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5 Dinge, die wir an NZ NICHT vermissen werden…

30. Mai 2012

Du kannst am schönsten Fleck der Erde sein, und dennoch ist nicht alles perfekt. Bei Neuseeland und uns ist das nicht anders. Teil 1 des NZ-Resumees – und die Top 5 der Dinge, die wir an NZ nicht vermissen werden:

5) 100 % pure?
Es ist der Slogan von Neuseelands Tourismus: 100 % pure. Die Bilder dazu: Bergseen, weite, grüne Landschaften, Meer und Weite. Teilweise mag das stimmen, das Gesamtbild der Inseln schaut aus unserer Sicht jedoch anders aus: Neuseeland ist angelegt, Land- und Holzwirtschaft die bestimmenden Faktoren. Wo früher Wälder en masse standen, gibt es grüne Weidefläche oder Monokulturen. Zwar dank der hügeligen Landschaft auch hübsch anzusehen, aber nicht pure. Dazu: Die meisten Gebiete sind eingezäunt, Privatwege, klar festgelegte Wege und Routen. Zudem trübt das im Vergleich zu Europa gefühlt schwache Umweltbewusstsein das Bild der Reinheit: Eine Flut von Plastiksackerl beim Einkaufen (und fragende Blicke, wenn wir diese abgelehnt haben), SUVs und „alte Kisten“ bestimmen die Szenerie auf den Straßen. Zumindest das Recycling ist in Ordnung: So wird eines der Kiwi-Hauptnahrungsmittel, Fish&Chips, in altes Zeitungspapier eingewickelt…

4) Kulinarische Köstlichkeiten
OK, es war uns schon klar, dass Neuseeland international nicht gerade für seine kulinarischen Spezialitäten bekannt ist. Aber was wirklich übrig bleibt: Während Salz und Gewürze in den meisten Gerichten fehlen, gibt es eines im Überfluss: Toast. Kiwi-Spezialität am Fingerfood-Buffet: Grüner Spargel in Toast. Spezialität beim Kinder-BBQ: Grillwürstl in Toast. Spezialität für Kinder zu Mittag im Kindergarten: Spagetti in Toast. Und fehlt einmal Dämmmaterial beim Hausbau – ich denke, auch hier findet sich bestimmt ein weiteres Einsatzgebiet für den laschen Brotersatz…

3) Autoabhängigkeit
Ein Bein für einen Radweg, nein, mir würde schon ein anständiger Gehweg reichen. In Neuseeland ist alles auf das Auto ausgelegt. 1 Meter raus aus der Stadt und Du bist verloren als unmotorisierter Zweiradler. Eine Rad-Tour mit Kaspar ist vom Adrenalin wohl knapp unter meinem Bungy-Sprung angesiedelt. Abstand halten zum Radler? Wozu? Runter von Gas? Warum? Das Auto regiert. Hat es mal ein paar Macken und muss serviciert werden, gibt es ein echtes Problem. Naja, für uns war es das zumindest. Die meisten Kiwis haben ja eh zwei Autos…Was aber verwundert: Wenn schon alles so Auto-fixiert sein muss, warum sind die Straßen denn dann soooo schlecht? Aber auch hier gibt es einen Vorteil: Durch das ständige Ruckeln und Hüpfen aufgrund der Unebenheiten und Schlaglöcher sind die Kids auf unseren Touren meist recht schnell eingeschlafen…

2) Lebenshaltungskosten
Auf die Frage, warum die Bierpreise in Neuseeland so hoch sein, soll ein Wirtschaftskapitän einmal gesagt haben: „Weil die Leute bereit sind, so viel zu zahlen!“ Fair enough – und nur ein Beispiel. Aber die Lebenshaltungskosten sind, insbesondere im Vergleich zum (möglichen) Verdienst, immens, abgeschiedene Insellage hin oder her. NZ kämpft derzeit gegen eine Emigration von Kiwis in Richtung Australien, wo für den gleichen Job oftmals das 3- bis 5-fache gezahlt wird, branchenabhängig. Würde mich auf jeden Fall nicht wundern, wenn das „System“ hier irgendwann einmal zusammenbricht. Uns hat Neuseeland jedenfalls ein großes Loch in die Kassen gebrannt. Aber das ist erstens etwas anderes als „Halbtouristen“, die wir waren, und zweitens war es jeden Cent wert!!!

1) Das Wetter
Gut, es war der schlechteste Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Dafür kann Neuseeland nichts. Aber gemacht für Insel-Klima sind wir nicht. Zumindest nicht für das gesamte Jahr. Was uns präsentiert wurde, war nicht Fisch und nicht Fleisch. Werden das Gefühl nicht los, das ganze Jahr nur ein Wetter gehabt zu haben. Tagsüber ein Mix aus Regen, Wind und ganz nett, nachts einfach nur kalt. Jahreszeiten, Fehlanzeige, auch dadurch unterstützt, dass Neuseeland nicht „riecht“: Keine Frühlingsfrische, kein Sommerlüftchen, kein Herbstmoder. Daher wird wohl als eines der ersten Dinge zurück in Österreich etwas sein, was wir schon lange nicht mehr genossen haben: Eine richtig schöne, lange, laue Sommernacht auf der eigenen Terrasse…und möge sie noch so Jetlag-bedingt sein…

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Julius ganz kiwi

9. Mai 2012

Es wird wieder Winter, hier in Neuseeland. Die Tage werden kürzer, die Hosen und Röcke länger. Langsam. Denn Kiwis lieben ihre Shorts. Und Flip-Flops. Manche ziehen diese nicht mal bei Schnee aus. Kein Schmäh. Ist wirklich so. Und ganz ehrlich, unter uns sozusagen: Es hat schon was bequemes, sich nicht in Jeans zu quetschen oder sich einzumümmeln in mehrere Lagen. Aber irgendwann ist es einfach doch zu kalt.

Julius ist das egal. Er macht ganz auf Kiwi. Schuhe und Socken sind ihm ein Graus. Kaum zu Hause aus dem Kindergarten wird gezupft und gezerrt. Runter mit dem störenden Zeug, Freiheit den Zehen. Stapft sich gleich viel lockerer damit. Was für ein Glück, dass wir im Sommer nach Klagenfurt zurückkehren.

Am Liebsten unten ohne…

 

 

Wenn der Magen will…

2. Mai 2012

Was haben wir nicht alles gehört und gelesen. Wie wichtig es ist, dass sich Kinder gesund ernähren. Was alles passiert, wenn die Vitamine fehlen. Das mag ja alles stimmen. Und es ist ja auch nicht so, als würden wir das als verantwortungsbewusste Eltern nun nicht wissen. Aber was will man machen, wenn das angebotene Gemüse auf dem Teller verbleibt, anstatt in den kindlichen Mund zu wandern? Und selbst das „Verstecken“ in Aufläufen, Suppen und Co. nicht funktioniert und um die Stückchen herum gegessen wird?

Kaspar jedenfalls hat in Sachen Gemüse und Salat seine eigene Theorie entwickelt. Er würde das Gemüse ja wirklich gerne verspeisen, aber sein Magen ist einfach noch nicht bereit. Und der, so unser Kleiner, wird es ihm bestimmt sagen, wenn er bereit für das gesunde Zeug ist. Hm, von Grummeln hab ich ja schon gehört, aber davon? Bis jetzt jedenfalls haben wir noch kaum positive Rückmeldung von den zentralen Regionen unseres „Großen“ erhalten. Macht auch nichts: Kaspar scheint auch mit wenig Gemüse Stärke zu erlangen. Jedenfalls ist er ein echter Stromer. Platz für ein bisschen grüne Hoffnung ist dennoch gegeben: Kaspar schleicht sich langsam an Gemüse an, langsam. Und wir? Wir bemühen weiterhin unsere Kreativität in der Küche…zumindest so lange, bis Kaspar dies hier lesen kann. Oder bis der Magen will…

Kein Grund sich zu verstecken: Kaspar, auch mit wenig Gemüse ein echter Stromer…

Alles Budda

12. April 2012

Es ist ja kaum zu glauben: Heute in zwei Monaten hebt unser Flieger ab gen Good Ol‘ Europe. Und es ist tatsächlich schon ein wenig wie die Zielgerade. Nach einem tollen Trip nach Australien und auf die Südinseln sowie wunderbaren Gastbesuchen aus Deutschland und Australien gilt es nun tatsächlich langsam, sich Gedanken über die Koffer zu machen, die noch zu packen sind. Endzeitstimmung? Ein wenig, denn irgendwie schleicht sich das Gefühl ein, das wir alles, was wir machen wollten, auch gemacht haben. Ganz nach dem Motto „Been there, done that!“

Mit diesem Gefühl können die Kids wenig anfangen. Für sie ist jeder Tag ein neuer Tag, Zeit keine wirkliche und vor allem keine wirklich wichtige Variable. Sie leben einfach. Voll drauf los. Boys-like. Julius hat es kürzlich ein wenig übertrieben und den Bungy-Sprung von der Kindergarten-Veranda gewagt, ohne Seil, versteht sich. Außer ein paar Abschürfungen ist zum Glück nichts passiert. Oder alles „Budda“, wie er selbst wohl sagen würde. Denn das ist zur Zeit sein Lieblingswort. Die Pfanne ist Budda, das Plüschtier ist Budda, das Sofa ist Budda und Butter, naja, die ist auch Budda. Nur Fisch nicht, der ist Fich. Sprich: Julius ist auf dem besten Weg zu einem echten Plappermaul. Zwar gibt noch nicht alles einen Sinn, aber eine ausgeprägte Kommunikationsfähigkeit scheint er genetisch mit auf seinen Lebensweg bekommen zu haben. Von welchem Elternteil, das sei einmal dahingestellt…

Löffellauf

19. März 2012

Messer, Schere, Gabel, Licht – das alles ist nichts für Julius. Eines jedoch fehlt in der Aufzählung: der Löffel. Und wenn das Angebot schon so verlockend ist, dann nimmt es unser Kleinster gerne an. Her mit dem Löffel, oder am besten gleich zwei oder drei. Als hätten wir nicht genug Kuscheltiere und Spielzeug. Nein, Julius liebt seine Löffel. Mehr braucht es gar nicht, und er ist glücklich.

Ist es das Klappern des Metalls, wenn man die Löffel aufeinander schlägt? Ist es das verzerrte Spiegelbild? Oder die Form, die so perfekt in den kleinen Mund passt? Ich weiß es nicht. Ein wenig wird es wohl von allem sein – und auch ein wenig der Drill, in den Julius gedrängt wird, seit er im Kindergarten von der Nursery zu den  Teenies „aufgestiegen“ ist. Hier herrschen nämlich andere Sitten: Schlaf am Vormittag gibt es nicht mehr und gegessen, das wird auch selbständig. Prinzip: da Essen, hier Löffel, los geht’s. Und solange die Liebe anhält und er auch zu Hause sein unnachahmliches Grinsen aufsetzt, wenn er das silberne Metall in Händen hält, solange soll er seinen Löffellauf auch gerne fortsetzen.

Sendepause

12. März 2012

Dem Blog geht es grad wie „Wetten dass…?„. Wirklich. Trotz relativ guter Quoten stellte sich nun doch die Sinnfrage. Ein bewährtes Format einstampfen? Hat es sich gar überlebt? Eine Entscheidung musste fallen. Nun mache ich nach dem Gottschalk auch noch den Lanz und starte wieder durch. Die Finger sollen wieder über die Tasten fliegen. Es geht weiter.

Es war aber auch wirklich was los in den letzten Monaten. Unser Auftrag: Durchkämmen der Inseln Höhe mal Länge mal Breite. Zuerst die Südinsel, dann noch mehr Nordinsel – zusammen mit großartigem Besuch aus der Heimat, Großmama und Anna. Zwischen sandigen Stränden ging es von Ost nach West, über erhabene Vulkane, an stinkenden Schlammpools vorbei. Mit Gefühlenswelten-Unterschieden wie deren von Elben und Orks. Und immer wieder der Mittelpunkt der Erde: Hamilton, unser beschaulich-bescheidenes Städtchen, das uns solch wunderbaren Unterschlupf gewährt…

Augen vorwärts, Kameraden, aufgewacht, denn jetzt ruft der Alltag wieder. Mama und Papa am Arbeiten, Kinder im Kindergarten. Klassische Familiensituation des hiesigen Jahrtausends. Oder nicht? Wäre doch Stoff für eine Diskussionsrunde, oder was denken Sie, Hr. Lanz?

Fleischeslust

22. Dezember 2011

Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt…diese Worte aus der Bibel werden wir zwar erst in Kürze hören. Kiwis allerdings nehmen dies wörtlich, gerade zu Weihnachten. Hier herrscht die Fleischeslust. Die Vorbereitungen auf den Weihnachtsschmaus beginnen. Die Tradition schreibt vor: Glazed Ham mit viel gebratenem Gemüse, danach ein Christmas Cake oder alternativ ein Christmas Pudding. Wer also ein Schwein zu Hause hat, sollte es dringends verstecken. Insgesamt also sehr britisch-orientiert.

Alternativ kommt alles Fleisch, was noch irgendwo rumliegt, auf den „Barbie“. Und umso Kiwi-klassischer, wenn dieser Barbie noch vor dem eigenen oder gemieteten „Bach“ (Wohnung/Hütte am Strand) liegt. Denn die Weihnachtszeit ist DIE Urlaubszeit für Neuseeländer. Alles, was „Wheels“ hat, flüchtet an den Strand.

Gefeiert wird übrigens am 25. Dezember. In der Früh werden der Weihnachtsbaum von den Kindern geplündert, die Geschenke geöffnet. Dann beginnt die kulinarische „Bescherung“. Und das Feiern hält bis zum Abend an. Der 24. hingegen eignet sich höchstens für ein vorweihnachtliches BBQ mit Freunden – und im Notfall wird halt noch Last-Minute-geshoppt.

Wir werden sehen, wie das Ganze für uns wird. Die Vorbereitungszeit haben wir Kiwi-technisch schon sehr entspannt verbracht. Kein Stress, kein Gewühl, keine Planungen, was aber natürlich auch am Umstand lag, dass wir hier feiern, fernab von weiterer Familie und Freunden in Deutschland und Österreich. Hat aber auch zur Folge, dass wir das Weihnachtsgefühl noch suchen müssen. Kommt bei 20 Grad und Sonne bis spät in den Abend dann doch schwer auf. Der „Festschmuck“ hält sich mit ein paar bunten Kugeln und selbstgebastelten Sternen und Weihnachtsanhänger ebenfalls in Grenzen. Auf den hier sehr verbreiteten Blinkiblinki-Weihnachts-Plastikbaum oder aufblasbare Rentiere & Co. hatten wir irgendwie auch keine Lust. Also lassen wir uns dieses Weihnachten einfach mal treiben.

Wünsche allen Leserinnen und Lesern dieses Blogs ein friedvolles, gemütliches Fest, wie auch immer das gefeiert wird. Jetzt aber muss an dieser Stelle Schluss sein. Muss noch Fleisch bunkern…

Jo, wir schaffen das…

30. Oktober 2011

Er ist der Held aller Jungs, denn er ist smart, teamfähig, freundlich, hilfsbereit und vor allem handwerklich begabt. Er ist Bob der Baumeister. Für die älteren Semester unter den Leserinnen und Lesern: Bob der Baumeister ist in etwa wie Mike Krügers Bodo, nur auf Knetmasse-Zeichentrick. Er fragt sich immer: Können wir das schaffen? Die Antwort: Jo, wir schaffen das. Und dann baut er, baggert, schaufelt, hämmert, bohrt. Kurz er ist ein echter Teufelskerl. In der Rolle des Bob sind Kaspar und ich über den Sandkasten bisher nicht hinausgekommen. Ein paar Burgen, Häuser, Tunnel und Kugelbahnen gehen auf unser Konto. Im Kleinformat, Auf geschätzten 1,5 x 1,5 Metern.

Jetzt aber haben wir „Dan the man“ als Nachbarn. Und unser persönlicher Bob ist viel cooler als der gepinselte Gelbhelm aus der Serie. Heißt: Kaspar und Papa wurden abkommandiert. Was normalerweise als Arbeit durchgeht, war für uns das reinste Vergnügen.

Auftrag 1: Rasen mähen mit einem kleinen Traktor. Piece of cake, fährt sich gemütlich, das Teil, ruhige Kugel. Bei Dan sieht das schon anders aus: Er startet immer mit einem Wheelie.

Dann noch Auftrag 2: Beete anlegen. Heißt auf neuseeländisch: Erde in Schubkarren baggern, zum Ziel fahren, ausleeren und retour. Das schöne dabei: Nach dem Schubkarrenfahren durften wir auch das Baggerfahren ausprobieren. Da würde sogar Bob neidisch, da bin ich mir sicher.


Coco

25. Oktober 2011

Nach dem Hairday im Kindergarten nun auch zu Hause: Kaspar wollte seine Haare wie ein VIP. Dass er dabei ausgerechnet Coco, dem Kelloggschen Werbeaffen ähneln wollte, war nicht geplant. Aber gut…

Kaspar Coco

Zwei in einem Raum

19. Oktober 2011

Quatsch machen in der Kinderhöhle

Er hatte es sich schon so lange gewünscht. Es war Kaspar eine Herzensangelegenheit, mit seinem Bruder in einem Zimmer zu schlafen. Noch in Klagenfurt musste Julius‘ Bett für ein paar Nächte probeweise in seinem Schlafgemach geparkt werden, in Neuseeland hingegen ist es aufgrund des Platzangebots in unserer „Unit“ gar nicht anders möglich. Zwei Kids, ein Raum. Und siehe da: Es klappt richtig gut.

Wenn Kaspar schläft, schläft er wie ein Stein. Er bekommt gar nicht mit, wenn Julius sich auf seine nächtlichen Krabbelwanderungen in Richtung Elternschlafzimmer begibt. Weiterer Vorteil: Die beiden Kids interagieren immer mehr miteinander, „machen Quatsch“ wie sie es nennen. Da werden dann Schubladen gemeinsam ausgeräumt, Matratzen verzogen, Klamotten malerisch im Zimmer verteilt. Und das bei lautestem Gekicher.

Die andere Seite: Wenn Kaspar etwas spielen will, dann will er es auf seine Weise spielen. Ein dazwischen laufender Bruder, der alles anfingert und zerstört, kommt da nicht gerade gelegen. Und nachdem Julius nun schon versteht, was „Nein“ heißt (zumindest nach dem 3.-5. Mal), fängt dann dieser Knabe ein wenig zu bocken an. Aber ist ja auch eine Form von Interaktion.