißt es geduldig warten auf die Lücke. Jetzt kommt das Spannende: Wollen Autos der Gegenfahrbahn ebenfalls in die Straße einbiegen, in die Stan und ich wollen, blinken diese links, aber fahren eben nicht gleich rein in die Straße, sondern halten an und lassen Stan und mich „vor“. Logisch, weil wir eben von rechts kommen, auch wenn wir dabei die Straße kreuzen. Und sie bleiben auch stehen, obwohl wir noch nicht einmal die Straße kreuzen, also noch stehen und auch noch keine Anstalten machen loszufahren.

Denn die Schwierigkeit dabei: Die Autos, die hinter dem Linksabbieger auf unserer Gegenfahrbahn fahren, interessiert das Halten des Vordermanns meist wenig. Wenn genug Platz ist, überholen diese das wartende Fahrzeug und fahren auf ihrer geraden Spur (und damit uns gegenüber natürlich auf ihrer Vorfahrtsspur) weiter. Dann müssen Stan und ich weiter warten. Egal, klingt kompliziert, ist auch so. Oder auch nicht. Also entweder aufmalen oder selbst kommen und ausprobieren.  Stan und ich zeigen Euch das gerne…

PS: Stan hat sich verschönert und ein „Buttlifting“ machen lassen. Die Wederei, nun auch präsent auf Neuseelands Straßen…

NACHTRAG (19.3.2012): Wie es scheint, liest die Neuseeländische Regierung meinen Blog. Oder so. Wie auch immer, mit 25.3.2012 wird genau die oben angesprochene Regel mit den Rechts-vor-Links bei bestimmten Abbiegesituationen entschärft bzw. verändert. Ob die vielen Unfälle mit Touristenbeteiligung dran Schuld sind, entzieht sich meiner Kenntnis. Jedenfalls gilt nun: „The top of the T goes before me“ und „if you are turning right, give way“, nachzulesen unter http://www.giveway.govt.nz inkl. Videos, Beispielen, Grafiken perfekt aufgemacht, wie ich finde. Nur mein „Blinkproblem“, das krieg ich auch mit diesen Änderungen nicht in den Griff…

Aufrechtes Kerlchen

26. Juli 2011

Julius - noch auf allen Vieren, aber bald schon ein aufrechtes Kerlchen...

Eines vorweg: Wir haben grandiose Kids. Klar, das sagen alle Eltern, aber es gehört einfach an dieser Stelle betont. Denn was die kleinen Kerlchen die letzte Wochen so auf sich nehmen mussten, war schon hart. Insbesondere Julius. Da hat er gerade einmal begonnen, kennen zu lernen, was Mobilität wirklich heißt, und dann wird er gleich zu 24 Stunden Dauerstillsitzen im Flieger verdonnert. Da sind die ganzen Spiel-, Rassel- und Baumelgimmicks der Fluggesellschaften dieser Welt nur ein schwacher Trost.

Und weil es noch nicht genug war, kommt gleich nach der Landung noch ein zweistündiger Autoritt, festgezurrt im Kindersitz, durch neuseeländische Lande. Oh, da wäre ich aber auch stinkig. Und plötzlich ist Tag, wo doch eigentlich Nacht sein sollte. Frechheit, dieses Neuseeland. Dann haben auch noch die Zähne in NZ-Woche 1 noch so richtig gearbeitet und die Backen puderrot gefärbt. Zum Glück gibt es nun feste Nahrung, wo die Kiefer so richtig schön eingekaut werden können.

Hr. Hipp, sie haben dabei leider verloren. Mit ihrem Brei- und Gemüsematsch kommen sie bei Julius nicht an. Der Kleine steigt gleich voll ein, je knuspriger und fester, desto besser. Denn wer mobil und ein aufrechtes Kerlchen werden will, braucht echte Kraft und Energie. Gut, dass es einen großen Bruder gibt, dem man alles nachmachen kann, mit dem man Hochziehen trainieren und um die Wette krabbeln kann. Zu den ersten, echten Schritten scheint es nicht mehr weit. Und dann wird bald nicht mehr Kaspar sondern Usain verfolgt. Obwohl, bei der Statur von Julius kommt mir eher eine andere Sportart in den Sinn – und für die sind wir hier genau richtig: der NZ-Nationalsport Rugby.

Coolness schlägt Vernunft

25. Juli 2011

Was sind wir doch für coole Säue!! Kinder, entschuldigt diese Ausdrucksweise, aber Mama und Papa waren böse, verdammt böse. Und alle Sicherheitsfanatiker bitte weghören: Wir sind stolze Besitzer eines neuen Autos, nein, eines Vans – eines lässigen, coolen und wohl so etwas von unvernünftigen 1997er Nissan Largo Highway Star.

Booohaaa, gebt mir ein Surfbrett, einen Sixpack und blondes Haar – und die Beach gehört mir. Da das mit dem Sixpack wohl noch etwas dauert, fürchte ich, dass es wohl in dem einen Jahr bei Kindersitzen und gemütlichem Cruisen durch Neuseeland bleiben wird. Aber in der Kiste sicherlich ein unnachahmliches Erlebnis.

Und wenn Mama und Papa schon den Rebellen raushängen lassen, dann richtig. Nein, da geht man nicht einfach zum Autohändler seiner Wahl. Nein, da ersteigert man sich sein Auto. Nervenkitzel pur für die Wederschen Gambler. Wer schlägt zu? Franzisca, die Coolness in Person, bei der Auktion jedoch mit Hummeln im Hintern. Oder Stefan, innerlich den gesamten Tag angespannt, in der Minute der Auktion jedoch mit Pokerface? Spannung pur jedenfalls in einer vollgeparkten Fliegerhalle mit Autos, die in Deutschland und Österreich bei den TÜV- und Pickerl-Prüfern höchstens ein müdes Lächeln auf die Lippen zaubern könnten. Die Nummer 13 war unsere Glückszahl, und das Auto unser. Na dann, wir sind die Coolsten, wenn wir cruisen, wenn wir durch Neuseeland düsen… http://www.youtube.com/watch?v=SW7oja1FKcY

Keep rollin’…

8. April 2011

Julius hat soeben die erste Lektion seiner Mobililtätsausbildung erfolgreich absolviert. Nachdem bis zuletzt nur Strampeln drin war, hat er sich nun für die nächste Stufe qualifiziert. Auf in Richtung „Robben“, weiter geht’s, Julius, und…

Wie viel ohne?

15. Februar 2011

Vater sein ist eine emotionale Sache. Rationelle Gründe für Kinder? Da wird es eng. Und es ist ja nicht so, wie die Sparkassen-Werbung so herzerfrischend suggeriert. Aber es geht einem das Herz über, wenn man in die lachenden Augen von zwei solchen Knirpsen wie den meinen (und an dieser Stelle sei mir das „meinen“ hier gegönnt…:-)) blickt. Was auch immer quält, stresst oder einmal nach unten zieht – kurz „Katze“ oder „Feuerwehr“ gespielt und das Drama ist dahin.

Doch es gibt Momente, die braucht man für sich – privat oder beruflich. Gerade gestern haben wir die Planungen für die nächsten Wochen, den diesjährigen Urlaub und so manches Wochenende allein in Angriff genommen. Mit dabei: Tage nur für mich. Wie viel ohne die Kinder ist drin? Wie lange halte ich es ohne die beiden Schlingel aus? Und wie lange hält es Franzisca aus? Die Antwort dazu habe ich nicht gefunden. Es geht wohl über das Probieren. Mein 2,5wöchiger Australien-Trip im vergangenen Jahr war schön. Aber Kaspar habe ich dadurch lange nicht gesehen, zu lange.

Dies wird es – so die Planung – in diesem Jahr nicht geben. Das Motto: We are family (auch wenn ich keine sisters with me habe sondern meine Söhne…aber auch wir „get up and sing“). Eine Woche ohne ist im Moment das Maximum. Ein Luxus, wenn ich an Berufsgruppen wie Kraftfahrer oder Außendienstler denke. Und auch klar, meine beiden Jungs sind auch noch jung. Das macht sicher einen Unterschied. Aber wie ist es bei Euch? Wie lange haut es bei Euch ohne Kids hin, ohne dass das Herz explodiert? Wie macht ihr das? Bin schon gespannt auf Eure Tipps…

Wasi 2030

21. Dezember 2010

Aller Anfang ist schwer...

Aller Anfang ist schwer. Bis zu WM in Garmisch wird es wohl noch nichts, aber die ersten Schritte auf den neuen „Rennfuchs-Brettln“ waren schon recht vielversprechend. Im Jänner wird weiter geübt. Dann steht der erste Skikurs an. Und dann, spätestens im Jahr 2030, wird das langjährige Leistungstief der deutschen Skiherren ein Ende finden (…und da sage noch einmal einer etwas über Eltern, übertriebenem Ehrgeiz und Leistungsdruck, der auf die Kinder projeziert wird, nein, wir doch nicht…:-)).