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Ein geschenkter Gaul, der nicht läuft

3. Dezember 2010
Klagenfurt-Body

Strampeln für Klagenfurt? Wir werden sehen...

„Willkommen in Klagenfurt“ – welche eine schöne Begrüßung für einen Neugeborenen. „Willkommen in Klagenfurt“ steht auch auf dem blauen Body, den Julius bzw. stellvertretend ich bei der Meldung am Standesamt Klagenfurt als Geschenk von Bgm. Scheider und der Stadt bekommen hat. Eine schöne, aufmerksame Geste, mit einem kleinen Haken: Soll ich Julius das wirklich anziehen?

Klamotten mit Städtenamen oder coolen Sprüchen sind waren in. Und über ein „Klagenfurt“-Laiberl mit Lindwurm hätte ich mich riesig gefreut. Aber wenn ich mir vorstelle, auf ein Baby zu schauen, das einen Body trägt, auf dem „Willkommen in Klagenfurt“ steht? Ist das das Klagenfurter Begrüßungskomitee? In Klagenfurt selbst vielleicht noch mit einem zugekniffenen Auge (er-)tragbar, aber man stelle sich den Body „Willkommen in Klagenfurt“ in Wien oder München vor?

Für mich als Kommunikationsexperten geht der Spruch also klar an der Zielgruppe vorbei, das Geschenk wurde „nicht mit den Augen der Zielgruppe zu Ende gedacht“. Auf dem Begrüßungs-Begleit-Brief ja, wunderbar, da freut mich das Klagenfurt-Hallo sehr. Am Body jedoch wirkt das  deplatziert.

Dabei hätte man auf sehr einfache Weise Humor beweisen können. „made in Klagenfurt“ oder ähnliches schießt mir da ins Gehirn (auch im Hinblick auf den „Made in Kärnten“-Slogan der Entwicklungsagentur ein kleines, regionales Augenzwinkern). Und der Lindwurm lässt ebenfalls zahlreiche Kommunikationsmöglichkeiten offen. OK, vielleicht nehme ich das Ganze einfach auch viel zu tragisch. Denn einem geschenkten Gaul, ob er nun läuft oder nicht, schaut man wohl sprichwörtlich nicht ins Maul.

PS: Wie es in Sachen Zielgruppenkommunikation deutlich besser gehen kann, hat für mich Stiegl vorgemacht. Die Salzburger Brauerei hat in die obligatorischen „Baby-Willkommenspakete“, die mit Windel-, Öl- und Cremeproben von Hipp über Milupa und Pampers sowie Säften und Getränken nur so gefüllt sind, auch an die Väter gedacht. Ein Gutschein für einen 6er-Träger versüßt mir das Papa-Dasein. Wunderbar!!

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Fazit Väterkarenz, Teil 5 – Arbeitgeber

17. März 2009

Ich höre die Frage immer wieder: Und? Der Arbeitgeber hat in Sachen Väterkarenz mitgespielt? Ja, das hat er – so meine einfach Antwort. Und das ist für alle, die eine Väterkarenz planen, sicherlich von hoher Bedeutung. Auch für mich war das nicht anders. Schließlich macht man sich so seine Gedanken, ob einem dieser Schritt zugestanden wird, wie es nach der Väterkarenz weitergeht, ob dann der persönliche Sessel  noch da ist, welche Einschnitte das in der Karriere bedeutet.

Seit 1,5 Monaten sitze ich jetzt wieder in meinem Bürostuhl. Und natürlich hat sich in der Zeit, in der ich „weg“ war, vieles verändert. Neue Kolleginnen und Kollegen, neue Kunden, neue Aufgaben. Auch wenn das PR-Geschäft prinzipiell das gleiche ist, war es für mich doch ein klein wenig wie ein „Neuanfang“. Lange hat es nicht gedauert, sich zu aklimatisieren, das geht ziemlich fix. Und das Wichtigste: Was ich mache, macht Spaß.

Was die „Auszeit“ für die Karriere wirklich bedeutet, das kann ich im Moment noch nicht sagen. Da müssen wohl noch einige Monate oder Jahre ins Land ziehen. Ich weiß nur eins: Durch Kaspar und die Väterkarenz wurde mein persönliches Modell „Karriere“ um eine wichtige Komponente reicher.

Fazit Väterkarenz, Teil 3 – geistiger Anspruch

11. März 2009

Müsste ich mein Hirn nach den acht Monaten Väterkarenz kurz beschreiben, würde ich wohl „frisch durchgelüftet“ wählen. Dass Windeln wechseln und Kinderwagen schieben von der geistigen Herausforderung nicht mit dem PR-Leben, wo so schöne Dinge wie Argumentation, Kreativität und Konzeption an der Tagesordnung stehen, vergleichbar ist, war mir von Anfang an klar. Das habe ich gar nicht anders erwartet. Mussten die Gehirnwindungen halt andersweitig auf Trab gehalten werden – allem voran viel Lektüre, und das eine oder andere Rätsel war auch dabei… 🙂 . Gehirn auf Standgas praktisch. Vom zeitlichen Anspruch jedoch habe ich, wie ja schon geschrieben, die Aufgabe Väterkarenz doch deutlich unterschätzt.

Falls das jetzt negativ geklungen haben sollte: So ist mein Fazit ganz und gar nicht gemeint. Im Gegenteil: Die Karenzzeit hat mir die Möglichkeit gegeben, neue gedankliche Wege zu beschreiten, durch den zwischenzeitlichen Abstand zum Job jetzt wieder mit anderen Denkweisen an Aufgaben heranzugehen. Wie gesagt: „Frisch durchgelüftet“.

Morgen-Abend-Papa

4. Februar 2009

Er schmeckt recht gut, der PR-Alltag. Soviel kann ich nach den ersten beiden Tagen zurück im Job schon sagen. Die hohe Schlagzahl, die manchmal hektischen Momente um einen herum, die Witzeleien unter KollegInnen, der Flurtalk – es kribbelt wieder. Und auch der Schreibtisch füllt sich bereits mit Unterlagen.

Für Kaspar bin ich nun klarerweise der Morgen-Abend-Papa. Morgens weg, abends wieder da. Am ersten Tag muss Kaspar des Öfteren nach „Papa“ verlangt haben. Ich krieg das ja zum Glück nicht mit. Wir verlegen halt jetzt das Kuscheln und Spielen auf Früh und Spät. Und irgendwie scheint es, dass  Kaspar und ich bzw. unsere Alltage sich grad anpassen: Beim Gehen in der Früh vermissen wir den anderen, im Job bzw. in der Kinderkrippe (so nehm ich jetzt mal an) sind wir reichlich abgelenkt und am Abend freuen wir uns auf den anderen. Auch irgendwie schön!

Berufswelt, ich bin wieder hier!

2. Februar 2009

Die Hemden sind gebügelt, die Anzüge aus der Reinigung, die Uhr bereitgelegt, das Notebook eingepackt, die Frisur sitzt, der Bart ist ab, das Monatsticket der Öffis gekauft und der Kopf, naja, der ist zum Glück eh immer dabei. Alles in allem: Ich bin bereit für das Leben nach der Karenz, für meinen Job.

Heute fange ich wieder bei Hochegger an. Und ich geb es zu: Ich bin tierisch aufgeregt. Ich freue mich auf meine KollegInnen, auf die bevorstehenden „PR-Denksportaufgaben“, auch auf die Jour Fixes. Ich freue mich darauf, mich wieder mit vollem „Saft“ in neue Herausforderungen zu schmeißen. Und ich freue mich auch darauf, abends wieder zu Kaspar nach Hause zu kommen und (hoffentlich) mit einem herzhaften „Papa“ begrüßt zu werden.

Die Uhr tickt…

9. Mai 2008

…unaufhörlich. Jeder Tag bringt mich einen Tag näher in Richtung Väterkarenz. Ein komisches Gefühl. Gerade noch im spannenden, aufregenden PR-Berufsleben unterwegs, soll dies in ein paar Wochen für die kommenden 8 Monate ganz anders aussehen? Wie wird sie werden, die Zeit bei und mit meinem Sohn Kaspar? Komme ich zurecht zwischen Windelkommode und Herd? Werde ich den Job und die Spannung vermissen oder geht sie mir gar nicht ab? Hier auf meinem privaten Blog will ich über meine Erfahrungen und Erlebnisse in der Väterkarenz berichten. Auch wenn noch viele Fragezeichen offen stehen, freue ich mich tierisch auf die Zeit. Ich bin gespannt – und vielleicht ja ihr auch mit mir…