Posts Tagged ‘Wien’

5 Dinge, warum Neuseeland Österreich ist

6. September 2011

Sie liegen so weit auseinander, und doch ähneln sich unsere beiden derzeitigen Heimatländer in vielen Belangen. Hier nach einer Zeit Beobachtung das erste Fazit mit unserer eigenen, deutschen Kommunikationsbrille: fünf Dinge, warum Neuseeland Österreich ist, und andersrum.

Grund 5: Beide Länder sprechen fremde Sprachen!!
Schon der österreichische Journalist Karl Kraus soll gesagt haben: „Der Österreicher unterscheidet sich vom Deutschen durch die gemeinsame Sprache!“ Beim „Kiwi“ wiegt der Unterschied zu „unserem“ Deutsch noch deutlicher, er spricht englisch. Relativ verständlich, aber doch anders, und für die Kinder umso mehr: Statt dem Kärntnerischen „Maaaaa“ gibt es jetzt nur noch ein langgezogenes „Nooooooo“.

Grund 4: Ein Zentrum, viel drumrum!!
Wien heißt das Zentrum Österreichs, Auckland das von Neuseeland. Drum herum liegen auch noch andere Orte und Regionen, zum Beispiel Klagenfurt oder Hamilton. Die jedoch reihen sich von der Bedeutung gehörig weit dahinter ein – vor allem wirtschaftlich und politisch, von der internationalen Bekanntheit gar nicht zu sprechen. Und sie haben gemeinsam: Sie sind neidisch, böse, stinkig oder wie man es beschreiben mag auf den jeweiligen „nationalen Wasserkopf“. Dafür herrscht „draußen“ eine hohe regionale Verbundenheit und Identifizierung, auch was.

Grund 3: Telekom in beiden Ländern im Medien-Rampenlicht!!
Während der österreichische Ex-Monopolist mit Korruption und Politikerbestechung zu kämpfen hat, macht das neuseeländische Pendant zur Rugby-WM mit einer geplanten Sex Kampagne oder besser Anti-Sex-Kampagne („abstain for the All Blacks“, frei übersetzt „Lieber All Blacks als Sex“) auf sich aufmerksam und in den Medien und der Öffentlichkeit gehörig durch den Kakao gezogen wurde mit Facebook-Gruppen wie „Banging for Black“ als Gegenpol zur offiziellen Telecom-Unterstützer-Fansite „Backing Black“. Ach ja, und der Vorwurf der Ausnutzung der Monopolstellung und des nicht gerade zügigen Ausbaus neuer, schnellerer Breitband-Strukturen, die gibt es offenbar überall.

Grund 2: Beide Länder sind fanatische Randsportliebhaber!!
Während Neuseeland auf Rugby und Rudern setzt, baut Österreich auf Skifahren und Skispringen. Diejenigen, die es dort zur Nummer 1 schaffen (und manchmal ist nicht einmal das notwendig), sind große Stars in ihrem Land, international jedoch in vergleichsweise kleinem Rahmen.

Grund 1: Beide Länder sind eine Insel!!
Während Austria is a too small country  to make good corruption, sich in seinen eigenen vier Wänden aber wunderbar wohlfühlt und oftmals in Entscheidungen eigene Wege geht, die nicht immer zwingend mit EU-Kriterien übereinstimmen müssen, gestaltet sich Neuseeland schon geographisch als Insel – und das spürt man auch. Selbstversorgermentalität pur. Was drumrum passiert, interessiert wenig, ist ja auch weit weg – hier wie dort.

Advertisements

Entspannt in Klagenfurt

21. Oktober 2010

Was war das in Wien für eine Rennerei. Sobald klar war, dass Franzisca mit Kaspar schwanger war, musstest Du quasi schon laufen, um einen „Platz“ für die Geburt in einer der Wiener Kliniken zu erhalten. Wie viel entspannter geht es doch in Kärnten zu. Unseren ersten „Hallo, wir würden gerne hier gebären“-Termin im ELKI (Elternkind-Zentrum) im LKH Klagenfurt haben wir zwei Wochen vor dem Geburtstermin. Für uns eine Wohltat. Und auch das „Klinik-Sightseeing“ wie in Wien fällt flach. Denn neben dem LKH bietet sich in der näheren Umgebung im Grunde nur noch St. Veit als Alternative an. Und wie üblich, die Meinungen über Service, Kompetenz und Betreuung sind bei allen beiden zweigeteilt. Wir haben bislang nur gute Erfahrungen mit dem ELKI gemacht, Kaspar ist dort zudem schon bekannt. Also, lassen wir uns überraschen – und bleiben entspannt.

Fazit Väterkarenz, Teil 7 – Mobilität

25. März 2009

Hierüber könnte ich Seiten schreiben. Mobilität ist ein ständiger Begleiter von uns, denkt man alleine an die Fahrten Wien-Klagenfurt oder an unseren USA-Trip. Mobil zu sein und mobil zu bleiben ist für uns einfach wichtig. Und das es dabei auch (meistens) ohne Auto funktioniert, dafür sind wir – denke ich – mehr als ein gutes Beispiel. Wir, und auch Kaspar, sind präsdestiniert für die Gold und Senior Cards dieser Welt. Interessant wäre es, wieviele Kilometer wir insgesamt in der Väterkarenz runtergespult haben. Da kommen wohl einige Nullen zusammen.

Alles, womit man sich fortbewegen kann, nutzen wir. Für Kaspar ist der Kinderwagen natürlich das bevorzugte Mittel. Die Investitionen in ein robustes Gefährt haben sich allemal ausgezahlt. Ebenfalls interessant: Die Menschen sind durchwegs freundlich gestimmt, wenn sie Mann/Frau mit Kinderwagen sehen. Ob im Zug oder in der Tram, wir können wirklich fast ausschließlich positiv von der Hilfsbereitschaft der Zugbegleiter, Kontrolleure oder Tramfahrer berichten. Und ein weiteres wichtiges Learning: Wenn man will, geht alles. OK, manchmal kamen wir uns sicherlich vor wie die Packesel. Mittlerweile haben wir aber im Bereich „Reisen mit Kind“ eine so große Erfahrung gesammelt, dass optimiertes Packen wohl zu den Kernkompetenzen von uns zu zählen ist.

Natürlich gibt es auch hier wie überall eine Kehrseite der Medaille. Immer on the road zu sein, ist nicht unstressig. Umso wichtiger sind für uns dann auch die ruhigen Wochenende zu Hause. Aber ich denke, ein wenig sind wir auch abhängig von der Mobilität. Ohne dieses Hin und Her würde uns sicher etwas abgehen. In diesem Sinne: Keep on running.

Kaspars erstes Rollenspiel

18. Februar 2009
Auf, klar zum Entern!

Auf, klar zum Entern!

Kaspar hat das Rollenspiel für sich entdeckt. World of Warcraft, das Schwarze Auge, Dungeons & Dragons, die Sims – alles Nonsens. Kaspar hält nichts davon.  Er liebt es live und in Farbe. Sein Rollenspiel ist in Fachkreisen auch als Fasching bekannt. Sein Charakter: Pirat. Seine Waffen: Ein Säbel (und hin und wieder auch ein Löffel!). Als erstes wurde die Kinderkrippe geentert, harr. Wer bekommt da nicht das Fürchten?

Wir für uns

18. Februar 2009

Wenn nicht das letzte Wochenende gewesen wäre, ich hätte lange überlegen müssen, wann Franzisca und ich zuletzt einmal ein Wochenende für uns hatten. Diesmal war es aber soweit. Kaspar’s Tante Anna und Onkel Peter waren da zur Vollendung der Gottwald-Wochen (Tante Lisa hat uns schon die Tage zuvor besucht). Kaspar war also umsorgt – und wir haben uns um uns selbst gekümmert. Nicht, dass wir ein Wochenende in trauter Zweisamkeit dringend herbeigesehnt hätten, aber zugegeben, schee war’s scho. 🙂 Samstag Extrem-Rodeln mit Katrin und Moritz (einen herzlichen Gruß an die blauen Flecken an den Knieinnenseiten!) und einer interessanten Sozialstudie am Valentinstags-Party-Abend in der Millenium City sowie Sonntag Wellnessen in der Römertherme Baden. Sport, Spannung und Erholung, was für eine Kombi.

Und Kaspar: Der hat uns gar nicht vermisst. Als wir Sonntag abend heimkamen und ihn wieder in die Arme schließen wollten, war ein kurzes Grinsen an der Tür alles, was wir bekamen. Und schwups, umgedreht und wieder ab zum Spielen. Aber wurst, wir waren ja sowas von entspannt…

Kaspar wird ein Spatz

9. Januar 2009

Gestern sind wir einen großen Schritt weiter in unseren Zukunftsplanungen gekommen: Kaspar hat einen Krippenplatz. Warum das so toll ist? In Wien einen solchen außerhalb des Turnusses, der jedes Jahr mit September beginnt, zu finden, grenzt schon an ein kleines Wunder – insbesondere, wenn er auch noch in unserem „Grätzel“ liegen soll. Dementsprechend haben wir uns bei unserer „Akquiseaktion“ teils freundliche, teils pampige, teils mitleidige, teils überhebliche Absagen von anderen Kinderhorten und -tanten anhören müssen.

Insgesamt ist die Situation in Sachen Kinderbetreuung in Wien aus dieser unserer Erfahrung wirklich nicht gerade berauschend. Auf unserer Tour habe ich eine Mutter getroffen, die gerade eine Ausbildung starten will und daher händeringend nach einem Platz für ihren Kleinen sucht. Ich möchte nicht wissen, angenommen sie findet einen Kindergartenplatz, welch ein Loch die Preise der Kindergärten – sei es städtisch oder privat – in ihr Börserl reißen. Insbesondere wenn man sieht, dass so manch andere Bundesländer viel weiter sind und kostenlose Kindergartenjahre anbieten (z.B. Niederösterreich) bzw. anbieten werden (z.B. Oberösterreich). Der Vorstoss der neuen Regierung, das Vorschuljahr bundesweit halbtags gratis anzubieten, ist ein deutliches Zeichen, die EU-weit schlechten Zahlen zu heben. Und auch bei den Unter-Dreijährigen wie Kaspar soll verstärkt investiert werden. Wie so oft ungeklärt: Wer zahlts wie?

Für uns ist es letztlich wenig überraschend mit der „Kinderwelt von A-Z“ ein Privatkindergarten geworden. Kostet zwar ein wenig mehr als die städtischen, aber das Ambiente hat uns ganz gut gefallen. Und das wichtigste: Sie waren flexibel und hatten noch einen Platz… 🙂 Auf jeden Fall wird er dort ab Februar, wenn Franzisca und ich wieder beide arbeiten, ein Spatz, einfach weil die Gruppe der Kleinsten dort Spatzengruppe heißt. Mal sehen, ob es unserem Spatz dort auch gefällt.

Stadt, Land, Fluss?

8. Januar 2009

Ein Klassiker aller Spiele ist gleichzeitig für uns ein Klassiker guter Familienfragen. Seit Kaspar auf der Welt ist, beschäftigt und verfolgt uns die Frage: Wohnung in der Stadt, Haus auf dem Land oder doch ab unter die Brücke (das musste leider jetzt noch kommen, sonst passt ja die Überschrift nicht… 🙂 )?

Die letzte Diskussion darüber gab es erst vergangenes Wochenende. Der Grund: Kaspars Freundin Emma und ihre Eltern Maya und Heinz, bei denen wir eingeladen waren, sind in eine neue Bleibe gezogen, ein eigenes Häuschen im 13. Bezirk in Wien. Viel Fläche, großer Garten, grün, ruhig, aber auch schlechtere Infrastruktur, geringe Lebensflexibilität und „Finanzerschöpfung“. Des Häuserlbauers Nachteile sind bekanntlich der Stadtwohnungs Vorteile – und umgekehrt.

Auf jeden Fall sind Franzisca und ich zu dem Ergebnis gekommen, dass man wohl zu bestimmten Momenten immer das begehrt, was man nicht hat – und zu bestimmten Momenten auch das schätzt, was man hat. Klingt komisch, ist für uns aber so. Wir werden also weiter von einem Häuschen im Grünen für Kaspar träumen und gleichzeitig richtig wertschätzen, was wir mit und an unserer Wohnung in Wien 9 haben. To be continued…

7 Monate Väterkarenz – Augen Richtung Neuanfang

28. Dezember 2008

Weihnachtsfeiern sind immer was Spannendes. Es wird zurückgeblickt, es wird in die Zukunft geblickt und es wird gefeiert. Letzte Woche war ich auf einer solchen bei Hochegger, meinem Arbeitgeber vor und nach der Karenz. Klar, dass meine Zeit mit Kaspar im Mittelpunkt stand. Was mir dabei besonders vor Augen geführt wurde: Ich bin ja schon fast wieder am Ende angelangt. Eine der vielen Frage: Wie ist denn jetzt eigentlich mein Fazit der Väterkarenz?

Fazit? Auch wenn die Zeit verfliegt, es ist „erst“ Ende Dezember. Und ein endgültiges Resümee werde ich wohl erst drei, vier Monate nach Ende der Väterkarenz abgeben können. Denn wie ich mich in die eine Richtung ohne Job umgewohnen musste, werde ich mich wohl in die andere Richtung zurück in den Job ebenfalls wieder umgewöhnen müssen.

Weiters aufgefallen: Gerade die Leute, die „sozialen Kontakte“ wie es so schön heißt, sind das, was mir wohl zur Zeit bzw. in der Karenzzeit am meisten abgeht, insbesondere wenn ich in Klagenfurt bin. Nicht, dass ich jeden Tag mit Freunden „auf die Pist'“ gehen würde, aber allein die Chance darauf macht Wien schon attraktiv.

Auf jeden Fall haben wir unsere gute Laune, die ja im November ein wenig gedämpft war, wiedergefunden. Kaspar ist prächtig, wird immer selbst- und eigenständiger, ein echter kleiner Mann mit eigenen Wünschen und eigenem Willen. Im Grunde checkt er alles, was wir ihm sagen – und meist folgt er auch brav 🙂 .

Positiv sind auch die Kommunikation und Interaktion: Worte sind zwar noch nicht wirklich drin, aber zum Glück gibt es ja Finger und Quietschtöne, mit denen man auf etwas aufmerksam machen kann. Und im Prinzip reicht das ja. Worte sind ja manchmal wirklich sowas von Unnütz…

Die Vorher/Nachher-Seite zeigt übrigens wieder, wie es im Dezember in Sachen Entwicklung von Vater und Sohn weiterging. Dann auf in den letzten Karenzmonat, würd ich sagen…

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier

16. Dezember 2008

Mann, geht das schnell. Alltägliche Gewohnheiten und Abläufe brennen sich wirklich so schnell ins Hirn ein, dass es schwer ist, das gute, kluge Ding ganz oben zu überlisten. Beispiel gefällig?

Üblicherweise ist Franzisca – auch wenn wir das nie wirklich „bestimmt“ haben – unsere „Mrs. Breakfast“, d.h. Kaspar kriegt sein Morgen-Futter von ihr, bevor sie in die Arbeit tigert. Heute hat’s pressiert, und sie ist früher los als gewohnt. Hm, also muss ich ran, klarer Fall. Und plötzlich merke ich, dass ich ja irgendwie eingerostet bin in Sachen Frühstück. Fällt mir wirklich schwer, dafür motiviert zu sein und den Kampf mit dem morgens zum Glück eher selten geschlossenen Mündchen aufzunehmen.

Richtig arg wird es dennoch nie – egal ob Kaspar oder ich am falschen oder zu müden Fuß aufgestanden sind. Denn wir haben einen Trick: War der Anfang nicht gut, „rebooten“ wir den Tag einfach. Angezogen, rein ins Wagerl (Kaspar) und raus. Gerade bei diesem aktuellen Winterwetter freuen wir uns dann umso mehr, zurück ins Warme zu kommen. Dann sehen beide Gesichter doch deutlich freundlicher drein – und der Tag kann kommen, mit all seinen anderen, von mir wirklich gewohnten Gewohnheiten..

Klagenfurt 2008: das war’s

12. Dezember 2008

Gestern haben Kaspar und ich Klagenfurt für 2008 ein leises „Auf Wiedersehen“ gesagt. Der Rest des Jahres heißt für uns beide Wien – bis auf die kleinen Xmas- und Silvestertrips… 🙂

Irgendwie gehört Reisen, so „ziagat“ es manchmal auch sein mag, halt einfach zu uns wie die Butter zum Brot (die uns hoffentlich auch keiner davon runter nimmt). Klagenfurt, bis 2009. Wir sehen uns.