Posts Tagged ‘USA’

Fazit Väterkarenz, Teil 7 – Mobilität

25. März 2009

Hierüber könnte ich Seiten schreiben. Mobilität ist ein ständiger Begleiter von uns, denkt man alleine an die Fahrten Wien-Klagenfurt oder an unseren USA-Trip. Mobil zu sein und mobil zu bleiben ist für uns einfach wichtig. Und das es dabei auch (meistens) ohne Auto funktioniert, dafür sind wir – denke ich – mehr als ein gutes Beispiel. Wir, und auch Kaspar, sind präsdestiniert für die Gold und Senior Cards dieser Welt. Interessant wäre es, wieviele Kilometer wir insgesamt in der Väterkarenz runtergespult haben. Da kommen wohl einige Nullen zusammen.

Alles, womit man sich fortbewegen kann, nutzen wir. Für Kaspar ist der Kinderwagen natürlich das bevorzugte Mittel. Die Investitionen in ein robustes Gefährt haben sich allemal ausgezahlt. Ebenfalls interessant: Die Menschen sind durchwegs freundlich gestimmt, wenn sie Mann/Frau mit Kinderwagen sehen. Ob im Zug oder in der Tram, wir können wirklich fast ausschließlich positiv von der Hilfsbereitschaft der Zugbegleiter, Kontrolleure oder Tramfahrer berichten. Und ein weiteres wichtiges Learning: Wenn man will, geht alles. OK, manchmal kamen wir uns sicherlich vor wie die Packesel. Mittlerweile haben wir aber im Bereich „Reisen mit Kind“ eine so große Erfahrung gesammelt, dass optimiertes Packen wohl zu den Kernkompetenzen von uns zu zählen ist.

Natürlich gibt es auch hier wie überall eine Kehrseite der Medaille. Immer on the road zu sein, ist nicht unstressig. Umso wichtiger sind für uns dann auch die ruhigen Wochenende zu Hause. Aber ich denke, ein wenig sind wir auch abhängig von der Mobilität. Ohne dieses Hin und Her würde uns sicher etwas abgehen. In diesem Sinne: Keep on running.

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Fazit Väterkarenz, Teil 2 – Kosten

10. März 2009

Ich gebe zu: Ich konnte es anfangs schwer verstehen, wenn ein Vater den Wunsch nach Väterkarenz hatte, sich diesen aber aufgrund finanzieller Einbussen nicht erfüllt hat. Jetzt – nach acht Monaten Väterkarenz – sehe ich das ein wenig differenzierter. Geld spielt eine Rolle, gerade mit Kind. Die Anschaffungskosten von Klamotten, Möbel, Kinderwagen, Kindersitz und Co. sind nicht zu unterschätzen, dazu die laufenden Ausgaben durch Futter oder Windeln, da kommt schon was zusammen, keine Frage.

Entschieden haben wir uns damals für das 15+3-Paket. 800 Euro im Monat heißt das. Klingt eigentlich gar nicht schlecht, und gerade wenn man es mit internationalen Maßstäben vergleicht, ist das nicht wenig. In den USA ist so etwas wie Väterkarenz im Grunde gänzlich unbekannt, was wir auch durch die meist verwunderten Reaktionen auf unserem USA-Trip feststellen durften.  Auf jeden Fall war es gut, auf die Väterkarenz hin etwas auf die hohe Kante gelegt zu haben. Das, was vom Konto wegging, war weitaus größer als das, was durchs Betreuungsgeld reinkam. Für mich persönlich hätte sich das in Planung befindliche einkommensabhängige Karenzgeld sicherlich bezahlt gemacht. Und der Wiener Entschluss, die Kindergärten nun praktisch gratis anzubieten, kommt dem Börserl sicherlich noch weiter zu Gute.

Dennoch: Für einkommensschwächere Familien und Familien, die allein durch das Einkommen des Vaters getragen werden, ist die Entscheidung für die Väterkarenz sicherlich eine schwere, genaues kalkulieren ist angesagt. Und ich kann jetzt ein Nein zur Väterkarenz aus finanziellen Gründen durchaus verstehen.

Der kleinste, größte Johnny-Cash-Fan

15. Dezember 2008

Seit den USA steht Kaspar auf Johnny Cash. Wenn wir die CD auflegen, „rockt“ er richtiggehend ab. Naja, gut, Zufall vielleicht – dachten wir bis jetzt. Denn dass Kaspar wirklich der kleinste, größte Johnny-Cash-Fan zu sein scheint, hat er gerade bewiesen.

Um die Weihnachtsstimmung zu steigern, haben wir unseren Xmas-Krone-Sampler aufgelegt. Kaspar hat während den Liedern eigentlich ganz nett im Wohnzimmer gespielt – bis „Blue Christmas“ kam. Da hat er plötzlich mit Spielen aufgehört,  zum CD-Player geschaut, mit dem Finger darauf gezeigt und mitgewippt. Franzisca und ich mussten erst einmal am Cover nachlesen. Tatsächlich, Johnny Cash. Naja, wer ein echter Fan ist, der erkennt die markante Stimme sofort…

Ausgerollt

12. Dezember 2008

Schade, schade, und wir dachten schon, wenn wir erstmals die Daumen drücken, dann muss es doch klappen, mit der Meisterschaft für die Uni-Footballer der Alabama Crimson Tide. Schließlich waren wir während unserer USA-Tour ja bei einem Spiel auch live dabei.

Dabei rollte sie so gut in diesem Jahr, die „karminrote Welle“: Zuerst die „Perfekt Season“ mit 12 Spielen und 12 Siegen – und jetzt im Championship-Game ihrer Liga eine Niederlage gegen Florida. Schade, kein Division-Meister. Das heißt aber in diesem etwas komplizierten College-Football-System noch nicht automatisch, dass sie nicht noch nationaler Champion werden können. Denn den Meister bestimmen „Footballexperten“ in vier unterschiedlichen Rankings.

Auch wenn sie durch die Niederlage gering ist, die Chance auf eine neue Statue des Meistercoaches vor dem Stadium in Tuscaloosa existiert damit noch. Am 2. Jänner gibt es auf jeden Fall die Chance zur Genugtuung (und vermutlich die letzte Chance): Da spielt Alabama um den Sugar Bowl gegen Utah.

die Bronzefiguren der Meistertrainer

Wachen vor dem Stadium in Tuscaloosa: die Bronzefiguren der Meistertrainer

Kaspar’s USA

23. November 2008

Kleine Nachbetrachtung unserer USA-Tour. Viel Spaß!

Die Lizenz zum Gehen

2. Oktober 2008

Nach dem erfolgreichen Teil 1 „Die Lizenz zum Krabbeln“ nun der zweite Streich…

USA hinten, Klagenfurt vorne

22. September 2008

Wir sind wieder da, in Wien, aber irgendwie auch wieder nicht. Es braucht wohl schon noch ein bisserl, bis wir es wirklich begriffen haben, dass unsere USA-Zeit vorbei ist. Lange haben wir, hat insbesondere Franzisca drauf hingeplant. Und jetzt ist es einfach vorbei, der österreichische Alltag wird uns bald wieder einfangen. Die abgefallene Spannung, der fehlende Fast-Food, das Jetlag, das miese, österreichische Wetter – so ganz genau wissen wir es nicht, was uns die letzten Tage ans Bett gefesselt hat. Auf jeden Fall kränkeln wir leicht rum. Aber wir starten bald wieder durch, dann in Klagenfurt, wenn Franzisca im Wintersemester wieder den Professor gibt.

Aber wir wollen unser USA-Abenteuer, das unter dem Motto „Weder Rules & Pool Rules“ lief, noch einmal Revue passieren lassen:

  • Der schönste Tag: Strandtag in Orange Beach
  • Kaspars liebster Platz: Schaukel am Spielplatz in Chicago
  • Kaspars liebstes Spielzeug: gelber CAT-Laster
  • Das schönste Museum: Newseum in Washington
  • Das skurilste Museum: Graceland in Memphis
  • Die lebenswerteste Stadt: Chicago
  • Der netteste Führer: Juan aus Birmingham
  • Der skurilste Anblick: Fünfköpfige US-Familie in New Orleans, alle gedressed in den gleichen Hippiefarbe-Batik-T-Shirt („Are you guys together?“)
  • Die beste Fastfood-Kette: Wafflehouse
  • Das beste Restaurant: The Globe in Northport
  • Das beste Motel: Jameson Inn
  • Der beste Supermarkt: Publix
  • Das beste Alltags-Essen: Hühnersalat von Winn Dixie
  • Der beste Sportmoment: Crimson Tide gegen Western Kentucky Hilltoppers live
  • Der beste Snack: Take 5 von Hersheys

Und auch noch einmal aktualisiert: das Webalbum.

Einen Gang hochgeschalten

17. September 2008

Was für ein Unterschied: Chicago lebt, Chicago atmet, hier steppt der Bär. Endlich möchte man meinen, denn nun können wir Washington, Atlanta oder New Orleans erst richtig einschätzen. Ergebnis: Gegen Chicago wirken sie alle wie verschlafene Städtchen. Chicago macht uns richtig Spaß, ein gelungener Abschluss. Die Museen sind prima, nämlich so, dass wir sie sehen können, aber nicht müssen. Deshalb lassen wir sie links liegen, bewegen uns lieber fußgängertechnisch durch die Stadt, die Parks und Kinderspielplätze, die Kaspar immer mehr für sich entdeckt. Trotz enger Downtown-Straßen und Wolkenkratzern, erdrückt fühlt man sich hier nicht. Wir sind wirklich begeistert.

Dabei hatten wir bei der Anreise doch einige Schwierigkeiten. Statt um 16 Uhr sind wir erst um 20 Uhr abgehoben, waren dementsprechend spät in der „Windy City“. Grund: Heftiger Regen und Überschwemmungen in Chicago. Diese Phänomene scheinen uns zu verfolgen, zu verfolgen und zu verfolgen. Warum das Wetter das macht und wie, das kann wohl am besten „Hochegger|Meteo-Experte“ und Bloggerfreund Clemens erklären, der gerade auf einjähriger „Forschungsmission“ in China weilt – und sich im Übrigen mit den gleichen Wetterphänomenen rumschlägt. Nur heißen die Hurrikane dort anders. 🙂 

Auf jeden Fall ist das Wetter in Chicago schon sehr europäisch und windig (wenn Chicago auch Windy City heißt, ist das nicht verwunderlich). Mit der Lakefront fühlt sich Franzisca sogar manchmal an Langeoog, ihre Lieblingssommerferieninsel in der Nordsee, erinnert. Und wenn ich sehe, wie kalt es in Wien gerade ist… Für uns auf jeden Fall wahnsinnig angenehm. Gegen Hitze im Süden wäre ja nichts einzuwänden gewesen, wenn nicht die hohe Luftfeuchtigkeit gewesen wäre. Kaum aus der Tür, hat schon alles an dir geklebt. Aber es geht dort ja allen so…

Gleich steht der letzte volle Tag an – und damit das Ende unseres USA-Abenteuers. Was für eine Zeit. Huschhusch, und furt waren sie, die fast 6 Wochen. Spannend und aufregend war’s für Kaspar, und auch für uns, mit vielen Eindrücken, Erfahrungen und ganzganzschönen Erinnerungen. Dennoch: Irgendwie freuen wir uns jetzt schon wieder auf Wien und heimische Gefilde. Gewissermaßen nach Sweet Home Alabama jetzt Sweet Home Chicago und dann Home sweet home… 🙂

PS: Chicago, im Jahr 2028, 3 Menschen in Leder, 3 Harleys, wir kommen wieder…

Alabama-Resüme: Tops + Flops

14. September 2008

Vier Wochen mit Basislager Tuscaloosa, AL, liegen hinter uns. Bevor wir gen Chicago abheben (Verspätung wegen Überflutungen, wo bitte gibt’s die hier nicht…), noch ein kurzes Resüme und die Tops und Flops. Unser Slogan über die vergangenen Wochen: Weder Rocks & Pool Rules!

Flops:

  • Tuscaloosa und Alabama:
    Ich war ja noch offen und erwartungsfroh, aber die „Erwartungen“ haben sich größtenteils erfüllt. Tuscaloosa kann bis auf Football sehr wenig, Alabama noch weniger (das „The Beautiful“ muss man bis auf die Beaches wohl auf anderen Pfaden als unseren suchen). Europa-imagetechnisch wohl ein wenig mit Belgien zu vergleichen – eher zum Durchfahren zwischen interessanten Staaten (sorry Belgier, gibt bei Euch sicher schöne Ecken, aber beim Image… 🙂 ) Das war die touristische Wertung. Dort im Uni-Umkreis zu leben und zu werkeln, bedürfte eines tieferen Hinschauens. Beim nächsten Mal…
  • Meilen:
    Ich fahr ja gern Auto, aber irgendwann geht es einem doch auf den Senkel, bis zur nächsten Stadt drei Stunden im Auto zu hocken. Aber das ist eben die USA…
  • Lange Hosen, Pullis und Sportschuhe:
    Unnütze Utensilien, die wir mit uns rumgeschleppt haben, ohne sie ein einziges Mal benutzt zu haben. Schade um die Kilos im Koffer.

Tops:

  • Kaspar:
    Dazu bedarf es keiner erklärender Worte.
  • Die Leute in Tuscaloosa:
    Auch hier hatte ich das Schubladen-Vorurteil im Kopf: Oberflächlich und fad. Das Gegenteil hat sich herausgestellt. Leute mit Freude am Leben, offen, spaßig und interessiert. Insbesondere an dieser Stelle noch einmal ein tierischer Dank an „unseren“ Gary und seiner „Ex“ Susan. Thanks folks, you were more than just hosts.
  • Atlanta + Memphis + New Orleans:
    Interessante und lohnenswerte Städte, jede mit seinem eigenen Flair.
  • Shopping:
    Nur soviel: Arm aber glücklich – und vor allem „damn good lookin'“.
  • Hyundai, Journey-CD und XM 23, The Heart sowie XM 51, Metallica:
    Klein, aber fein war unser Elantra, der die 3.500 Meilen ohne Murren runtergespult hat. Geholfen auf den Highways hat auch die musikalische Untermalung: Die Radiosender liefen rauf und runter, und unsere phänomenale Journey-Best-Of-CD hat von vielen Rotieren sicherlich schon einen Drehwurm. (Typisch wir: rein in Laden, cool, eine B…-CD fürs Auto, die Typen schauen ja auch 80er-technisch gruselig aus auf dem Cover, gekauft. Kommt zu Hause gleich zwischen Survivor und Foreigner… 🙂 .

In diesem Sinne: The wheel in the sky keeps on turning…bis dann in Chicago…

Die Welle schwappt über

14. September 2008

Bist Du deppert, ist da gestern abend was abgegangen. College-Football Alabama Crimson Tide gegen die Western Kentucky Hilltoppers (was bitte ist ein Hilltopper?). Schon vor dem Spiel Ausnahmesituation: Der Unicampus war voll mit Zelten mit Flatscreens, BBQ und Satelliten-Schüsseln, die gesamte Stadt war in Rot-Weiß getaucht.

Insgesamt 93.128 Zuschauer fasst das Stadion, dementsprechend gedrängt sind die Sitze auch angeordnet. Es muss dabei wohl eher mit asiatischen Hinterngrößen gerechnet worden sein, sicher jedoch nicht mit amerikanischen, fastfood-getrimmten. Auf jeden Fall war’s kuschelig. 🙂

Das ist aber auch wirklich das einzige, über das man sich beschweren könnte. Was für eine Stimmung, was für ein Aufwand mit Cheerleadern, One Million Dollar Band (Halbzeitshow mit gefühlten 300 Bläsern und Trommlern, die lustige Figuren auf den Rasen zaubern), Coaches und Betreuer für alles und jenes. Und dann noch ein klarer Sieg (41:7) – Sportlerherz, was willst Du mehr. Meines jedenfalls ist übergegangen.