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5 Dinge, die wir an NZ vermissen werden…

4. Juni 2012

Was für ein Abenteuer war dieses knappe Jahr Neuseeland. Tolle und spannende Momente, schöne Erlebnisse, gute Freunde. Nach den Flop 5 unsere Top 5 der Dinge, die wir auf jeden Fall vermissen werden, wenn wir wieder zurück in heimischen Landen sind:

5) Nähe zu Australien
Eigentlich ist das ein ziemlich dämlicher Punkt, ein Positiv-Ranking für Neuseeland damit anzufangen. Aber sorry, Neuseeland, ich kann nicht herum, dass mir das Känguru-Land einfach mehr zusagt. Alleine schon aufgrund des Punktes 1 der Flop-Liste. Ich habe schon seit meiner Jugend ein ungeheimes Nahe- und Liebesverhältnis zu diesem Land entwickelt, da hat es jedes Land schwer. Vergleiche und so, weißt eh. Der „Familienausflug“ ins „Rote Zentrum“ war auf jeden Fall eines der Highlights des vergangenen Jahres. Es sind zwar immer noch Tausende von Kilometern über den „Ditch“, aber selbst das ist immer noch deutlich näher als von Europa.

4) Stan
Ich weiß, es ist und war nur ein Auto. Ein altes, eines mit einigen Macken, eines, das uns einige Zeit, mehr Nerven und noch mehr Geld gekostet hat. Aber dennoch: Stan hatte Charakter, Stan war einfach ein cooles Teil Metall. Aber vor allem: Stan war ein großer Teil unseres Abenteuers. Wäre es so schön und spannend geworden, die Insel ohne ihn zu erkunden? Ohne die familiären Anfeuerungssrufe, wenn es voll bepackt den Berg hinauf ging? Ohne die Nächte, die wir in ihm auf unzähligen Campingplätzen der Inseln verbracht haben? Ohne die Blicke und Fragen anderer Touristen, wie sich das mit dem Übernachten denn im Stan ausgeht? Ohne die AC/DC-Luftgitarren-Soli mit Kaspar? Nein, niemals…

3) Kinder-Wonderland
Ich bin jünger geworden in diesem Jahr Neuseeland. Nein, nicht körperlich. Dafür war das Essen dann doch zu einseitig. Aber geistig. Denn Neuseeland ist ein Traum für Kids und große Spielkinder. Es beginnt beim lockeren, freundlichen Umgang ohne spürbare, geistige Schubladen und hört bei den realen Angeboten auf. Platz ist da, Kinder raus in die Natur, Spielen. Ein Ball, ein Wort. Und für die Großen gibt es Fishing, Hunting, Biking, Bungy und und und. Platz ist ja auch genug da – und er wird auch genutzt. Der Grundstein für so viel Kind sein, der wird schon in jüngsten Jahren gelegt: Kaspar und Julius waren in einem Kindergarten, wo Kinder noch zu 100 Prozent Kinder sind. Ohne Kriege um die richtigen Erziehungsmethoden, ohne den gefühlten Zwang nach „Zusatzangeboten“, bei denen man dabei sein „muss“ und ohne die das eigene Kind in seiner Entwicklung gehemmt wäre, ohne den „Mein Shirt ist viel schöner als Deines“-Aspekt. Oder wie Calvin Klein es sagt: Just be…

2) Grandiose Ecken Natur
Auch wenn das eine große Wow-Erlebnis, das eine besondere, Dich emotional überflutende Reise-Prickeln nicht darunter war: Neuseeland hat grandios schöne Ecken Natur. Je mehr man aus den Städten raus kommt, je einsamer es wird, desto besser. Haben die Insel Länge mal Breite durchreist und viele schöne Erinnerungen gesammelt. Zu den Reisehighlights gehörten für mich Southland und die Catlins, die East Coast und Taranaki. Am besten einfach fahren. Müsste ich  Neuseeland in einem Satz beschreiben, würde ich sagen, dass Gott sich mit Neuseeland seine persönliche Motocross-Strecke gebaut hat – und damit es nicht gleich alle merken, hat er alle „Waschbretter“, Steilauffahrten und „Tables“ mit einem Golf-Rasen überzogen. Auf jeden Fall ein richtiges Land zum Sich-Verlieren.

1) Die Leichtigkeit des Freunde-Seins
Ein Land zu bereisen ist das Eine, darin zu leben das Andere. Und Neuseeland wäre nicht das für uns, was es ohne die Menschen geworden wäre, die hier zu Hause sind und die wir hier unsere Freunde nennen. Kiwis, so unsere Erfahrungen, sind wahnsinnig offene, freundliche Menschen, denen immens wichtig ist, dass es allen gut geht, dass sich alle, aber wirklich alle wohlfühlen auf ihrer Insel. Ein solch großes Zusammengehörigkeitsgefühl habe ich noch nirgends erlebt – und das nicht erst oder nur wegen der Christchurch-Erdbeben-Katastrophe. Als wir am Parkplatz mit Achsbruch gestrandet waren, hat ungelogen jedes zweite Auto mit für uns wildfremden Personen angehalten und uns angeboten, uns nach Hause zu fahren, durch die ganze Stadt wohlgemerkt. Nur ein Beispiel, aber für uns eines mit Symbolcharakter. Und wenn schon die fremden Kiwis so sind, könnt Ihr Euch sicher vorstellen, wie es dann erst mit unseren „wirklichen“ Freunden hier war. Ich kann nur Danke sagen allen, die uns hier mit offenen Armen empfangen und uns die Zeit versüßt haben. Thanks!!! You made our year…

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Sendepause

12. März 2012

Dem Blog geht es grad wie „Wetten dass…?„. Wirklich. Trotz relativ guter Quoten stellte sich nun doch die Sinnfrage. Ein bewährtes Format einstampfen? Hat es sich gar überlebt? Eine Entscheidung musste fallen. Nun mache ich nach dem Gottschalk auch noch den Lanz und starte wieder durch. Die Finger sollen wieder über die Tasten fliegen. Es geht weiter.

Es war aber auch wirklich was los in den letzten Monaten. Unser Auftrag: Durchkämmen der Inseln Höhe mal Länge mal Breite. Zuerst die Südinsel, dann noch mehr Nordinsel – zusammen mit großartigem Besuch aus der Heimat, Großmama und Anna. Zwischen sandigen Stränden ging es von Ost nach West, über erhabene Vulkane, an stinkenden Schlammpools vorbei. Mit Gefühlenswelten-Unterschieden wie deren von Elben und Orks. Und immer wieder der Mittelpunkt der Erde: Hamilton, unser beschaulich-bescheidenes Städtchen, das uns solch wunderbaren Unterschlupf gewährt…

Augen vorwärts, Kameraden, aufgewacht, denn jetzt ruft der Alltag wieder. Mama und Papa am Arbeiten, Kinder im Kindergarten. Klassische Familiensituation des hiesigen Jahrtausends. Oder nicht? Wäre doch Stoff für eine Diskussionsrunde, oder was denken Sie, Hr. Lanz?

Tief im Süden

23. Januar 2012

1 Insel, 4000 Kilometer, 16 Nächte, 43m freier Fall, 1 Kühler, 557 Fotos und 1.000 Eindrücke – so liest sich unser Resüme. Wir sind wieder zurück von unserer Abenteuerreise auf die Südinsel Neuseelands. Einmal rundherum ging die Fahrt, über geschlungene Pfade in den Bergen, über flaches Land am Meer, durch unaufgeregte Städte und einsame Gegenden. Aber nach Australien war das ja fast schon „a piece of cake“. Für jeden war etwas dabei. Ein Überblick in Bildern.

Stefans Südinseltour:

    

Franziscas Südinseltour:

    

Kaspars Südinseltour:

    

Julius‘ Südinseltour:

    

Stans Südinseltour:

    

Kilometer, Kids und Kängurus: Die Weders in Australien

19. Dezember 2011

Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es auch wieder heraus. Das spricht wohl für Franzisca und mich und die Wahl unserer Worte als „elterliche Rufer“, in gleicher Form aber auch für den Wald, in unserem Fall unsere beiden Kinder Kaspar und Julius. Das bisschen  Stolz und Eigenlob erlaube ich mir an dieser Stelle einfach. Denn was wir mit den Kleinen „angestellt“ haben, dazu muss man schon aus besonderem Holz geschnitzt sein – nicht nur des Wald-Bildes wegen. Mehr als 4000 km in 11 Tagen haben wir in Australien’s Outback heruntergerissen. Dass es trotzdem oder gerade deswegen ein solch großartiges Familien-Erlebnis war, haben wir vor allem unseren beiden Kindern zu verdanken.  Sie waren geduldig, ausdauernd, liebevoll, trotz Hitze, trotz Gefangennahme im Kindersitz auf so manchem Outback-Kilometer, trotz ungewohnter Umgebung, trotz ungewohntem Rhythmus, mit einem Wort Top – aber mehr dazu unten!

Unsere Tour startete in Adelaide, wo wir auf dem Stuart Highway über Port Augusta und Coober Pedy bis nach Alice Springs „gedüst“ sind. Zurück über den Uluru und die Olgas sowie mit einem abschließenden Abstecher zu den Flinders Ranges und ins Clare Valley Weingebiet. Die Belohnung: Ein Woche Farm bei den Lockwoods, meiner Familie Nummer 2. Da Bilder bekanntlich mehr als Worte sprechen, lass ich diese ran: https://picasaweb.google.com/110240950975546356364/Australien2011.

Was aber waren die Erfolgsrezepte? Unsere essentiellen Top 3, die einen Australien-Outback-Trip mit Kids zu einem großen Spaß werden lassen.

Top 3: Das richtige Equipment!
Wer mich kennt, weiß: Ich stehe auf gute Infrastruktur – beim Arbeiten wie im Privaten. So war das auch in Australien als Grundlage für den Familien-Spaß. Unerlässlich hier: ein Campervan mit Kühlschrank, Campingstühle, iPhone und Autoradio mit USB-Anschluss, Wasser und Sonnencreme, Lego, Bücher und anderes Kinderspielzeug. Alles andere war nice to have, aber im Grunde Luxus.

Gerade für „weite“ Länder ist der Campervan einfach die beste Art, um mit Kindern zu reisen, auch wenn es preislich wohl insgesamt etwas mehr zu Buche schlägt als mit Auto und H/Motels. Das aber ist es wert. Es ist einfach alles da, was man braucht: Platz, Essen, Schlafmöglichkeit, Unterhaltung. Gerade letzteres ist wichtig für die Kids. Das iPhone sorgt für die Musik, da die Musikauswahl im Outback doch sehr eingeschränkt bis überhaupt nicht vorhanden ist. Gut, sich dann hundert mal die gleichen Kinderlieder anzuhören, gehört dann auch dazu. Bücher und Malutensilien sind für eine kurzweilige Ablenkung während und auch nach der Fahrt hervorragend geeignet. Und die Campingstühle? Die sind dann vor allem für die Erwachsenen ein Muss, um in bequemer Art und Weise unter dem weiten Sternenhimmel noch das eine oder andere kühle Getränk nach einem langen Tag genießen zu können.

Top 2: Ausreichend Zeit und wenig Plan!
Wir hatten keinen Plan. Nein, stimmt nicht ganz. Wir wussten, dass wir in 11 Tagen nach Alice Springs und zurück wollten, Outback erleben. Der Uluru war ebenfalls ein „Must“, alle anderen Plätze und Ausflugsziele aber fielen unter die Kategorie „vielleicht, wäre schön, muss aber nicht“. Die Rechnung war also großzügig angelegt, mit ausreichend Zeit für Ausflüge und andere Eventualitäten. Denn eines schien uns klar: Reisen mit Kids dauert im Ganzen einfach länger. Das fängt morgens beim Aufstehen und Zusammenräumen an und hört mit den durchgesessenen Pobacken am Abend auf. In diesem Bewusstsein sind wir locker los.

Das Lockere blieb, denn auch ohne Karte oder Detailplan: Man wird in Oz überall geholfen. In jedem kleineren Dörfchen gibt es das große „I“, wo es umfangreiches Material für alle Touristen zu den örtlichen Sehenswürdigkeiten sowie zu den kommenden hundert Kilometern gibt. Mal hier halten, mal dort halten, mal da fragen. Selbst als Mann kein Einbruch des Jäger-und-Sammler-Selbstbewusstseins. Denn damit kommt man überall hin. Und die Rechnung, die ging voll auf: kein Stress wegen scheinbar fehlender Tageskilometer, kein Stress bei vermeintlichen Umwegen, kein Stress bei (unerwarteten) Pausen, kein Stress wegen Übernachtungssuche. Herrlich! Urlaub!

Top 1: Grandiose Kids!
Vorweg: Eltern mit Kindern, für die bereits der Kurztrip zum Einkaufszentrum ein Graus ist, sollten Australien schnell vergessen. Da helfen auch die besten Top 2 und 3 nichts. Wir hatten Kaspar und Julius. Und es war wunderbar, Australien nicht nur durch unsere, sondern auch durch ihre Augen zu sehen. Klar hinterlassen die vielen Kilometer Spuren, ein bisschen Meckern hier, ein wenig Gezanke dort, es wäre ein Wunder, wenn es das nicht gäbe. Peanuts aber im Vergleich zu den eindrucksvollen Erlebnissen, die wir mit ihnen teilen durften: Wanderungen durch die Olgas, am Uluru und in den Flinders, die für die kleinen Füßchen wie Marathonläufe gewesen sein müssen, viele Geschichten von und mit Aborigines und ihren Naturgottheiten, unvergleichliche Männer-Abwasch-Orgien mit hilfreichen Ratschlägen, kreative „Ich sehe was, was Du nicht siehst“-Outback-Kilometer (wie viele verschiedene Knöpfe doch so ein Toyota-Cockpit hat…:-)) und einfach vielviel intensive Zeit miteinander. Und wenn wir ehrlich sind: Das war dann doch das eigentlich Großartige! Und dafür braucht es nicht einmal einen Camper, und eigentlich noch weniger Australien…

Ausgebrochen

27. Oktober 2011

Mit Neuseeland und uns ist es wie mit einem Vulkan: Lange waren wir ruhig, aber jetzt sind wir ausgebrochen. Los geht’s. Die Insel will erobert werden. Trotz Kids hinterlassen wir aber deutlich weniger Zerstörung als die eben genannte Naturerscheinung. Will ich zumindest hoffen. Erste Ziele der letzten Wochenenden, und wie könnte es anders sein: die berühmte und berühmt berüchtigte Vulkangegend auf der Nordinsel rund um die Städte Taupo und Rotorua.

Taupo ist ein Stadt am größten See Neuseelands, der zufällig genauso heißt wie die Stadt. Der See ist eigentlich ein Vulkankrater, der sich mit Wasser gefüllt hat. Da drinnen: Forellen noch und nöcher. Der Grund, warum Taupo auch als die Trout Fishing Hauptstadt Neuseelands gilt. Hat nur 30.000 Einwohner, im Sommer verdoppelt sich die Anzahl.

Rotorua ist hingegen das touristische Epizentrum Neuseelands. Auch hier sind die Seen interessant, mehr aber noch ist Rotorua bekannt für seinen konstanten Schwefelgeruch und die Maori Villages, die das Leben und Treiben der ältesten Neuseeländer (nicht Einheimische!!) zeigen. Wir waren noch drin, fühlt sich aber ein wenig an wie die touristisch-triefenden Operetten- und Wienerlied-Darbietungen in Grinzing. Wir werden uns noch einmal selbst überzeugen. Diesmal war Entspannung angesagt.

Aufgrund fehlender kultureller Schätze wird auf zwei Säulen gesetzt: Natur und Action. Es gibt eigentlich kaum etwas, was in den beiden Städten Abenteuer-mäßig nicht machbar wäre: Bungee-  oder Fallschirmspringen, Sommerrodeln, Wassersport aller Art, Rundflüge, Jetboat-, Quads- und 4W4-Touren, Reiten, Tiere…  Das Jungs-Eldorado schlechthin. Wir haben uns dann im Vergleich zum Angebot ein eher ruhiges, „ausbruchsfreies“ Programm zusammengestellt: Prawn Fishing, Wasserfälle schauen, Schifferlrundfahrt, Honig- und Vulkanmuseeum sowie ein Rundgang in einem Schwefel-Geysir-Gebiet in Taupo, Forellen-Fischen, Hot Pools, Sommerrodeln und Wasserskifahren in Rotorua bzw. am Lake Rotoiti. Kurz gesagt: Ein Ausbruch, der gefallen hat – und umso schwerer in Worte zu fassen ist. Daher die Wederschen Vulkanerlebnisse in Bildern hier.

Aufrechtes Kerlchen

26. Juli 2011

Julius - noch auf allen Vieren, aber bald schon ein aufrechtes Kerlchen...

Eines vorweg: Wir haben grandiose Kids. Klar, das sagen alle Eltern, aber es gehört einfach an dieser Stelle betont. Denn was die kleinen Kerlchen die letzte Wochen so auf sich nehmen mussten, war schon hart. Insbesondere Julius. Da hat er gerade einmal begonnen, kennen zu lernen, was Mobilität wirklich heißt, und dann wird er gleich zu 24 Stunden Dauerstillsitzen im Flieger verdonnert. Da sind die ganzen Spiel-, Rassel- und Baumelgimmicks der Fluggesellschaften dieser Welt nur ein schwacher Trost.

Und weil es noch nicht genug war, kommt gleich nach der Landung noch ein zweistündiger Autoritt, festgezurrt im Kindersitz, durch neuseeländische Lande. Oh, da wäre ich aber auch stinkig. Und plötzlich ist Tag, wo doch eigentlich Nacht sein sollte. Frechheit, dieses Neuseeland. Dann haben auch noch die Zähne in NZ-Woche 1 noch so richtig gearbeitet und die Backen puderrot gefärbt. Zum Glück gibt es nun feste Nahrung, wo die Kiefer so richtig schön eingekaut werden können.

Hr. Hipp, sie haben dabei leider verloren. Mit ihrem Brei- und Gemüsematsch kommen sie bei Julius nicht an. Der Kleine steigt gleich voll ein, je knuspriger und fester, desto besser. Denn wer mobil und ein aufrechtes Kerlchen werden will, braucht echte Kraft und Energie. Gut, dass es einen großen Bruder gibt, dem man alles nachmachen kann, mit dem man Hochziehen trainieren und um die Wette krabbeln kann. Zu den ersten, echten Schritten scheint es nicht mehr weit. Und dann wird bald nicht mehr Kaspar sondern Usain verfolgt. Obwohl, bei der Statur von Julius kommt mir eher eine andere Sportart in den Sinn – und für die sind wir hier genau richtig: der NZ-Nationalsport Rugby.

leguktleW red etieS neredna red fuA

23. Juli 2011

Es ist vollbracht. Wir sind da, wir sind online, wir sind fertig. Eine lange Anreise und die erste Woche Neuseeland liegt hinter uns. Ein echter Kraftakt. Aber jetzt können wir sehr glücklich behaupten: Wir haben wirklich alles auf der Reihe. Haus mit Strom und Wasser, Auto, Versicherungen, Kindergarten, Mobiltelefon, Internet, Telefon, Wohnungseinrichtung, BBQ, voller Kühlschrank. Details folgen. Die Belohnung: ein erster Tag am Strand. Traumhaft!!!

A lotta Gewetter in Valletta

10. Januar 2011

Ich bin bekannt. Nein, mehr noch, berühmt. Oder besser: Berühmt berüchtigt. Nicht hier, nein, in Valletta. Valletta, die Hauptstadt Maltas und unser Silvesterziel. Eigentlich entspannt betriebsam, ruhig, beschaulich. Am Silvestertag aber brauste ein Tornado durch die Innenstadt. Lautstark heulend, Ohrenerschütternd. Und ich mitten in seinem Auge, umhergeworfen, erfasst, ergriffen. Wetter-Tiefs hatten 2010 eigentlich weibliche Namen. In Malta aber gab es eine Ausnahme. Dieses Tief hieß Kaspar.

Was den Kleinen wirklich beschäftigt hat, bleibt wohl in den Gassen und Straßen der Innenstadt von Valletta für immer verschollen. Die lang anhaltende Schreiorgie jedoch rückte mich, Franzisca und ihn selbst in das Spotlight der uns umgebenden Menschen. 100erte Augenpaare, die uns verfolgten, 100erte teils mitleidige, teils fragende Gesichter. Blöd, dass die Einheimischen im Schnitt gut eineinhalb Köpfe kleiner waren als ich. Verstecken aussichtslos. Dann halt beruhigen: die harte, die weiche, die verständige, die mitleidende, die darüber hinwegschauende, die ablenkende, die ignorierende Tour – wir haben alles versucht. Sogar Geschenke von freundlichen Maltesern hatten nur kurzfristigen Erfolg. Also Augen zu, gute Miene zum bösen Spiel und durch. Irgendwann zieht jedes Gewitter vorbei – und so war es dann auch auf Malta.

Im Jahr 2011 sind die Tiefdruckgebiete wieder männlich. Die Ks vom 1. bis 5. Anlauf (also fünfmal das Alphabet durch), sind schon mit Klaus, Kurt oder Karl und den jeweils dazugehörenden Wetterpaten vergeben. Die Gefahr, dass ein „Kaspar“ 2011 über mich herzieht, ist also gering. Zumindest, was das Wetter anbelangt.

Ein kleiner Italiener

5. Januar 2011

Kaspar beim "Tauben treten" - Versuch 25

Vorurteile sind grausam. Sie degradieren ganze Völker zu einem meist äußerst schlecht schmeckenden Einheitsbrei. Doch warum gibt es solche? Bestimmt nur, um dann doch immer und immer wieder bestätigt zu werden. Und wenn es stimmt (natürlich!), was über Italiener gesagt wird, dann ist Kaspar einer. Hundertprozentig.

An Weihnachten war er also praktisch zu Hause, unser kleiner Italiener. Venedig, Winterurlaub. Und Kaspar redet. Mit allen. Mit dem Pärchen am Kaffeetisch gegenüber, mit der Bedienung, mit dem Vaporetto-Schaffner,  mit den Gondoliere („Gondola, Gondola“), mit fremden Touristenfamilien, denen er sich darüber hinaus noch freundlicherweise für rund 500 Meter Fußmarsch anschließt. Er redet sogar mit den Tauben am Markusplatz, die nicht stillhalten, wenn er sie „treten“ will. Und wenn Kaspar redet, redet er vor allem mit einem: mit Händen und Füßen.

Wenn da nicht nur dieses kleine Problem wäre: Kaspar spricht kein Italienisch. Und die Gesprächspartner sprechen kein Deutsch. Egal, Kaspar redet und die anderen nicken freundlich. Und tatschen. Ein wenig am Kopf. Dabei hatte Kaspar es doch gar nicht bestellt. Und was macht er? Dreht sich um und sackt weinend zusammen wie Materazzi nach seinem liebevollen Annäherungsversuch mit Zidane. Oder wie war das noch einmal mit den Vorurteilen, kleiner Italiener?

Bitte stillhalten!!

25. November 2010

Julius Weder ist da. Eine Geburtsurkunde ist nach einem Gang zum Standesamt sein Eigen. Und angemeldet ist er bei uns auch schon, er darf also bei uns leben. Ob wir mit ihm auch schon reisen dürfen – auch innerhalb Österreichs -, darüber sind bzw. waren wir uns nicht wirklich im Klaren. Denn Julius hat noch keinen Ausweis.

Nachdem die Eintragung in den Pass der Eltern abgeschafft wurde, benötigt der kleine Racker also einen eigenen Reisepass. Gar nicht so einfach, für Deutsche in Österreich – zumindest, wenn man nicht in Wien wohnt und „einfach“ zur Deutschen Botschaft latschen kann. Einen Pass für den neuen Erdenbürger gibt es aber auch bei den deutschen Honorarkonsuln. Blöd nur, dass der für Kärnten zuständige in Graz hockt, Öffnungszeiten Mo-Do, 9-11 Uhr. Gut, nicht grade eine Weltreise von Klagenfurt. Aber die Eltern, da beide sorgepflichtig, müssen beide persönlich dort vortanzen. Und der Kleine auch. Dann aber stellt sich die Frage: Dürfen wir überhaupt fahren? Schließlich sind wir verpflichtet, uns auszuweisen – und Julius hat ja keinen Ausweis. Irgendwie unlogisch….

Nach einem – nicht gerade freundlich beantworteten – Anruf in Graz sind wir klüger. Die Geburtsurkunde gilt. Trotzdem irgendwie komisch, diese jedesmal mitzuführen, wenn wir unterwegs sind. Eigentlich wünsche ich mir gerade, in eine Verkehrskontrolle zu kommen, um zu sehen, ob die Auskunft so wirklich in Ordnung war und wir mit der Geburtsurkunde „durchkommen“. Aber da ich nicht weiß, wohin das alles führen kann, ist mir die österreichische „paaaaasst“-Variante doch lieber, glaub ich…

Ebenfalls kurios ist, dass der Pass von Julius für sechs Jahre gelten wird. Ich glaube jedoch nicht, dass er mit 6 noch genauso aussehen wird, wie auf dem Passfoto, dass wir für ihn machen lassen müssen. Und jetzt bring mal ein Baby dazu, erstens die Augen offen zu halten unf zweitens den Kopf so zu halten, dass es auch den strengen Passbildvorschriften entspricht. Ein Hollywood-Shooting mit einem exzentrischen Model wird wohl ähnlich ablaufen. Aber was macht man nicht alles, nur damit alles passt und der Kleine auch mit uns reisen darf.