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5 Dinge, die wir an NZ vermissen werden…

4. Juni 2012

Was für ein Abenteuer war dieses knappe Jahr Neuseeland. Tolle und spannende Momente, schöne Erlebnisse, gute Freunde. Nach den Flop 5 unsere Top 5 der Dinge, die wir auf jeden Fall vermissen werden, wenn wir wieder zurück in heimischen Landen sind:

5) Nähe zu Australien
Eigentlich ist das ein ziemlich dämlicher Punkt, ein Positiv-Ranking für Neuseeland damit anzufangen. Aber sorry, Neuseeland, ich kann nicht herum, dass mir das Känguru-Land einfach mehr zusagt. Alleine schon aufgrund des Punktes 1 der Flop-Liste. Ich habe schon seit meiner Jugend ein ungeheimes Nahe- und Liebesverhältnis zu diesem Land entwickelt, da hat es jedes Land schwer. Vergleiche und so, weißt eh. Der „Familienausflug“ ins „Rote Zentrum“ war auf jeden Fall eines der Highlights des vergangenen Jahres. Es sind zwar immer noch Tausende von Kilometern über den „Ditch“, aber selbst das ist immer noch deutlich näher als von Europa.

4) Stan
Ich weiß, es ist und war nur ein Auto. Ein altes, eines mit einigen Macken, eines, das uns einige Zeit, mehr Nerven und noch mehr Geld gekostet hat. Aber dennoch: Stan hatte Charakter, Stan war einfach ein cooles Teil Metall. Aber vor allem: Stan war ein großer Teil unseres Abenteuers. Wäre es so schön und spannend geworden, die Insel ohne ihn zu erkunden? Ohne die familiären Anfeuerungssrufe, wenn es voll bepackt den Berg hinauf ging? Ohne die Nächte, die wir in ihm auf unzähligen Campingplätzen der Inseln verbracht haben? Ohne die Blicke und Fragen anderer Touristen, wie sich das mit dem Übernachten denn im Stan ausgeht? Ohne die AC/DC-Luftgitarren-Soli mit Kaspar? Nein, niemals…

3) Kinder-Wonderland
Ich bin jünger geworden in diesem Jahr Neuseeland. Nein, nicht körperlich. Dafür war das Essen dann doch zu einseitig. Aber geistig. Denn Neuseeland ist ein Traum für Kids und große Spielkinder. Es beginnt beim lockeren, freundlichen Umgang ohne spürbare, geistige Schubladen und hört bei den realen Angeboten auf. Platz ist da, Kinder raus in die Natur, Spielen. Ein Ball, ein Wort. Und für die Großen gibt es Fishing, Hunting, Biking, Bungy und und und. Platz ist ja auch genug da – und er wird auch genutzt. Der Grundstein für so viel Kind sein, der wird schon in jüngsten Jahren gelegt: Kaspar und Julius waren in einem Kindergarten, wo Kinder noch zu 100 Prozent Kinder sind. Ohne Kriege um die richtigen Erziehungsmethoden, ohne den gefühlten Zwang nach „Zusatzangeboten“, bei denen man dabei sein „muss“ und ohne die das eigene Kind in seiner Entwicklung gehemmt wäre, ohne den „Mein Shirt ist viel schöner als Deines“-Aspekt. Oder wie Calvin Klein es sagt: Just be…

2) Grandiose Ecken Natur
Auch wenn das eine große Wow-Erlebnis, das eine besondere, Dich emotional überflutende Reise-Prickeln nicht darunter war: Neuseeland hat grandios schöne Ecken Natur. Je mehr man aus den Städten raus kommt, je einsamer es wird, desto besser. Haben die Insel Länge mal Breite durchreist und viele schöne Erinnerungen gesammelt. Zu den Reisehighlights gehörten für mich Southland und die Catlins, die East Coast und Taranaki. Am besten einfach fahren. Müsste ich  Neuseeland in einem Satz beschreiben, würde ich sagen, dass Gott sich mit Neuseeland seine persönliche Motocross-Strecke gebaut hat – und damit es nicht gleich alle merken, hat er alle „Waschbretter“, Steilauffahrten und „Tables“ mit einem Golf-Rasen überzogen. Auf jeden Fall ein richtiges Land zum Sich-Verlieren.

1) Die Leichtigkeit des Freunde-Seins
Ein Land zu bereisen ist das Eine, darin zu leben das Andere. Und Neuseeland wäre nicht das für uns, was es ohne die Menschen geworden wäre, die hier zu Hause sind und die wir hier unsere Freunde nennen. Kiwis, so unsere Erfahrungen, sind wahnsinnig offene, freundliche Menschen, denen immens wichtig ist, dass es allen gut geht, dass sich alle, aber wirklich alle wohlfühlen auf ihrer Insel. Ein solch großes Zusammengehörigkeitsgefühl habe ich noch nirgends erlebt – und das nicht erst oder nur wegen der Christchurch-Erdbeben-Katastrophe. Als wir am Parkplatz mit Achsbruch gestrandet waren, hat ungelogen jedes zweite Auto mit für uns wildfremden Personen angehalten und uns angeboten, uns nach Hause zu fahren, durch die ganze Stadt wohlgemerkt. Nur ein Beispiel, aber für uns eines mit Symbolcharakter. Und wenn schon die fremden Kiwis so sind, könnt Ihr Euch sicher vorstellen, wie es dann erst mit unseren „wirklichen“ Freunden hier war. Ich kann nur Danke sagen allen, die uns hier mit offenen Armen empfangen und uns die Zeit versüßt haben. Thanks!!! You made our year…

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Soccer-Rugby

4. Oktober 2011
Soccer

Kaspar - diesmal beim Soccer, und mit Zunge

Neuseeland ist eine Rugby-Nation. Voll und ganz, durch und durch. An die nationale Beliebtheit der All Blacks reicht keiner heran. Noch dazu, wenn gerade Rugby-WM im eigenen Land ist. Ungefähr so wie bei den Skifahrern in Österreich. Kaspar macht sich gerade auf, der erste deutsche All Black zu werden. Gut, wenn man „sich aufmachen“ wörtlich nimmt, ist er wohl grade erst beim Packen. Aber er hat ja noch Zeit.

Jedenfalls kommt er immer mehr dahinter, wie das Spiel funktioniert – und das will etwas heißen. Schließlich tu ich mich auch noch schwer, die feinen Unterschiede zwischen offside, player off feet und not releasing the ball zu erkennen. Training gibt es so gut wie täglich: Draußen wird mit den Nachbarjungs oder mir fleißig getackelt und getoucht. Es gibt nur ein Problem: Kaspar liebt Rugby so sehr, dass er es auch dann noch spielt, wenn wir oder alle anderen die Sportart schon längst gewechselt haben. Sprich auch beim anschließenden Fußball wird geklammert, gezerrt und getackelt, was die Knochen hergeben.

Dass dies nicht allen immer gefällt, scheint klar, auch abzüglich Kaspar-Kükenbonus. Kleinere Beulen oder blaue Flecken sind keine Seltenheit. Das Schluchzen aber nimmt von Mal zu Mal ab. 30 Sekunden weinen, schauen, ob auch noch alle Teile dran sind, abputzen und weiter. Also durch und durch Rugby, mal abgesehen vom Weinen. Oder doch Soccer und Andy-Möller-Syndrom? Ach nein, der wurde ja gar nicht berührt…

Ei, ei, ei…

28. August 2011

An diesem Wochenende lag viel Testosteron in der Luft. Die Weder-Männer, oder besser gesagt Kaspar und ich, waren auf Tour in Sachen Regionalsport. Wie schon in den USA, als der College Football im Mittelpunkt stand, haben wir uns auch diesmal wieder auf  Eier fokussiert – in mehrfacher und teilweise auch nicht ganz jugendfreier Ausfertigung: das Rugby-Ei sowie die „Balls“ der einheimischen Zuchthengste.

Scrum - crouch, touch, pause, engage

Samstag ging es zusammen mit unserem Nachbarn „Dan the man“ (Erklärung in einem späteren Posting, zudem nicht zu verwechseln mit „Stan the van“) ins Stadion, um die Mooloos, das Waikato-Rugby-Team, anzufeuern. Ein spannendes Spiel. In der allerletzten Sekunde sicherte sich unser Team mit einem Try den notwendigen Extrapunkt (gibt einen mehr, wenn man mit 4+-Tries gewinnt, ist kompliziert…). Der jedenfalls wurde benötigt, um im Finale am kommenden Wochenende – pünktlich vor der Rugby-WM – zu spielen. Kaspar immer mittendrin mit Facepainting und einem Stadion-Hotdog, was hier einem Würstchen im Teigmantel am Stil bedeutet. Lustig: Nicht den muskelbepackten, riesigen, Angst einflößenden Rugby-Pros sondern dem Maskottchen, die Waikato-Kuh, wollte er nach dem Spiel nicht die Hand geben beim Abklatschen…Zum Finale werden wir wohl wieder dabei sein und fleißig anfeuern.

Eier Teil 2 gab es dann am Sonntag. Die „Stallion Parade“ in Cambridge, dem Reitsportmekka Neuseelands, war angesagt. Im Grunde  Thermodeckenverkaufstour für Pferdezüchter: Die Pferderennsportgestüte der Umgebung haben Tag der offenen Tür, die Termine für die Präsentationen der sprichwörtlich „besten Pferde im Stall“ sind über den ganzen Tag verteilt. Heißt: Ein Autokorso mit rund 50 Karossen macht sich auf, ein Gestüt nach dem anderen abzufahren, um die jeweiligen Zuchthengste, ihre Erfolge und die Erfolge ihrer Nachkommen anzupreisen. Mal dauert ein Stopp 1 Stunde, mal nur 10 Minuten, bevor sich die Blechlawine zum nächsten Gestüt aufmacht. Wir haben uns unter die Züchter gemischt und fleißig fachgesimpelt, sozusagen als deutsche Züchter auf der Suche nach dem nächsten Champion. Fündig sind wir dann aber nicht geworden. Ein Decksprung kostet hier rund 7.000 bis 12.000 NZ-Dollar, also rund 4.000 bis 7.000 Euro. Keine Ahnung, ob das billig ist für einen Champion. Wir jedenfalls geben unser Geld lieber anders aus: für einen leckeren Majo-Eiersalat aus dem Supermarkt.